Der Countdown läuft
Die große Musikausstellung an den Originalspielstätten wird eröffnet!

Zu diesem Anlass findet am Samstag, 18. Juli im Rahmen des regulären Museumsbetriebs eine Preview mit musikalischem Rahmenprogramm im DomQuartier statt.

Feiern Sie mit uns und besuchen Sie das DomQuartier am 18. Juli während der regulären Öffnungszeiten von 10.00 bis 17.00 Uhr, letzter Einlass 16.00 Uhr.

Zu diesem besonderen Anlass gilt an diesem Tag ein ermäßigter Eintrittspreis:

Erwachsene €  10,- / Ermäßigt € 8,-
Jugendliche U 26  € 6,-
Schüler  € 4,-


Überall Musik!
Der Salzburger Fürstenhof – ein Zentrum europäischer Musikkultur 1587-1807

Prunkräume der Residenz, Nordoratorium, Lange Galerie und Museum St. Peter (Musikraum)

19.7. 2020 bis 7.3.2021

>> Mehr zur Sonderausstellung

 

Musikalisches Rahmenprogramm am Samstag, 18. Juli 2020

Salzburger Bachgesellschaft, Leitung Virgil Hartinger

 

10:00 Dombögen (bei Schlechtwetter im Residenzhof)
Salzburger Fanfaren 1
Trompetenaufzüge von P. Ignatius Dautermann und Anton Diabelli
Schwanthaler Trompetenconsort

11:00 Carabinierisaal
Die Anfänge der Hofmusik
Musik von P. Hofhaimer, J. Stadlmayr et al.
Matthijs Lunenburg, Zink
Stefan Konzett, Barockposaune
Robert Schlegl, Barockposaune

12:00 Carabinierisaal
Ein Freundschaftsdienst
Duos KV 423 und 424 (Von Mozart geschrieben, eingereicht bei Hieronymus von Colloredo
für Michael Haydn.)
Frank Stadler, Violine
Herbert Lindsberger, Viola

13:00 Carabinierisaal
Salzburger Liederstrauss 1
Joseph Woelfl: Die Geister des Sees WoO 20
Virgil Hartinger, Tenor
Carlos Goikoetxea, Hammerklavier

14:00 Dombögen (bei Schlechtwetter im Residenzhof)
Salzburger Fanfaren 2
Trompetenaufzüge von P. Ignatius Dautermann und Anton Diabelli
Schwanthaler Trompetenconsort

15:00 Carabinierisaal
Salzburger Liederstrauss 2
1. Ignaz Aßmayer: An Sie
2. Carl Maria von Weber: Wiedersehen Op.30 No.1 (Text von André Wallner, Redakteur der Kaiserlich und Königlich Privilegierten Salzburger Zeitung, heute: Salzburger Landeszeitung)
3. Johann Michael Haydn: Die Seeligkeit der Liebe MH 783 (Salzburg 1800)
4. Anton Diabelli: Der schwere Tod

 

Virgil Hartinger über die musikalische Begleitung der Preview

Die Salzburger Bachgesellschaft hat sich seit ihrer Gründung die Förderung und Verbreitung von weniger bekannten Salzburger Musikkompositionen auf die Fahnen geheftet. Aufgrund dieser langjährigen Tätigkeit wurden wir gebeten, die feierliche Preview der Ausstellung: „Überall Musik! Der Salzburger Fürstenhof – ein Zentrum europäischer Musikkultur 1587 –1807“ musikalisch zu kuratieren.

Eine einzigartige Vielfalt an exzellenter Musik am Salzburger Hof, die europaweit ihresgleichen sucht, erschwert jedoch eine Auswahl beträchtlich. Da jedoch die jetzige Situation große Orchester- und Chorwerke von selbst ausschließt, steht am heutigen Tage die Salzburger Kammermusikkultur im Zentrum.
Oft ist die Qualität von Musik nicht ein Garant für Bekanntheit und auch ist heute oft vergessen, was zu seiner Zeit bekannt und berühmt.

Es seien nur einige Komponisten der präsentierten Stücke kurz erwähnt:

Paul Hofhaimer (1459-1537) war einer der ersten Salzburger Musiker, die zu internationaler Berühmtheit gelangten. Er war vorwiegend in Süddeutschland tätig, sein Ruhm zog aber viel weitere Kreise, so versuchte ihn die ungarische Königin Beatrix von Aragon vergeblich zu überzeugen in ihre Dienste zu treten. Er war u.a. in Innsbruck, Dresden, Augsburg, Passau und Wien tätig und beschloss seinen Lebensabend als Domorganist in Salzburg.

Aus Pater Ignatius Dautermanns (1642-1698) Feder flossen die Trompetenaufzüge, die zur Eröffnung erschallen. Der aus Werfen stammende Augustiner Fr. Ignatius war Regens chori der Kirche in Mülln und Superior in Salzburghofen und ging seiner musikalischen und geistlichen Berufung mit Kunstfertigkeit und Eifer nach, so brachte er es bis zum Prior in Hallein und Subprior im damals Salzburgischen Tittmoning. (Eine Einspielung der Aufzüge ist auf der CD Musica Sacra Salisburgensis: Pfingsten Barock 2001 der Salzburger Bachgesellschaft zu hören.)

Die Duos für Violine und Viola (KV423 und 434) wurden von Mozart während eines Besuchs in Salzburg für Michael Haydn komponiert. Haydn konnte aufgrund einer Erkrankung den Auftrag des Erzbischofs nicht fristgerecht erfüllen und wurde von selbigem mit der Zurückhaltung seiner Bezüge bedroht. Der Erzbischof Hieronymus von Colloredo gab Haydn den Auftrag eine Serie von Duetten zu schreiben, da er selbst ein ausgezeichneter Dilettant an der Geige war. Mozart beschenkte, unter Haydns Namen, seinen ehemaligen Dienstgeber mit überaus schwierigen und delikaten Stücken. Michael Haydn bewahrte diese Zeichen von Zuneigung und Freundschaft wie ein Heiligthum im Original auf.

Joseph Woelfl (1773-1812) wuchs im Wohnhaus Michael Haydns (Festungsgasse 4) auf. Er erhielt eine exzellente Ausbildung im Salzburger Kapellhaus und war Privatschüler von Leopold Mozart und Maria Anna Mozart. Der Verwalter-Seppl, wie ihn die Mozarts nannten, entwickelte sich zum internationalen Klavier-Superstar. Seine Opern und Singspiele waren äußerst erfolgreich und seine Virtuosität am Klavier brachten ihm Erfolg und Reichtum. Er starb jedoch sehr jung wären eines musikalisch und wirtschaftlich erfolgreichen Aufenthaltes in London.
Der gebürtige Müllner Ignaz Aßmayer (1790-1862) war u.a. Schüler von Michael Haydn und Freund von Franz Schubert und brachte es sogar bis zur Stellung des Hofkapellmeisters in Wien. In dieser Funktion prüfte er 1854 den großen Anton Bruckner auf der Orgel.

Die internationale Vernetzung der Musikkultur und die Konsequente Förderung selbiger am Fürstenhof, bestellte durch die Jahrhunderte den Boden für eine ungewöhnlich fruchtbare Musikproduktion und vergleichsweise hohe Dichte an hochklassigen Musikern in Salzburg. Dieser kleine Querschnitt soll Lust aufs Entdecken verborgener Schätze der Salzburger Musikgeschichte machen und die Ausstellung Überall Musik! im DomQuartier ist der ideale Ausgangspunkt diese Lust am Entdecken noch weiter zu vertiefen.