Seit 800 Jahren wird Franz von Assisi wie kein anderer Ordensgründer verehrt, bis heute ist seine Popularität über Konfessionsgrenzen hinaus ungebrochen. Dazu trug auch der verstorbene Papst Franziskus bei, der sein Pontifikat programmatisch auf die Ideale des hl. Franz ausgerichtet hatte.
Franz von Assisi bezog durch seine kompromisslose Orientierung an der Lehre Christi eine radikale Gegenposition zu den herrschenden Bedingungen in Kirche und Gesellschaft. Indem er für eine Erneuerung nach dem Wortlaut des Evangeliums eintrat, erhoben ihn spätere kirchliche Reformbewegungen zur Leitfigur. So berief sich die katholische Reform nach dem Konzil von Trient in erster Linie auf das Vorbild des hl. Franziskus und nicht von ungefähr nimmt er gerade im Salzburger Dom so viel Raum ein wie die Muttergottes – mehr als jeder andere Heilige. Jede Zeit fand ihren eigenen Zugang zum Heiligen aus Assisi und deutete sein Erbe immer wieder neu.
Anlässlich des 800. Todestags Franz von Assisis plant das Dommuseum in Kooperation mit dem Verein Franziskanische Forschung in Münster eine Ausstellung, die sein Leben, aber auch sein Nachwirken beleuchten soll. Ausgehend von den wichtigen Stationen und Themen des Franziskus ist zu fragen, wie sein Vermächtnis – wie Gottesbeziehung, Glaubensverkündigung, der Einsatz für Arme und Kranke und für den Frieden sowie die Verbundenheit mit der Schöpfung – über die Jahrhunderte gelebt und interpretiert wurden.
Die Person des Ordensgründers und franziskanisches Leben in seiner Nachfolge sollen anhand von Zeugnissen aus allen Kunstgattungen, durch Schrifttum und Gebrauchsgegenstände vom Mittelalter bis zur Gegenwart nahegebracht werden.
Vorgesehen sind Exponate aus Österreich, Südtirol, Deutschland und der Schweiz. Ergänzend zur Ausstellung wird ein umfangreicher Katalog mit Aufsätzen und Exponatbeschreibungen erscheinen.
Franz von Assisi hat eine Bewegung initiiert, die 800 Jahre nach seinem Tod immer noch lebendig ist. Um dies zu verdeutlichen, werden in den Ausstellungsräumen Angehörige franziskanischer Ordensgemeinschaften Besucherinnen und Besuchern für Fragen nach ihrem Leben als Franziskanerin/Franziskaner zur Verfügung stehen.
Kuratorenführungen*
SA 30. Mai 2026 ∙ 11 Uhr
MI 3. Juni 2026 ∙ 15 Uhr
MI 16. September 2026 ∙ 15 Uhr
SA 31. Oktober 2026 ∙ 11 Uhr
Führungen
SA 20. Juni 2026 ∙ 11 Uhr
MI 8. Juli 2026 ∙ 16 Uhr
MI 5. August 2026 ∙ 16 Uhr
SA 22. August 2026 ∙ 11 Uhr
SA 5. September 2026 ∙ 11 Uhr
MI 14. Oktober 2026 ∙ 15 Uhr
Gesprächsreihe*
Jeweils Führung um 17 Uhr, mit anschließendem Gespräch und Umtrunk
FR 26. Juni 2026: “Spannungen fruchtbar machen. Zur Aktualität franziskanischer Spiritualität heute”, mit P. Cornelius Bohl OFM, Fulda
FR 3. Juli 2026: “Vom Poverello zum Popstar: Wie das Kino Franziskus neu erfindet”, mit Mirko Breitenstein, Dresden
FR 11. September 2026: “Franziskus und seine Orden: Synodal und demokratisch?”, mit Sr. Katharina Kluitmann OSF, Münster
FR 25. September 2026: “Caritas, Kredit und Wohlfahrt. Die Franziskaner und die Monti di Pietà (Italien 15.-16.Jh.)”, mit Tanja Skambraks, Graz
*Anmeldung erforderlich: anmeldung@domquartier.at
Onlinetickets: shop.domquartier.at
Anlässlich des Todestages von Franz von Assisi gibt es eine Vortragsreihe: Theologie im Zeichen der Zeit. 800 Jahre Franz von Assisi. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr und finden abwechselnd an der Katholisch-Theologischen Fakultät und im Franziskanerkloster statt.
Den Auftakt macht am Dienstag, 10. März 2026, Guardian P. Mag. Thomas Hrastnik OFM (Salzburg) „Leben gegen den Trend – franziskanische Christus-Nachfolge in Geschwisterlichkeit und Verkündigung“, Ort: Katholisch-Theologische Fakultät, Hörsaal 101
Katalog zur Ausstellung
Der Ausstellungskatalog erscheint im Juli und enthält neben Beschreibungen der Ausstellungsobjekte vertiefende Aufsätze zu franziskanischen Themen.
LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Katalog zur 46. Sonderausstellung des Dommuseums Salzburg, 24. Mai bis 2. November 2026 in Kooperation mit dem Verein Franziskanische Forschung, Münster
Herausgeber: Reinhard Gratz, Florian Mair, Benedikt Mertens, Bernd Schmies
Salzburg 2026
ISBN: 978-3-901162-32-9
Vorbestellung möglich unter: dommuseum@eds.at

