W. A. Mozart, Detail aus Familienbild der Mozarts

Eine Serenata für den jüngsten Sohn von Kaiserin Maria Theresia
„Serenata Il ré pastore (Der königliche Hirte) KV 208“

Gerade einmal sechs Wochen schrieb der 19-jährige Mozart an seinem Hirtendrama.

W. A. Mozart komponierte seine Serenata Il ré pastore (Der königliche Hirte) KV 208 im Auftrag von Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo für den Besuch von Erzherzog Maximilian Franz, dem jüngsten Sohn von Kaiserin Maria Theresia.

Mozart und der Erzherzog wurden übrigens im selben Jahr geboren – 1756!

Mozart vertonte ein Libretto des kaiserlichen Hofpoeten Pietro Metastasio, das vor ihm schon die berühmtesten Komponisten der Epoche in Musik gesetzt hatten.


Erzherzog Maximilian Franz

Am 23. April 1775 erklang die Serenata das erste Mal im Rittersaal.

„Abends zur Serenada nach Hof, die vom jungen M. verfertigt wurde“, notierte der hochfürstlich-salzburgische Hofrat und Landschaftskanzler Joachim Ferdinand von Schidenhofen.

Und Erzherzog Maximilian Franz vermerkte in seinem Reisejournal: „Übrigens wurde der Abend wie vorigen Tages wiederum mit einem Musique-Concert und Nachtmahl im Palast beschlossen, und in Ansehung des Concertes in dem der Unterschied zur Abwechslung gemacht, dass, wie für den vorhergehenden Tag der bekannte Kapellmeister Fischietti also für diesen Abend der nicht minder berühmte Mozart zu der abgesungenen Kantate die Musique verfasst hatte.“

Die Arie des Hirten Amintas Aer tranquillo aus dem ersten Akt steht thematisch dem ersten Satz von Mozarts Violinkonzert G-Dur KV 216 nahe, das einst auch im Rittersaal uraufgeführt wurde. Das Violinsolo der Arie des Amintas L’amero sacrocostante im zweiten Akt spielte entweder Michael Haydn oder Mozart selbst. Die Arie war für Mozart eine Art Ohrwurm, wiederholte er doch eines ihrer Motive in der Haffner-Serenade D-Dur KV 250 und in seinem Streichquartett KV 593.

Übrigens: für den jungen Hirten Amintas und Elisa gibt es ein Happy End!

Obwohl es so einige Hindernisse zu bewältigen gibt: Amintas lebt zunächst einfach und glücklich. Seine einzige Sorge: Ob er wohl Elisa trotz seines niederen Standes heiraten darf?

Was er nicht weiß: er ist in Wirklichkeit der verschollene Prinz des Reichs  uns soll zum König erhoben werden. Nun ist plötzlich sein hoher Stand das Liebeshinderniss… . Am Ende löst sich aber alles in Wohlgefallen auf. Die Liebenden bleiben zusammen und besteigen gemeinsam den Thron!

Hören Sie jetzt rein!


 

Rittersaal in der Salzburger Residenz

 

Text: Dr. Sabine Krohn (Musik im DomQuartier)

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