Der Ring, den das kleine Kind der jungen Frau übergibt, liefert den entscheidenden Hinweis: Sie ist die heilige Katharina, eine frühchristliche Märtyrerin. In einer Vision erschien ihr Jesus und vermählte sich mit ihr durch das Anstecken eines Rings. Dies gilt als Sinnbild für ihre Hingabe an Christus. Das Gemälde schuf Johann Michael Rottmayr um 1710 als Altarbild für die Privatkapelle von Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach. Im Zentrum steht das nur mit einem Tuch umwickelte Jesuskind, das von seiner Mutter Maria liebevoll gehalten wird. Katharina blickt erwartungsvoll zu ihm auf; den rechten Arm hat sie erhoben, um den Ring entgegenzunehmen. Das andere Kind im Vordergrund ist Johannes der Täufer, der das Geschehen beobachtet. Im Hintergrund steht der bärtige Joseph als Beschützer seiner Familie. Oben erscheinen inmitten von Wolken Gottvater und die Taube des Heiligen Geistes. Bemerkenswert ist die Farbigkeit des Gemäldes, die auch in dem fensterlosen Raum zur Geltung kommt.