Wussten Sie, dass Ultramarin als „Diamant aller Farben“ bezeichnet wird; dass grüne Farbe auch aus giftigem Grünspan gewonnen und dass viele Künstler an den Folgen einer Bleiweissvergiftung starben?

Wie die Bilder gemacht wurden ist das Thema dieser Sonderpräsentation, die 1996 erstmals gezeigt und wegen des anhaltend großen Publikuminteresses in neuer Gestaltung nun in das Ausstellungsprogramm aufgenommen wurde.

Das Anreiben der Farben war bis ins 19. Jahrhundert die mühevolle und oft gesundheitsschädliche Arbeit der Lehrlinge. Maler und Werkstätten experimentierten mit Malmitteln, übernahmen und erfanden Rezepturen, die oft charakteristische Elemente ihrer Kunst bildeten. Besonders wertvoll und für viele Künstler unerschwinglich war das aus Persien eingeführte und mühsam herzustellende Ultramarin aus geriebenem Lapislazuli. Beste Sorten wurden bereits im 16. Jh. mit Gold aufgewogen.

Anhand von ausgewählten Meisterwerken aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg wird der Entstehungsprozess von Kunstwerken veranschaulicht und Einblick in die Rezepturen der Künstler genommen. Besonders bemerkenswerte „Werkspuren“ in den Gemälden werden durch Detailaufnahmen fotografisch dokumentiert.

Mit freiem Auge können deutlich sichtbare Spuren von Malwerkzeugen, Bildträgern sowie Pentimenti/Reuespuren verfolgt werden. Bei Pentimenti handelt es sich um eigenhändige Korrekturen der Meister noch während der Arbeit. So wird das aufmerksame Publikum auf seiner „Pentimentijagd“ durch die Sammlung zum Zeugen eines längst vergangenen Malprozesses.

Das Zentrum der Präsentation bildet ein prächtiges Spektrum von Pigmenten = aus verschiedenen Mineralien und Pflanzen gewonnener Farbstaub.

 

Kuratorin: Dr. Erika Oehring, Residenzgalerie Salzburg

Katalog: Erika Oehring, Ultramarin & Muschelgold. Wie die Bilder gemacht wurden, Residenzgalerie Salzburg/Domquartier Salzburg, 2018, € 16,90, ISBN 978-3-901443-47-3
(Nach 20 Jahren erweiterte Neuauflage des Buches „Grünspan & Schildlaus. Meister der Residenzgalerie Salzburg und ihre Arbeitsweisen“, 1998, 3. Auflage

Kooperationspartner
Naturfarben Manufaktur www.bautrix.com
PIGMENT MANUFAKTUR Teisendorf

Pigment Manufaktur Teisendorf

 

Pigmente (c) U. Ghezzi, 2017