Dom Innenansicht © DQS/Ghezzi

Alles im Rahmen – wir basteln unseren eigenen Bilderrahmen

In der Sonne kann es momentan ganz schön warm werden. Da ist es angenehm, wenn man sich an einem kĂŒhleren Ort etwas erholen kann. Ein ganz besonderes Highlight des Rundgangs durch das DomQuartier ist jedes Mal der Besuch auf der Orgelempore des Salzburger Doms. Dort, in schwindelnder Höhe, ist es auch jetzt, wenn die Temperaturen steigen, immer schön kĂŒhl. Aber nicht nur das; von hier ist der Blick in die Kirche wirklich atemberaubend. Den wunderschönen DeckengemĂ€lden von Arsenio Mascagni und den kunstvollen Verzierungen aus Stuck ist man von hier aus so nahe wie sonst nirgends. Auch wenn man jetzt dort nicht hinkann, vielleicht bekommst du ja Lust das DomQuartier und diesen herrlichen Ausblick zu besuchen, sobald das Museum wieder geöffnet hat.

Ich möchte heute einen Zierrahmen aus Salzteig mit dir basteln. In unserem Fall ist es genaugenommen natĂŒrlich ein Bilderrahmen und keine Kartusche, aber von den Kartuschen des Doms kann man sich wunderbar inspirieren lassen.


FĂŒr den Salzteig brauchst du nur ganz wenige, einfache Zutaten:

  • eine Tasse – sie ist dein Messbecher. Ihre GrĂ¶ĂŸe richtet sich danach, wie viel Salzteig du machen möchtest. Ich empfehle dir eine kleine Tasse, da du ganz leicht und schnell einfach neuen Teig machen kannst, wenn du mehr brauchen solltest.
  • 2 Tassen Salz
  • 1 Tasse Mehl
  • 1 Tasse Wasser
  • eine SchĂŒssel
  • eine Unterlage
  • Nudelholz
  • Buttermesser
  • Schaschlikspieße oder Zahnstocher
  • ein Foto oder Bild, das in den Rahmen hineinkommen soll
  • Schere
  • Kreppklebeband
  • ein Band zum AufhĂ€ngen

 

So, alles parat? Und los geht’s!

  1. Lege dir die Materialien zurecht. 
  2. Gib das Salz zusammen mit dem Mehl in die SchĂŒssel und vermische es mit dem Wasser.
  3. Alles gut zu einem gleichmĂ€ĂŸigen Teig verkneten und schon ist der Salzteig fertig fĂŒr die Verarbeitung. Sollte der Teig zu weich sein, gib etwas Mehl dazu. Ist er zu trocken, kommt etwas Wasser dazu.
  4. Auch wenn der Teig lecker aussieht – Salzteig ist nicht essbar!!
  5. Rolle nun einen Teil des Salzteigs mithilfe des Nudelholzes auf der Unterlage flach aus. Nicht zu dick und nicht zu dĂŒnn – etwa einen halben Zentimeter dick. Wenn der Teig sehr klebrig ist, gib etwas Mehl auf die Unterlage und das Nudelholz.
  6. Aus der FlĂ€che schneiden wir den Bilderrahmen aus. Leg dazu das Foto auf den Teig. Welche Form dein Rahmen nun bekommt ist ganz dir ĂŒberlassen. Sie kann rund, eckig, unregelmĂ€ĂŸig usw. sein. Hauptsache ist nur, dass die FlĂ€che grĂ¶ĂŸer als das Foto oder Bild ist.
  7. Markiere dann den Bereich fĂŒr das Foto. Ein Lineal kann dir dabei eine Hilfe sein. Wichtig ist, dass der Bereich etwas kleiner ist als das Foto selbst. Das kommt ja dann auf die RĂŒckseite des Rahmens und soll nicht von hinten nach vorne durchfallen.
  8. Schneide den markierten Bereich mit dem Buttermesser aus. Vergiss nicht zwei Löcher an der oberen Kante in den Rahmen zu machen. Daran kannst du ihn spÀter aufhÀngen.
  9. Nun kannst du den Rest des Salzteigs fĂŒr die Verzierungen deines Rahmens verwenden. Auch da sind deiner KreativitĂ€t keine Grenzen gesetzt. Du kannst Blumen formen, Kugeln, Muster mit dem Schaschlikspieß in den Teig einritzen usw.
    Achte drauf, dass du deine Verzierungen gut auf deinem Rahmen befestigst. Tauch dazu einfach kurz deinen Finger in Wasser und streiche mit dem nassen Finger ĂŒber die Stelle wo die Verzierung hinkommen soll.
  10. Wenn du fertig bist muss der Teig noch trocknen. Das geht am einfachsten, wenn du ihn an der Luft, zum Beispiel in der warmen Sonne trocknen lĂ€sst. Du kannst ihn aber auch im Backrohr bei 160°C und Heißluft backen. Lass dir dabei aber von einem Erwachsenen helfen!! Je nach der Dicke des Salzteigs kann das Trocknen im Backrohr sehr unterschiedlich lange dauern. Schau also öfter nach, damit er nicht verbrennt. Ist der Bilderrahmen getrocknet, kannst du ihn natĂŒrlich noch bemalen. DafĂŒr kannst du z.B. Wasserfarben oder Acrylfarben verwenden. Lass auch die Farben wieder gut trocknen bevor du weitermachst.
  11. Jetzt muss das Bild/Foto befestigt werden. Dazu drehst du den Rahmen vorsichtig um und klebst das Foto/Bild mit zwei Klebe-Streifen, links und rechts an der Seite, fest.
  12.  Zum Abschluss schneidest nun noch ein StĂŒck Band ab und ziehst es durch die Löcher.
  13. Fertig ist dein Bilderrahmen!

Alle Bilder im Langhaus der Kirche stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar wie z.B. das letzte Abendmahl, das du unten sehen kannst.

Mittelschiffgewölbe im Salzburger Dom

Schaut man genau bemerkt man, dass jedes der Bilder von einem eigenen Zierrahmen, einer sogenannten Kartusche, aus Stuck umgeben ist. Kartuschen waren in der Zeit des Barocks sehr beliebt. So sehr, dass sie manchmal sogar als alleiniger Schmuck, ohne Bild, verwendet wurden.
Im Unterschied zu einem „normalen“ Bilderrahmen sind Kartuschen aber fest mit dem Untergrund verbunden und können nicht einfach bewegt werden.

Weißt du eigentlich woraus Stuck gemacht wird? Das Grundrezept dafĂŒr ist einfach: Gips, Kalk und feiner Sand werden mit Wasser verrĂŒhrt. Daraus ergibt sich dann eine gut formbare Masse. Jede Werkstatt hatte da aber eine eigene Rezeptur, die gut gehĂŒtet wurde und der auch immer wieder noch andere Zutaten beigemischt wurden. 

Dom Fresken, Abendmahl

Je nachdem was der Stuckateur, so nennt man den KĂŒnstler, der mit Stuck arbeitet, formen wollte, wurde die Stuckmasse entweder in Formen gegossen, oder frei damit modelliert. Wer den Stuck im Dom gemacht hat kann man heute leider nicht mehr genau sagen.
Wenn du genau schaust kannst du sicher noch eine Besonderheit des Stucks entdecken: in den Vertiefungen wurde er mit schwarzer Farbe hinterlegt. Dadurch wird die dreidimensionale Wirkung der Verzierung noch zusĂ€tzlich verstĂ€rkt. Dieses Detail sieht man von der Orgelempore ganz besonders gut, weil man ganz nah am Stuck und den DeckengemĂ€lden dran ist. So viele verschieden Formen gibt es da zu entdecken: Blumen, BlĂ€tter, Engel, Muster und sogar FrĂŒchte.

 

Wir freuen uns auch ĂŒber dein Feedback

Schreib uns, wie es dir dabei gegangen ist und wie du deinen Rahmen gestaltet hast. Schick dazu ein E-Mail mit Fotos oder einem kurzen Video an: office@domquartier.at Oder postet es auf unserer Facebook  Seite oder in Instagram mit den Hashtags #DomQuartierSalzburg und #ClosedButActive

Viel Spaß beim Nachmachen!!

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