Rittersaal, Residenz zu Salzburg

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704)
Battalia / das liederliche Schwärmen der Musquetier, Mars / Die Schlacht Undt das Lamento der Verwundten mit Arien / imitiert Undt Baccho decidiert / von H. Biber / Ao. 1673 / à / 3 Violin / 4 Viol. / 2 Violone / 1 Cembalo

Serenata a 5 für Streicher , „Der Nachtwächter“

Johann Heinrich Schmelzer (um 1623-1680)
Fechtschuel, Balletto à 4 für 2 Violinen, Violetta und Orgel

 

Was ist denn da im Rittersaal los???

Man hört Trompeten und Trommeln (auf Streichinstrumenten gespielt), betrunkene Musketiere, die durcheinandergrölen, Marschmusik, Signale rufen die Reiter zur Schlacht, Kanonenschüsse – und zum Schluss müssen alle, Gewinner und Verlierer, zum Bader.

In der 1673 in Salzburg entstandenen Battalia schildert der fürsterzbischöflche Hofkapellmeister Biber eine Schlacht in Tönen – vollendete Programmmusik, die bezeichnenderweise Bacchus, dem Gott des Weines, gewidmet ist.  Die musikalische Fechtschuel´ seines Wiener Komponisten-und Musikerkollegen Johann Heinrich Schmelzer steht in nichts nach, hier flirren in tonmalerischen Schilderungen die Fechthiebe der Kontrahenten nur so durch den Raum! Für fürstliche Lustbarkeiten komponiert, unterhält diese Musik auch heute noch königlich!

In diesem Kinder- und Familienkonzert werden musikalische Darstellungen militärischer Schlachten von Idyllen des Friedens und der Harmonie abgelöst. Die „Battalia“ und die „Fechtschul ́“ repräsentieren das kriegerische Element, die „Nachtwächterserenade“ die Idylle. So wird ein weiter Bogen der Affekte und Emotionen gespannt, die auch in den Gemälden der Prunkräume zu finden sind.

Das sensible Thema „Krieg“ wird anhand der musikalischen Auseinandersetzung von H.I.F. Biber angesprochen.  Erziehung zum Kampf (Fechten) wurde damals als persönlichkeitsbildende Notwendigkeit gesehen. Anhand der Entwicklung des Fechtens von Kriegskunst zu Sport wird Konfliktlösung durch friedliches und reglementiertes Kräftemessen angesprochen.

Beim gemeinsamen Musizieren kann man auch seine Kräfte messen. Der Begriff „Konzert“ leitet sich von italienisch/lateinisch „concertare“ – miteinander (wett-)streiten ab. Kampf in der Musik ist ein friedliches Kräftemessen, in dem sich durch Tutti und Solo, gemeinsam und einzeln ein solidarisches Miteinander bildet, welches als im Leben Wege zur Konfliktlösung aufzeigt. Der Salzburger Fechtverband wird beim Konzert mitwirken und mit spielerischen Fechtvorführungen Einblicke in den Wandel von Kriegskunst zu friedlichem Sport geben!

 

Benjamin Sattlecker, Bariton
Bach’s New Generation Jugendorchester
Mitglieder des Salzburger Fechtverbandes
Leitung: Michaela Girardi
Moderation: Waltraud Grabherr-Hartinger

 

In Kooperation mit der Salzburger Bachgesellschaft

 


Karten:
Salzburger Bachgesellschaft
Kaigasse 36/I, 5020 Salzburg
Tel.: +43 662435371 0
info@bachgesellschaft.at
www.salzburger-bachgesellschaft.at

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