Führungen für Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung

Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen brauchen ganz spezielle Angebote, auch bei der Vermittlung von Kunst, Architektur und Geschichte.

Aus diesem Grund bietet das DomQuartier Salzburg Spezialführungen an, bei denen die reichhaltigen Inhalte mit sinnlichen Erfahrungen kombiniert werden und so ein spannendes Erlebnis ermöglicht wird.

 

  • „Zum Greifen nah“ – Führung für Blinde und Sehende im DomQuartier

 

Während einer geführten Tour durch das Domquartier erleben sehbehinderte Menschen die reichhaltigen Inhalte und räumlichen Dimensionen des Domquartiers über andere Kanäle als die der visuellen Wahrnehmung. Durch sinnliche Empfindungen wie Ertasten, Belauschen und Riechen wird die imaginäre Raumvorstellung unterstützt und die spannenden Inhalte des Domquartiers für sehbehinderte Menschen erlebbar gemacht.

Mit diesem Programm, zu dem übrigens alle Interessierten herzlich willkommen sind, begeben wir uns auf die Spuren barocker Künste im DomQuartier.

Techniken wie Fresko, Stuck und Ölmalerei werden anhand der dafür notwendigen Materialien, Werkzeuge und Entwürfe, die den Teilnehmern haptisch zur Verfügung stehen, nicht nur ausführlich sondern auch direkt vor den Werken besprochen. Die Kunst sowie das barocke Lebensgefühl können auf diese Weise zum Greifen nah vermittelt werden. Nicht zuletzt lädt die frühbarocke Fassade des Salzburger Doms im Format eines maßstabgetreuen Reliefmodells aus Holz, das mittels CNC-Fräse erstellt wurde, zum Berühren ein.

  • „Die unsichtbare Galerie“ Führung für Blinde in der Residenzgalerie

 

Das Programm möchte Sehbehinderten und Blinden einen Zugang zu einzelnen Bildern der Residenzgalerie eröffnen und versucht, ein Vorurteil – und zwar Kunstrezeption für Blinde ist nicht möglich – zu entkräften. Bei dieser Führung durch die Galerie geht es nicht in erster Linie darum, das in den Bildern Gesehene eins zu eins zu beschreiben, sondern dem Gehalt der Bilder auf unterschiedliche Art und Weise durch sinnliches Empfinden nachzuspüren. Vier Gemälde aus dem 17. Jahrhundert wurden so aufbereitet, dass die Wirkung der Bilder ertastet, belauscht, berochen… also mit unseren Sinnen erlebbar wird. Alle Gegestände eines Stilllebens von Jan Davidsz de Heem werden gemeinsam auf einem Tisch nachgebaut und die spannende Dreieckskomposition des Bildes ertastet. Das Gemälde „die Innenansicht der Nieuwe Kerk in Delft“ des holländischen Malers Emanuel de Witte wurde vertont und zu hören ist im Hintergrund Orgelmusik die in dieser Kirche damals gespielt wurde. Ein spannendes Programm nicht nur für Blinde!

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