Eine Stuckfigur im Rittersaal
Diese Figur, geformt aus feinstem Stuck, thront hoch oben unter der Decke. Sie gehört zu vier Paaren von Frauen und kleinen Kindern, die „Putti“ genannt werden. Symbolisch ergänzen diese Figuren die dargestellten Geschichten in den Deckenbildern.
Diese Frau ist mit einem Palmzweig, einem Buch und Waffen ausgestattet. Der Palmzweig steht für Frieden und Sieg, das Buch für Weisheit und die Waffen für Krieg und Kampf. Die Figur zeigt mit erhobenem Arm auf das Gemälde „Die Wiedereinsetzung des indischen Königs Porus in sein Königreich“ über ihr. Die Stuckfigur kann als Sinnbild für weise Herrschaft verstanden werden.
Die Figuren wurden von Alberto Camesina geschaffen, einem Wiener Hof-Stuckateur. Um das Jahr 1710 erhielt er von Fürsterzbischof Franz Anton Harrach den Auftrag, die Decke mit Stuckarbeiten auszustatten. Camesina gestaltete nicht nur die Figuren, sondern auch die typischen barocken Stuck-Ornamente und die Reliefdarstellungen an der Decke. Für seine Arbeiten in der Residenz erhielt der Stuckateur ein höheres Honorar als die beiden Maler der Deckenbilder, Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte.
