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Schule von Athen, Gemälde nach Raffael (1483 – 1520), Stanza della Segnatura, ab 1509, Fresko, Vatikanpalast, Rom

Nicola Bonvicini (Buonvicini) (Lebensdaten unbekannt; tätig 2. H. 18. Jh./Biographical data unknown; active 2nd half of 18th century)

Schule von Athen, Gemälde nach Raffael (1483 – 1520), Stanza della Segnatura, ab 1509, Fresko, Vatikanpalast, Rom
1776
Gemälde
Öl/Leinwand
Bildmaß 74 x 99 cm
Rahmenmaß 85 x 112 x 5 cm
Ex Raf Urbinate / Nic. Bonvicini (bez. l. u.)
653
Derzeit nicht in der Ausstellung
Italienischer Barock
© Residenzgalerie Salzburg, Aufnahme Fotostudio Ulrich Ghezzi, Oberalm

1776, Erzstift Salzburg; Schloss Kleßheim (Erzherzog Ludwig Viktor); Nachlaß Erzherzog Ludwig Viktor, Schloss Kleßheim; 1921, Land Salzburg 1111119300197 (1111130435); 5.7.2019, Residenzgalerie Salzburg

JUFFINGER 2011, Bd. 1, S. 230

JUFFINGER 2019, S. 88-90, 127, 129, Abb. 39, 39a

Die Anziehungskraft von Raffaels (1483–1520) Werk hatte in der Barockzeit an nichts eingebüßt. Eines seiner ausgeführten Hauptwerke befindet sich im Vatikanpalast in Rom: die Fresken in den sogenannten „Stanzen des Raffael“. Dabei handelt es sich um eine Abfolge von vier hintereinandergelegenen Räumen, deren Ausmalung unter Papst Julius II. (1443–1513, Papst ab 1503) begonnen wurde und die als repräsentative Erweiterung der Privatgemächer gedacht waren.
Nicola Bonvicini fertigte vier Gemälde nach den Wandfeldern der „Stanza della Segnatura“, die als Bibliothek und Studiolo diente. Die vier Wandbilder sind den vier Fakultäten zugeordnet, in denen sich das Wissen der damaligen Zeit widerspiegelt: Philosophie, Theologie, Poesie und Justitia. Sie veranschaulichen das Programm einer päpstlichen Herrschaft, die auf Gerechtigkeit und Wissen und somit auf höchster Bildung beruht.
Alle vier Gemälde präsentierte der Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo (reg. 1772–1803/1812) in seiner Residenz.

Die „Schule von Athen“ ist wohl Raffaels bekannteste Schöpfung. Im Zentrum treten Platon und Aristoteles, aus dem Tempel kommend, an den Rand der obersten Treppenstufe. In den vorderen Nischenfeldern der Architektur stehen Statuen von Apollo und Athene, Schutzgötter der Wissenschaften und Künste.
Platon erhebt die rechte Hand gegen den Himmel, unter seinem linken Arm trägt er den „Timaios“. Sein Pendant Aristoteles, der die „Ethica“ hält, weist ins Diesseits. Alle übrigen Figuren gruppieren sich um diese beiden Protagonisten, stellen antike Philosophen und Mathematiker dar oder können mit zeitgenössischen Persönlichkeiten in Verbindung gebracht werden. Platon trägt Leonardo da Vincis Gesichtszüge, der auf dem Steinquader gestützte Denker (Heraklit) im Vordergrund jene von Michelangelo. Im Kontext mit dem Bildprogramm des Raumes ist das Wandfeld der Personifikation der Philosophie zugeordnet.

Habersatter Thomas: Vier Gemälde nach Raffael, Stanza della Segnatura, Vatikanpalast, Rom, 1776. Parnass, Schule von Athen, Tugenden, Disputa del Sacramento. In: Gratz Reinhard, Mitterecker Thomas (Hg.): Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo. Reformer in neuem Licht. 1772-1803/1812. Ausstellungskatalog Dommuseum Salzburg. Salzburg 2023, S. 248-251

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