Wachsbild der Tittmoninger Bossierer Cetto aus dem 18. Jahrhundert

Eine Besonderheit im Museum St. Peter

Die wertvolle Sammlung an kleinformatigen Wachsbildern der Tittmoninger Bossierer Cetto aus dem 18. Jahrhundert ist etwas ganz Besonderes. Mit etwas √ľber 120 Werken besitzt die Kunstsammlung der Erzabtei St. Peter den gr√∂√üten Bestand an Bildern von Johann Baptist Cetto und seinem Sohn Nikolaus Engelbert Cetto. Diese wurden Anfang des 19. Jahrhunderts gro√üteils vom kunstsinnigen Abt Dominikus Hagenauer erworben. Weltweit gibt es nur mehr etwa 220 St√ľck.
Ihr Themenrepertoire umfasst das alte und neue Testament, heilige, topografische, historische und profane Motive und dienten als Geschenke.
Die dreidimensionalen Kunstwerke zeigen biblische und weltliche Szenen (politische Motive wie die Belagerung Wiens durch die T√ľrken 1683, Panoramen und biblische Szenen ‚Äď bis hin zur Geburt des Heilands). Im Museum St. Peter k√∂nnen sie ausgew√§hlte Werke bewundern.

Es ist au√üergew√∂hnlich, wie es den K√ľnstlern damals gelungen ist, diese plastisch-feingliedrigen Darstellungen aus Wachs mit filigranen, oft nur wenige Millimeter gro√üen Einzelelementen, herzustellen.
‚ÄěBossieren‚Äú ist die Kunst einem weichen Material durch Bearbeitung mit einfachem Werkzeug eine k√ľnstlerische Form zu geben. Diese Werke bestehen aus Bienenwachs, eingef√§rbt mit Bleiwei√ü und Ru√ü und sind nur ungef√§hr 15 cm gro√ü.
Die Attraktion liegt nicht nur in dem winzigen Format und der Verwendung des außergewöhnlichen Materials, sondern vor allem an der Staffelung des Bildraums, welcher perspektivische Tiefe suggeriert. Den Hintergrund bildet eine Glasplatte, die mit schwarz eingefärbtem Wachs grundiert wurde. Zum Vordergrund hin erhebt sich ein kulissenartiger Aufbau mit vollplastischen Figuren.
Zum Teil wurden Naturmaterialien wie Schweineborsten, √Ąste und Seidenf√§den, die mit Wachs √ľberzogen wurden, verwendet.

Cetto der Kunstsammlung der Erzabtei St. Peter

Unser Wachsbild zeigt zwei Reiter, die gerade gestenreich miteinander kommunizieren. Eingebettet in die Vegetation befinden sich weitere Reiter im rechten Mittelfeld und lenken unseren Blick in die Tiefe, wo eine größere Stadt zu erahnen ist.

Weitere ausgewählte Exponate sind im Museum St. Peter ausgestellt.

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