Die barocke Nachtuhr baute Jakob Bentele, ein Allgäuer Uhrmacher, nach einem Entwurf des Schottischen Pater Stuart, um 1730, 1740.
In einem Hohlraum an der Rückseite der Tischuhr, findet sich Platz für eine Lichtquelle, wie etwa eine Kerze oder Öllampe. Durch den Lichtschein warfen die Ziffern und Zeiger der Uhr schwarzen Schatten auf ein Ziffernblatt aus kostbarster französischer Seide, wodurch ein Ablesen der Zeit auch nachts ermöglicht war.

Die Idee solcher Nachtuhren lässt sich in Italien ab dem 17. Jahrhundert feststellen. Bis ins 19. Jahrhundert erfreute sich das leicht entflammbare, seidige Ziffernblatt großer Beliebtheit, bis es schließlich aufgrund der hohen Brandgefahr durch Scheiben ersetzt wurde.

Der Salzburger Fürsterzbischof Freiherr von Firmian (1727-1744) war ein Landesherr mit herausragendem Wissen über Astronomie und der Berechnung von Zeit, der zahlreiche Chronometer und technische Wunderwerke in Auftrag gab.


Das Wappen der Familie Firmian

Das Wappen der Familie, viergeteilt und mit Herzschild versehen, zeigt das Stammwappen der Familie Firmian mit silbernen Querbalken und Halbmonden, kombiniert mit Hirschstangen, deren Zinken mit goldenen Sternen besetzt sind. Immer wieder schmücken Sterne, Hirsche oder das Wappen selbst kostbare Uhren und geben Hinweise auf ihren Auftraggeber.

Dank der außergewöhnlichen Sammelleidenschaft von Firmian lässt sich im Barock ein Aufschwung in der Herstellung sowie dem Handel von Chronometern und Zeitmessern in Salzburg nachweisen.

Prunkvolle Uhren mit technische Spielereien, aufwendigen Konstruktionen und herausragender Präzision, werden im 17. Jh. und 18. Jh. als Zeichen von Macht, geistigen Fortschritts und Erleuchtung des Herrschers interpretiert. Gestalterische Vielfalt und die Faszination der technischen Spielereien stehen im Vordergrund und zeugen vom Kunstsinn der Fürsterzbischöfe.