Kapelle im Rupertusoratorium

Am 27. März, vermutlich 718, soll nach Überlieferung dem heiligen Rupert während einer Messfeier am Ostersonntag der Tod ereilt haben.

Zum heutigen Gedenktag bietet es sich daher an, eine der vielen Darstellungen des ersten Bischofs und Landespatrons Salzburgs im DomQuartier näher zu betrachten, das Altargemälde im Rupertusoratorium, das nach Entwurf Arsenio Mascagnis ausgeführt wurde.

 

Der Maler Donato Mascagni (1579–1637), nahm beim Eintritt in den Servitenorden bei Florenz den Namen Arsenio an. Nach einer Lehrzeit in Florenz und einem vermutlichen Aufenthalt in Rom, kam er unter Erzbischof Marcus Sitticus 1615/1616 nach Salzburg. Neben der Ausmalung des Doms zählen die Gemälde im Schloss Hellbrunn zu seinen Hauptwerken in Salzburg.


Altargemälde „Der Tod des hl. Rupert“

Die einzige Kapelle des barocken Doms, die bei der Weihe 1628 fertiggestellt war, befindet sich im östlichsten Raum des Nordoratoriums. Sie wurde unter Erzbischof Paris Lodron ausgestattet und zu Ehren des hl. Rupert geweiht. Für dieses sogenannte Rupertusoratorium errichtete Hoftischler Simon Claner, wohl nach den Entwürfen Santino Solaris, ein schlichtes, freistehendes Altarretabel. Dieses bildet den Rahmen für ein Gemälde, das dem Betrachter den Tod Ruperts vor Augen führt.

Rechts im Vordergrund ist der sterbende Rupert zusammengesunken und wird von zwei Diakonen gestützt. Zwei Mönche dahinter und ein Mann links erschrecken über den plötzlichen Tod und reagieren mit aufgeregten Gesten. Einige Männer etwas weiter hinten haben noch keine Kenntnis vom Geschehen genommen. Sie stehen in kleinen Gruppen zusammen und sind in Gespräche vertieft. Durch ihre bunte, weltliche Kleidung grenzen sie sich klar gegenüber Rupert und den Diakonen im weißen Messornat und den Mönchen in schwarzer Ordenskleidung ab.

Der Überlieferung entsprechend findet die Szene in einer Kirche statt, die mit Blick auf den Altar in die Tiefe geführt wird. Während die Architektur an die von Rupert begründete Stiftskirche St. Peter erinnert, entspricht der Altar in Form eines Tempiettos dem Tabernakel im Dom, der von Erzbischof Paris Lodron gestiftet wurde. Diese architektonische Anspielung hebt die Verdienste Paris Lodrons um den Dombau und die Weiterführung der Kirche Salzburgs in der Nachfolge des hl. Rupert hervor.

Dass Rupert nicht, wie nach alter Tradition etabliert und wie im Gemälde dargestellt, in Salzburg verstarb, sondern nach Rückkehr in seine Heimat in Worms, wird erst in jüngster Rupertforschung kontrovers diskutiert.

Der einfache, flächenhafte Malstil und die ausgewogene Komposition aus klar umrissener, schematisierter Architektur und unbewegten, etwas steifen Figuren, verleihen dem Geschehen um den Tod Ruperts Ruhe. Dramatik tritt zugunsten würdevoller Feierlichkeit zurück.


Das Altargemälde ist Teil eines Zyklus, der in Gewölbebildern im Rupertusoratorium wichtige Stationen aus dem Leben und Wirken des hl. Rupert erzählt. Thematisch setzt sich der Tod Ruperts in einem dem Altar gegenüberliegenden Bild über dem Eingang fort. Es zeigt die Aufbahrung und das Totenoffizium.

Zyklus mit wichtigen Stationen aus dem Leben und Wirken des hl. Rupert:

 

Hören Sie hier eine Audioguide Beschreibung des Gemäldezyklus:


 

Text: Mag Barbara Halbrainer (Dommuseum)

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