Über das Hauptsujet zur Musikausstellung 

Überall Musik!
Der Salzburger Fürstenhof – ein Zentrum europäischer Musikkultur 1587-1807
19. Juli 2020 bis 7. März 2021
Prunkräume der Residenz, Nordoratorium, Lange Galerie und Museum St. Peter (Musikraum)

Die Musik- und Festkultur, um die es in dieser Ausstellung geht, entstand in der Zeit des Hochbarock, zu einem Zeitpunkt an dem die Macht der Salzburger Herrscher gebündelt war und Repräsentation und Inszenierung zum Bestandteil ihrer Politik wurde. Ein gleichzeitiges Miteinander verschiedenster Künste, Kunstfertigkeiten und Amüsements von historisch nachgestellten Schlachten bis zu Themenfestessen, von Kammermusik bis zu Singspiel und Oper war an der Tagesordnung.

Gleichzeitig schwebte über all dem das barocke Lebensgefühl der Vanitas, die Vergänglichkeit und Vergeblichkeit wird nicht ausgegrenzt, sondern selbstverständlich zum Bestandteil des weltlichen Daseins.

Natürlich können wir in den Bilddokumenten der damaligen Zeit einzelne Elemente finden, die als Ausschnitt einen Teilaspekt der Atmosphäre bedienen, einer ganzheitlichen Darstellung können wir dadurch allerdings nicht gerecht werden.

Unser Hauptsujet vereint mehrere Interessen: eine Darstellung der vielen Aspekte des höfischen Lebens im 17. und 18. Jahrhundert, gepaart mit Themen, die Vorgänge hinter den Kulissen der Inszenierungen beschreiben.

Plakat zur Ausstellung Überall Musik!

Das Sujet bedient sich der Collagetechnik; Der Salzburger Dom und die Residenz verschmelzen zu einer bildlichen Verortung, vor der sich Elemente der Hofkultur wiederfinden: opulente Perücken, Musikinstrumente, exotische Tiere, ein Metronom, barocke Kumuluswolken, verschmelzen mit medizinischen Darstellungen der Stimmbänder, einem Megafon als Gleichnis für den Klang, und weiteren musikalischen Symbolen.

Das Vexierbild, ebenfalls eine Erfindung des Barock, verbirgt hinter der vermeidlichen Silhouette eines Cellos die Schattenrisse von Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Haydn. Weitere Elemente durchbrechen diesen Schattenrahmen und erlangen dadurch Bedeutung.

Einzelne Elemente des Sujets wurden bewusst aus dem historischen Zusammenhang genommen und bilden eine Brücke zur Gegenwart, andere Elemente verweisen auf künftige Ereignisse. Im Himmel befindet sich eine Kulissen- und Theaterarchitektur, Monstranzen, Stimmbänder, eine magische Flöte, die Firmian Uhr, Lockenwickler in einer Perücke, Leopold Mozart am Klavier, eine barocke Mozartkugel mit Totenkopf, Mäuse, Monteverdi, Harlekine, ein modernes Mikrofon und über allem wacht Wolfgang Amadeus.

Copyright: Studio Kudlich

 

>> Mehr zur Sonderausstellung

Teilen: