Allegorie der Justitia, Giovanni Battista Gaulli

Sonderausstellung im Nordoratorium des Doms.

Rom gilt als der Geburtsort des Barocks. In der Sammlung Rossacher finden sich Entwürfe, die Schlüsselwerke dieser Kunstepoche werden sollten. Arbeiten von Gianlorenzo Bernini (1598-1680) und seinem Atelier sind ebenso vertreten wie von Berninis Konkurrenten Alessandro Algardi (1598-1654). Ein Entwurf von Peter Paul Rubens (1580-1640) zeigt dessen wichtigsten römischen Auftrag.

Seit der Renaissance waren die Päpste bestrebt, Rom zur glänzendsten Stadt der Christenheit zu machen. Es entstanden prachtvolle Kirchen, Brunnen, Plätze, Paläste und Villen. Die Kunst wurde zum Instrument der Gegenreformation und zu einem Mittel der herrschaftlichen Selbstinszenierung.

Papst Urban VIII. (1568-1644) und der Bildhauer, später auch Architekt, Gianlorenzo Bernini waren in dieser Hinsicht ein kongeniales Paar. Urbans Nachfolger, Innozenz X. (1644-1655) bevorzugte Alessandro Algardi als Bildhauer. Bernini verlor vorübergehend alle öffentlichen Aufträge – bis der Papst seinen Entwurf für den Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona sah!

Zu einer Zusammenarbeit der beiden bedeutenden Künstler Bernini und Pietro da Cortona kam es bei der Gestaltung des Palazzo Barberini, des Familienpalasts Urbans VIII. Pietro da Cortona erhielt den Auftrag für das Deckenbild im großen Festsaal. Das Gewölbefresko zählte zu den größten (25 x 15 m) und ambitioniertesten Aufgaben des Seicento. Formal ist es die Abkehr vom quadro riportato („das an der Decke angebrachte Gemälde“) hin zum cielo aperto, dem offenen, illusionistisch gestalteten Himmel. Eine Scheinarchitektur, die reich mit Figuren ausgestattet ist, gliedert das Gewölbe. Es ist ein bis dahin nie gemaltes Nebeneinander von mythologischen Themen und Allegorien.

Von herausragender Bedeutung war auch der Maler Giovanni Battista Gaulli, genannt Il Baciccio. Sein Hauptwerk ist das Deckenfresko im Langhaus von Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten in Rom. In der Sammlung Rossacher befinden sich zudem Entwürfe (Wiederholungen) für die Zwickelfelder in Sant’Agnese (1666) und in der Taufkapelle von
St. Peter (1708/09). Zumindest beim ersten Auftrag dürfte Bernini die formale und inhaltliche Gestaltung der Fresken beeinflusst haben. Die Arbeit am Auftrag für die Taufkapelle in St. Peter wurde so oft verschoben, dass ihn Gaulli letztlich nicht mehr ausführen konnte.

Rom war Anziehungspunkt für Künstler aus ganz Europa. Hier konnten sie an einem Ort antike und moderne Monumente studieren. Von hier brachten sie einen neuen Kunststil –den Barock – zurück in ihre Heimat. Der wichtigste Vertreter ist hier Peter Paul Rubens. Sein Entwurf für den Hochaltar der Chiesa Nuova ist ein beredtes Beispiel für die Zusammenarbeit von Künstler und Auftraggeber. Das erste Werk wurde abgelehnt – es kam zu einer zweiten Lösung. Der Entwurf dazu ist in der Ausstellung zu sehen.

Großfotos der meisten Ausführungen vervollständigen das Bild des barocken Roms.

 

Kuratorin
Dr. Regina Kaltenbrunner (Leitung Sammlung Rossacher, Salzburg Museum)

 

Bildergalerie

 

Ort der Sonderausstellung: Nordoratorium des Doms

Führungstermine

Mittwoch 26. Juni, 15.00 Uhr
Mittwoch 24. Juli, 16.30 Uhr

Samstag, 10. August, 10.30 Uhr
Samstag, 7. September, 10.30 Uhr
Samstag, 21. September, 10.30 Uhr
Samstag, 19. Oktober, 10.30 Uhr
Samstag, 23. November, 10.30 Uhr
Samstag, 21. Dezember, 10.30 Uhr

Treffpunkt: Eingang Dommuseum, Kassa (Domplatz 1a)

In Kooperation mit dem Salzburg Museum.