Violetter Balken

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Weihnachten im DomQuartier

Freuet euch sehr! 
Bilder zur Weihnachtsgeschichte

„Freuet euch sehr“, heißt es in einem Adventlied zum bevorstehenden Geburtstagsfest des Erlösers. Der Engel verkündet den Hirten „eine große Freude“, die Sterndeuter sind „von sehr großer Freude erfüllt“, als sie den Messias finden. „Freude“ wird in den Evangelientexten zur Weihnachtsgeschichte mehrfach geäußert.

Hirtenspiele, Krippen und andere Werke der bildenden Kunst fordern alljährlich zum sinnlichen Nacherleben des Weihnachtsereignisses auf und erfreuen ein breites Publikum. In den Darstellungen sind die knappen Berichte der Evangelisten Matthäus und Lukas bereichert durch symbolische Interpretationen und farbenprächtige Ausschmückungen, die so selbstverständlich hinzugehören, als wären sie biblischen Ursprungs – etwa der Stall von Bethlehem, Ochs und Esel und die Könige aus drei Kontinenten.

Die kleine Ausstellung im Dommuseum (Südoratorium) erzählt anhand von Bildern und Skulpturen die Weihnachtsgeschichte von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten und Darbringung im Tempel.


Virtuelle Führung, Teil 1

vom 25. November 2021, Dr. Reinhard Gratz über den Krippenbaum im Dommuseum anlässlich der Weihnachtsausstellung.
Krippenbaum 1962, Gustav Resatz (* Wien 1903, † Salzburg 1962), Holz, gefasst, Leihgabe der Stadtpfarrkirche hl. Erentrudis in Herrnau, Salzburg

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Virtuelle Führung, Teil 2

vom 3. Dezember 2021, Dr. Reinhard Gratz über den Engel im Dommuseum anlässlich der Weihnachtsausstellung.
Engel um 1906, Josef Bachlechner d. Ä. (1871–1923), Holz, gefasst, Pfarrkirche St. Andrä, Salzburg

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Führungen & Rahmenprogramm

 

(Abgesagt) „Sehnsucht nach dem Licht“ – Gespräch mit Prälat Dr. Johannes Neuhardt
Das Gespräch findet im Anschluss an die Führung durch die Weihnachtsausstellung im Dommuseum durch Dr. Reinhard Gratz statt. Moderation: Dr. Romy A. Hofmann
Mi, 24. November , 17.15 Uhr
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Weihnachtliche Führung „Freuet euch sehr!“
mit anschließendem traditionellem Turmblasen auf der Dombogenterrasse und Schmankerln vom Salzburger Christkindlmarkt.

Do, 25. November, Do, 2. Dezember, Do, 9. Dezember, Do, 16. Dezember, Do, 23. Dezember 
Ab 17.30 Uhr
Dauer: 2 Stunden
Preis pro Person: € 19,— / Kinder € 5,—
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Anmeldung
unter +43 662 80 42 21 09 oder per E-Mail: office@domquartier.at


PLUSpunkte

Ausstellung anlässlich des 400-Jahr-Jubliläums der Paris Lodron Universität Salzburg

Mit barockem Schwung wurde vor 400 Jahren die Universität Salzburg gegründet. Ihre Strahlkraft reichte schon nach wenigen Jahrzehnten weit über die Grenzen des Landes. Große Namen der Geschichte aus Politik, Kunst und Kultur sind mit ihr verbunden und führen Rankings der Wissenschaft und Künste an. Was man damals für das Leben lernte, hat noch heute vielfach Glanz. Selten gezeigte Pretiosen der universitären Schatzkammer illustrieren die Entwicklung von Wissenschaft im Herzen Europas, eine in die Zukunft weisende Erfolgsgeschichte. 

„Zurück in die Zukunft“ lautet daher ein Motto der 400-Jahre-Jubiläumsausstellung, die Einblicke in die erfolgreiche Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht, aber auch Ausblicke in die universitäre Zukunft eröffnet: Steigende Attraktivität im internationalen Wettbewerb. Innovative Konzepte für die Herausforderungen der Digitalisierung. Nachhaltige Visionen für die nächsten 400 Jahre.

Das DomQuartier bietet den idealen Rahmen für diese Ausstellung zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Universität Salzburg. Gemeinsam treten Museum und Universität in Interaktion mit dem Publikum, um Antworten auf die Fragen von morgen zu finden: eine Initialzündung für die Zukunft!

 

Blick hinter die Kulissen … Im Rahmen der Vorarbeiten zur Ausstellung

… das war der Kinder-Workshop „Blick hinter die Kulissen der Jubiläums-Ausstellung“
Zur Entwicklung des Mitmachheftes für die Ausstellung vom 6. und 7. September (Gruppe 1) sowie 8. und 9. September 2021 (Gruppe 2)

 

Öffentliche Führungen

Samstags
29. Jänner, 12. Februar, 12. März, 23. April, 7. Mai, 11. Juni,23. Juli, 27. August, 17. September, 29. Oktober · jeweils 11 Uhr

Mittwochs · jeweils 15 Uhr
2. Februar, 20. April, 18. Mai, 1. Juni, 14. September, 19. Oktober · jeweils 15 Uhr

Mittwochs · jeweils 16 Uhr
6. Juli, 24. August

Gesprächsreihe und Führung

Mittwochs · jeweils 17 Uhr, Eintritt frei!

16. März: Arne Bathke und Christina Antenhofer: Digital life: Die digitale Wende in Kunst und Kultur – Chancen und Herausforderungen

23. März: Elisabeth Klaus und Matthias Weiß: Beziehungen: Kunst – Wissenschaft – Gesellschaft

30. März: Nicola Hüsing und Claudia Wöhle: Die grüne Universität

6. April: Günter Amesberger und Nathan Weisz: Health, Mind & Motion.

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

 

Anmeldungen für alle Veranstaltungen erforderlich:

office@domquartier.at
+43 662 80 42 21 09

 

Weitere und aktuelle Informationen im Veranstaltungskalender.

 


Meisterwerke
Residenzgalerie Salzburg

Meisterwerke aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg

Den Kern der Präsentation bilden Rembrandts Betende alte Frau sowie holländische und flämische Gemälde seiner Zeit, die das Land Salzburg aus der altösterreichischen Adelssammlung Czernin erwarb und die zum wertvollsten Gemäldebestand des Landes zählen. Zu sehen sind wegweisende Landschaftsbilder von Jan van Goyen, Aelbert Cuyp, Paulus Potter und Salomon van Ruysdael ebenso wie das berühmte Frühstücks-Stillleben von Jan Davidsz. de Heem. Porträts und Genrebilder verdichten die Eindrücke der niederländischen Malerei der Zeit, die durch Glanzstücke des Französischen, Italienischen und Österreichischen Barock abgerundet werden.

Ein weiterer wichtiger Teil der Ausstellung widmet sich dem hochkarätigen Bestand der österreichischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind Ferdinand Georg Waldmüllers Kinder im Fenster, Ansichten Salzburgs von Friedrich Loos und Johann Fischbach sowie Meisterwerke aus der Hand Hans Makarts.

Mehr über die Sammlung der Residenzgalerie Salzburg.


Johannes Nepomuk – Salzburgs Fünf-Sterne-Patron

Johannes Nepomuk

Zum 300-Jahr-Jubiläum seiner Seligsprechung

Das Dommuseum besitzt seit der Übernahme einer großen Privatsammlung 2017 einen außergewöhnlichen Bestand von Johannes Nepomuk-Objekten. Es liegt daher nahe, anlässlich des Jubiläums der Seligsprechung des böhmischen Märtyrers ausgewählte Stücke aus diesem Sammlungsbestand zu zeigen, ergänzt durch Werke aus kirchlichem und privatem Besitz.

Themen sind die Lebensgeschichte und die Geschichte der Nepomuk-Verehrung, die in der Zeit der Rekatholisierung nach dem Dreißigjährigen Krieg einen ungeheuren Aufschwung nahm. 1721 selig- und 1729 heiliggesprochen, wurde Johannes Nepomuk ein „Modeheiliger“ der Barockzeit – gerade auch in Salzburg, wo die Fürsterzbischöfe Franz Anton Harrach und Leopold Anton Firmian seinen Kult förderten. Viel früher schon, lange vor der Selig- und Heiligsprechung, hat ihn Johann Michael Rottmayr bereits 1697 im Fresko der Dreifaltigkeitskirche unter die Heiligen versetzt. Johannes Nepomuk, seit 1736 zweiter Diözesanpatron (nach Rupert und Virgil), ist auch sonst im öffentlichen Raum überaus präsent. Im Stadtgebiet verstreut stehen mehrere Marmorfiguren des Bildhauers Josef Anton Pfaffinger und landauf, landab finden sich zahlreiche „Brückenheilige“, Bilder und Figuren in Kirchen und Kapellen.


Die Ausstellung muss auch danach fragen, was uns Johannes Nepomuk heute zu sagen hat. Immerhin ist er nicht nur Patron gegen alle Wassergefahren, sondern auch gegen böse Zungen, gegen üble Nachrede. Somit steht er für Anliegen, die mehr denn je aktuell sind, wenn man an all die Unfreundlichkeiten und „Fake News“ denkt, die in sozialen Netzwerken kursieren.

 

Das Begleitheft zur Ausstellung (€ 11,90) erhalten Sie im Museumsshop oder Online.

 

Auszug der Gemälde und Exponate

Öffentliche Führungen

  • Samstag, 10.30 Uhr
    22. Mai, 19. Juni, 23. Oktober, 13. November
  • Samstag 11.00 Uhr
    29. Mai (Museumswochenende)
  • Mittwoch, 16.30 Uhr
    21. Juli, 4. August
  • Mittwoch, 15.00 Uhr
    1. September

Treffpunkt: Residenzgalerie

 

Weitere Information über das Dommuseum


Natur wird Bild
Österreichische Barocklandschaften

Ausstellung zur österreichischen Barocklandschaft

Natur als Kunstgenuss. Landschaft als Motiv. Vom Wind gebeugte Bäume, das Farbenspiel der Blätter in lichtdurchfluteten Wäldern, ein herannahendes Gewitter, der gefahrenvolle Weg über einen Gebirgspass, die an einem lauschigen Plätzchen rastende Jagdgesellschaft, das kurzweilige Treiben eines Jahrmarktes vor landschaftlicher Kulisse – dies und vieles mehr bannten österreichische Barockmaler von 1600 bis 1800 auf Leinwände, Kupferplatten und Holztafeln. Die Bildformate reichten von postkartengroßen Kabinettstücken bis hin zu über zwei Meter breiten Leinwandgemälden. Adelige, kirchliche und bürgerliche Sammler des 18. Jahrhunderts schätzten die vielfältigen Darstellungsarten. Vergleiche mit niederländischen, italienischen und französischen Vorbildern sowie der Stilwechsel um 1800 runden die Präsentation ab.
Die erste umfassende Ausstellung zur österreichischen Barocklandschaft trägt dem an ihr gesteigerten Interesse der letzten Jahre Rechnung.


Albert Christoph Dies, Gewitterlandschaft mit Hohem Staufen

Leihgaben langjähriger Partner

Mit besonderer Unterstützung von:
Belvedere, Wien
sowie Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien;
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections. Vaduz–Vienna;
Kunsthistorisches Museum, Wien;
Salzburg Museum und Privatleihgebern.

Künstler

Ch. H. Brand, J. Ch. Brand, A. Ch. Dies, J. E. Dorfmeister, J. A. Eismann, A. Enzinger, A. Faistenberger, G. J. Faistenberger, F. P. de Ferg, I. Flurer, J. (J. B.) Graf, N. Grund, J. Ph. Hackert, J. J. Hartmann, F. Ch. Janneck, J. Orient, A. Querfurt, J. N. Lauterer, H. C. Memberger, J. Mössmer, M. v. Molitor, A. Nesselthaler, J. G. Platzer, J. Rebell, J. Roos d. Ä., J. M. Rottmayr, C. Ph. Schallhas, F. Scheyerer, M. J. Schinnagl, J. N. Schödlberger, F. G. Waldmüller, M. Wutky


Landschaft mit Hirten und Herde auf einem Ölgemälde

Anton Faistenberger, Landschaft mit Hirten und Herde

 

Idee und Konzept:
Dr. Thomas Habersatter

Kuratoren
Dr. Thomas Habersatter
Mag. Astrid Ducke

 

Den Katalog zur Ausstellung ist (€ 18,90) erhalten Sie im Museumsshop oder Online.


 

 

Online-Gustostückerl

Die erste Etappe startet im hohen Norden, im heutigen belgischen Raum, damals flämischer Raum, mit einer Landschaftsmalerei die sehr aussagekräftig war. Die flämische Malweise wurde zu einem wichtigen Vorbild für die österreichische Barocklandschaft. Weitere Etappen folgen und werden hier veröffentlicht.

Begleiten Sie Astrid Ducke und Thomas Habersatter bei einem virtuellen Spaziergang durch die Ausstellung.

 

Kuratorenführungen 2021/2022

SA 31. Juli, 28. August, 11. September*, 16. Oktober*, 27. November, 11. Dezember* 2021 , 29. Jänner 2022 · jeweils 10.30 Uhr
MI 11. August · 16.30 Uhr
MI 15. September*, 13. Oktober*, 3. November, 1. Dezember* 2021, 12. Jänner 2022· jeweils 15 Uhr

mit Dr. Thomas Habersatter bzw. Mag. Astrid Ducke*
Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

Gustostückerl 2021

MO · jeweils 16 Uhr
8. November: „Anton Faistenberger“ mit Dr. Thomas Habersatter
15. November: „Jagdbilder“ mit Mag. Astrid Ducke
22. November: „Ideale Landschaft“ mit Dr. Thomas Habersatter
29. November: „Gebirgsansichten“ mit Dr. Thomas Habersatter

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

Gesprächsreihe 2022

MI 18 Uhr, Eintritt frei!
12. Jänner: „Italienische Landschaft“ mit Mag. Norbert Grillitsch
19. Jänner: „Flämisch-Holländische Landschaft“ mit Dr. Erika Oehring
26. Jänner: „Französische Landschaft“ mit Dr. Thomas Habersatter

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

 

Anmeldungen für alle Veranstaltungen erforderlich:

office@domquartier.at
+43 662 80 42 21 09

 

Mehr über die Sammlung der Residenzgalerie Salzburg.


Überall Musik!
Salzburg als ein Zentrum europäischer Musikkultur 1587-1803

Prunkräume der Residenz, Nordoratorium, Lange Galerie und Museum St. Peter (Musikraum)

Musikalische Entdeckungsreise an den Originalspielstätten

Das DomQuartier widmet sich in „Überall Musik!“ der großen musikalischen Tradition Salzburgs, die untrennbar mit der Geschichte und den Räumen des Residenz- und Dombereichs verbunden ist und  schon lange vor den Salzburger Festspielen begründet wurde.

Glanzvolle Zeiten, illustre Gäste, prachtvolle Feste und herrliche Musik, ein internationales Staraufgebot und bedeutende Premieren gab es dereinst schon unter den Fürsterzbischöfen. Deren Fest-Spiele fanden im 17. und 18. Jahrhundert an heute noch existierenden Orten wie der Residenz, dem Dom und den eigens dafür gebauten öffentlichen Plätzen statt.


Zum Auftakt die Toccata aus Claudio Monteverdis L’Orfeo:


 

Hinter den Kulissen…

Virigl Vidrich, welcher zusammen mit Hans Kudlich für die Gestaltung der Musikausstellung verantwortlich war, erzählt über die Bedeutung der verschiedenen Ausstellungselemente.

 

 

„Überall Musik!“ lädt dazu ein, in die Zeit der Fürsterzbischöfe und ihrer Hofkomponisten einzutauchen, erzählt von pompösen Events für hohe Gäste, von großen und kleinen Feiern zu besonderen Anlässen, von Abendunterhaltungen in exklusivem Rahmen und von Musikern, die ein unentbehrlicher Bestandteil dieses breitgefächerten fürstlich-repräsentativen Festbetriebes gewesen sind.

In der Langen Galerie St. Peter werden unter dem Motto „Recreatio“ Originale aus dem bedeutenden Musikalienbestand der Erzabtei gezeigt, im Musikraum des Museums St. Peter kann man das berühmte Claviorganum bestaunen, weiters werden Kompositionen von W. A. Mozart und Michael Haydn für St. Peter präsentiert sowie ein Blick auf das benediktinische Universitätstheater geworfen, war doch die reiche Theatertradition Salzburgs im 17. und 18. Jahrhundert untrennbar mit der Benediktineruniversität verbunden. 

Rittersaal DomQuartier Salzburg

Im Rittersaal wurden frühe Werke W. A. Mozarts erstaufgeführt.

Das DomQuartier beleuchtet die Musikgeschichte Salzburgs ab Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (reg. 1587-1612), der mit seiner Neuregelung der „hochfürstlichen Musica“ die Basis für eine lang anhaltende musikalische Blütezeit schuf.

Die Hofkomponisten hatten alle Bereiche, die im kirchlichen und weltlich-höfischen Leben eine Rolle spielten, mit Musik zu beliefern, die neuen Kompositionen einzustudieren und die Aufführungen zu leiten. Sie schrieben für Kirche, (fürstliche) Kammer und Theater. Alle gängigen und damals modernen musikalischen Gattungen wurden gepflegt.

Unter den Musikern, die in Salzburg wirkten, finden sich bedeutende Persönlichkeiten wie Stefano Bernardi, Abraham Megerle, Heinrich Ignaz Franz Biber, Georg Muffat oder Antonio Caldara. Zur Mitte des 18. Jahrhunderts ließen Leopold und Wolfgang Amadé Mozart sowie Michael Haydn, der jüngere Bruder Joseph Haydns, den Glanz vergangener Epochen noch einmal aufleuchten.

Die Ausstellungsgestalter – Virgil Widrich (checkpointmedia) und Hans Kudlich (Studio Kudlich) – entwickelten punktuelle moderne architektonische Interventionen, die den damaligen Fest- und Musikbetrieb erlebbar machen und der Phantasie der Besucherinnen und Besucher als installative Projektionsfläche dienen. Gerade das Spannungsfeld, das die erkennbar heutigen Erinnerungskommentare aufbauen, macht die Authentizität der historischen Räumlichkeiten umso mehr spürbar.

Die sinnliche Erkundungsreise durch mehr als 200 Jahre Salzburger Musikgeschichte umfasst mit den Prunkräumen der Residenz und dem Dombereich einzigartige originale Spielstätten weltlicher und geistlicher Musik.

Begleitet wird man von Musik (Hörstationen und Raumbeschallung), die einst für diese Räume geschrieben wurde, die in diesen Räumen erklungen ist. Diese unmittelbare Verbindung von Thema, Raum und Klang ermöglicht ein besonderes Ausstellungserlebnis.

 

Virtuelle Tour durch die Ausstellung in den Prunkräumen

 

Ein Blick in die Ausstellung

Zu Gast bei den Fürsterzbischöfen in Salzburg

An den Höfen weit verbreitet und beliebt waren Divertimenti mit ihrem heiteren, tanzartigen Charakter. Diese tragen ihre Bestimmung schon in der Gattungsbezeichnung: Seit Ende des 17. Jahrhunderts diente „Divertimento“ (ital.: Vergnügen) als Bezeichnung für unterhaltsame Musik.
Für die Ausstellung wurden die einzelne Szenen im „Weißen Saal“ auf mehrere Stelen projiziert, in diesem Video sind alle zu einem Ganzen zusammengeführt.

Video: Virgil Widrich, checkpointmedia

Zu einem höfischen Fest eingeladen zu werden, war nicht nur ein Zeichen persönlicher Wertschätzung. Gegenseitige Besuche dienten der Festigung politischer Beziehungen und der Repräsentation. Man zeigte, wer man war. Je glanzvoller das Fest, je erlauchter die Gäste, desto höher der eigene Status. Die Gäste erwarteten sich vor allem gute Unterhaltung.
Die Gästeliste der Fürsterzbischöfe war lang und prominent, einige dieser namhaften Gäste bewegen sich im Video zur Musik von Leopold Mozart, Michael Haydn und Wolfgang Amadé Mozart.

 

Begleitmedien zur Ausstellung:

  • Der Katalog zur Ausstellung ist im Shop der Residenzgalerie Salzburg und online um € 14,90 erhältlich.
  • Die App zur Ausstellung enthält weiterführende Texte, Musikbeispiele und Videos über Salzburgs Musikgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert. Und das an den Originalspielstätten im DomQuartier Salzburg.

Öffentliche Führungen »Überall Musik!«

Mittwoch, 15 Uhr
13. Jänner, 17. Februar 2021, 7. April, 12. Mai,  29. Mai, 22. September, 27. Oktober, 17. November, 8. Dezember, 29. Dezember 2021

Mittwoch, 16.30 Uhr
14. Juli, 18. August

Samstag, 10.30 Uhr
23. Jänner, 24. April, 9. Juni, 26. Juni, 24. Juli, 7. August, 4. September, 9. Oktober, 6. November, 18. Dezember 2021
Treffpunkt: Carabinierisaal

>> Weitere Details zu den Führungen


Musikalisches Rahmenprogramm

Das umfassende musikalische Rahmenprogramm ist auf die Themen und Inhalte der Musikausstellung abgestimmt und erweckt die Musik, die damals hier live erklungen ist, zu neuem Leben. Die Konzeption erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft und deren Generalsekretär Peter Peinstingl.

Mittwoch, 19 Uhr
8. September, 13. Oktober, 1. Dezember, 22. Dezember 2021
Tickets: Salzburg-Ticket-Service, Tel. +43 662 840 310, www.salzburgticket.com

Kooperation DomQuartier Salzburg und Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft Salzburg
Konzeption und künstlerische Leitung: Stiftskapellmeister Peter Peinstingl

Weitere Kooperationspartner:
Universität Mozarteum Salzburg, Musikum Salzburg Stadt, Salzburger Bachgesellschaft

Johann Michael Haydn Gesellschaft Kooperationspartner DomQuartier SalzburgUniversität Mozarteum Kooperationspartner DomQuartier Salzburg Musikum Salzburg Stadt Kooperationspartner DomQuartier   Salzburger Bachgesellschaft Kooperationspartner DomQuartier

 

Spezial-Kreativ-Kids-Club
Donnerstag, 15.00 Uhr
6. Mai, 24. Juni 2021
Treffpunkt: Residenzgalerie, Kunstlabor

>> weitere Informationen zu den Terminen in der Veranstaltungsübersicht

 

Verkleiden in barocker Kulisse

Fotostation im DomQuartier

Rätsel- und Hands-on Stationen für die ganze Familie

Speziell zur Musikausstellung gibt es Rätsel- und Hands-on Stationen für die ganze Familie zum Erleben, Tüfteln und Selbermachen. Egal ob Perücken frisieren, barocke Kostüme probieren, Selfies beim Fotopoint machen und vieles mehr – für jede/n ist garantiert etwas dabei.
Hol dir dazu die „Überall Musik! EntdeckerInnen – Karte“ an einer der Kassen des DomQuartiers und begib dich gemeinsam mit der Familie Maus auf eine spannende Reise in die Welt der Musik zur Zeit der Fürsterzbischöfe – und das an originalen Schauplätzen.

Hier geht´s zu den Lösungen für die EntdeckerInnen-Karte.


Unser Hauptsujet zur Ausstellung vereint mehrere Interessen: eine Darstellung der vielen Aspekte des höfischen Lebens im 17. und 18. Jahrhundert, gepaart mit Themen, die Vorgänge hinter den Kulissen der Inszenierungen beschreiben. >> Mehr dazu

 

Änderung vorbehalten.


Sonderpräsentation „Ostern“ im DomQuartier

Ostern ist das christliche Fest der Erlösung

Die Evangelientexte zu Passion und Auferstehung Christi haben in der bildenden Kunst unübersehbaren Niederschlag gefunden. Auch im DomQuartier, in Dauer- und Sonderausstellungen sowie auf der Orgelempore des Domes mit Blick nach oben begegnen Leiden, Tod und Auferstehung Christi in zahlreichen Bildern.

 

Eine kleine „digitale Ausstellung“: mit ausgewählten Gemälden und Skulpturen aus Dom, Dommuseum und Residenzgalerie geleiten wir Sie durch Karwoche und Osterfeiertage.


Digitale Oster-Präsentation!
Klicke auf die Bilder für eine vergrößerte Ansicht

 

Im Detail …

 

Palmsonntag

Einzug in Jerusalem, um 1625/1630, Arsenio Mascagni

Einzug in Jerusalem, um 1625/1630, Arsenio Mascagni, Dom

Auf der Westempore mit der großen Domorgel hat man den besten Blick auf den „Einzug in Jerusalem“ am Gewölbe über dem südlichen Zugang zur Empore. Mit dem „Einzug“ beginnt der Weg, den Christus durch Leiden und Tod zur Auferstehung – zum Leben beschreitet. „Notas mihi fecisti vias vitae“ („Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens“), ein Zitat aus Psalm 15 der Vulgata, steht in rund 90 Meter Entfernung über dem (bis zur Osternacht verhüllten) Hochaltarbild der Auferstehung zu lesen. Mit dem „Einzug“ beginnt der Passionszyklus, der sich in 15 Szenen über das Langhausgewölbe erstreckt und im Presbyterium in drei Bildern mit der Auferstehung endet. Christus, auf der Eselin mit dem Fohlen reitend (Mt 21), ist im Begriff, mit seinen Jüngern unter dem Jubel seiner Anhänger in Jerusalem einzuziehen. Menschen mit Ölzweigen passieren gerade das Stadttor, zwei Männer breiten ihre Kleider zum Zeichen der Ehrerbietung auf der Straße aus. Die dunklen Wolken am Himmel scheinen indessen die bevorstehende Leidenszeit anzukündigen.

Mascagnis Erzählung wirkt einfach und statisch, Lebendigkeit entsteht durch die kräftige manieristische Farbgebung der Gewänder. Der Florentiner Servitenmönch Mascagni war wohl auch unverdächtig, wenn es um die Einhaltung des Bilderdekrets nach den Beschlüssen des Konzils von Trient ging. Danach waren Bilder von Christus, Maria und anderer Heiliger weiterhin erwünscht, sofern die Gläubigen dadurch getreu dem Evangelium unterrichtet und profane oder anstößige Darstellungen vermieden wurden. Das Bildprogramm des Domes war bereits unter dem ersten Bauherrn, Fürsterzbischof Marcus Sitticus, der die Gegenreformation in Salzburg nach Kräften vorantrieb, festgelegt worden. 
(RG)


Gründonnerstag

Das Letzte Abendmahl, um 1625/30, Arsenio Mascagni

Das Letzte Abendmahl, um 1625/1630, Arsenio Mascagni, Dom

Das Bild befindet sich gegenüber dem „Einzug in Jerusalem“ über dem nördlichen Zugang zur Westempore. Innerhalb des Stuckrahmens öffnet sich perspektivisch ein nüchterner, mit Kassettendecke geschlossener Saal, „ein großer Raum im Obergeschoß“ eines Hauses in der Stadt (Mk 14,15), in dem Christus und die Apostel sich um einen Tisch zum Paschamahl versammelt haben. Das Fest der ungesäuerten Brote mit dem Paschamahl begingen die Israeliten traditionell im Gedenken an den Auszug aus Ägypten. Christus sitzt an der Schmalseite des Tisches mit dem schlafenden Johannes und Petrus an seiner Seite. Rechts im Vordergrund ist ein Diener gerade damit beschäftigt, Speisen aufzutragen. Das Mahl hat offenbar noch nicht begonnen, in dessen Verlauf Christus von Verrat und Auslieferung sprechen und Brot und Wein mit seinem Leib und Blut gleichsetzen wird (Mt 26,20-29).
Mit dem Teller in Händen wendet sich der Diener den Gästen zu, sein Blick hingegen trifft rechts auf ein nur halb ins Bild ragendes Gesicht. Die Rückenfigur des Dieners verstärkt die Tiefenillusion umso mehr, als sie ganz vorne eine Stufe überwindet. Arsenio Mascagni erweist sich in vielen seiner Deckenbilder im Salzburger Dom als Wegbereiter der illusionistischen Deckenmalerei nördlich der Alpen. 
(RG)


 

Christus am Ölberg, 1554, Jan Sanders gen. Hemessen

Christus am Ölberg, 1554, Jan Sanders gen. Hemessen, Residenzgalerie

Ludwig van Beethovens (1770 – ­1827) einziges Oratorium Christus am Ölberge ist in der Ausstellung „Der Kuss der Musen“ dem Gemälde Christus am Ölberg von Jan Sanders gen. Hemessens gegenübergestellt. Beethovens Geburtstag jährt sich 2020 zum 250. Mal.

Hemessen begann vor 501 Jahren seine Lehre bei Hendrick I. van Cleve/Hans van Cleef. 1524 ist Hemessen Freimeister. Zwischen 1524 und 1534 wird er in Italien vermutet. 1548 ist der Künstler Dekan der St. Lukasgilde in Antwerpen. Er führt ein florierendes Atelier, veräußert aber 1550/51 seine Habe und geht nach Haarlem. 1554/55 ist er nachweislich wieder in Antwerpen.

Das Œuvre des Künstlers umfasst Historien- sowie Genrebilder und religiöse Themen wie Christus am Ölberg.


In diesem Gemälde zeigt der Künstler parallel mehrere Handlungsabläufe. Nach dem Paschamahl ist Jesus mit seinen Jüngern am Ölberg und fordert sie zur Wache auf. Er begibt sich in den Garten Gethsemane zum Gebet. Die Jünger fallen immer wieder in den Schlaf. In den Überschneidungen und extremen Verkürzungen, die speziell in der Komposition der schlafenden Apostel Petrus, Jakobus und Johannes zutage treten, verdeutlicht sich Hemessens Zugehörigkeit zum Manierismus. Die trotz unnatürlicher Körperhaltung schlafenden Jünger bemerken weder die Todesangst ihres Herrn, der kniend mit ausladenden Gesten betet, noch dessen Vision. Umgeben von Wolken erscheint ein Kreuz tragender Engel und kündigt Jesu Martertod an. Der Kelch erinnert an das letzte Abendmahl und steht zugleich für das Gericht Gottes und seine Liebe. Das in Petrus̕ Hand liegende Schwert nimmt den weiteren Verlauf vorweg. Er wird aus Verzweiflung dem Soldaten Malchus ein Ohr abschlagen.

Entsprechend dem in seinem Werk starken romanistischen Einfluss präsentiert Hemessen Jesus und seine Jünger großfigurig am Bildvordergrund. Judas führt die Gruppe der Häscher über die rechte Flanke des Berges aus dem Hintergrund heran. Den Beutel mit den Silberlingen trägt er als Zeichen des Verrats um den Hals.

Anders als in Holland stehen Gemälde mit religiösen Themen in den südlichen Niederlanden hoch im Kurs.

Auch Beethoven konzentriert die Handlung seines Oratoriums vollkommen im Garten Gethsemane.
Hier bittet Jesus seinen Vater um Trost, Kraft und Stärke: „Jehova, du mein Vater, Du sende Trost und Kraft und Stärke mir. Sie naht nun, die Stunde meiner Leiden.“ Später versucht Petrus ebendort, Jesus zu retten. Am Schluss wird Jesus von Soldaten gepackt, musikalischen begleitet von einem Chor der Engel.
(AD)

Videos dazu ansehen und -hören …

Ludwig van Beethoven (1770 – ­1827), Christus am Ölberge, Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 85


 

Oratorium: um 1600 entstandene Vertonung religiöser oder weltlicher Texte für Chor, Soli und Orchester.

 

 

 

Karfreitag

Ecce Homo, 2. Hälfte 17. Jahrhundert, Johann Carl Loth, genannt Carlotto

Ecce Homo, 2. Hälfte 17. Jahrhundert, Johann Carl Loth, Dommuseum

Johannes berichtet von allen Evangelisten am ausführlichsten über das Verhör beim römischen Statthalter Pilatus (Joh 18-19). Demnach war Pilatus bis zuletzt von der Unschuld Christi überzeugt und konnte nicht begreifen, warum er ihn auf Drängen der Hohenpriester und ihrer Anhänger zur Hinrichtung freigeben sollte. Den Brauch, zum Paschafest einen Gefangenen freizulassen, sah er als Chance. Als diese nicht zugunsten des Beschuldigten genützt wurde, ließ Pilatus Christus geißeln mit der Absicht, ihn anschließend freizulassen. Pilatus führte den „König der Juden“, um Mitleid zu erwecken, wieder vor das versammelte Volk mit den Worten „Ecce Homo“ („Seht, da ist der Mensch!“).
Diesen Moment gibt das Gemälde wieder: Der bärtige Pilatus mit orientalischem Turban präsentiert den gefesselten, mit Pupurmantel und Rohrstab versehenen Christus. Dabei fasst er Christus am linken Arm, hebt ein Mantelende über dessen rechter Schulter und wendet sich mit eindringlichem Blick und geöffnetem Mund an den Betrachter. Der nackte Oberkörper des Gepeinigten zeigt indessen keinerlei Spuren der Geißelung. Auch die Dornenkrone ist nicht wirklich erkennbar. Der gesenkte, leidvolle Blick scheint eher die inneren Wunden der Demütigung zu reflektieren. Dass der Schönheit des Körpers Jesu auch die Geißelung nichts anhaben konnte, beschrieb der venezianische Schriftsteller Pietro Aretino in seinem Werk „I Quattro libri de la Humanità di Christo (1538), worin er Pilatus von Schuld freisprach. Nach Aretino sei von Christus auch eine Lichtfülle ausgegangen. Hier wie in vielen ähnlichen Beispielen des Themas sammelt sich das Licht am Körper des Erlösers.

Loths Ecce Homo war für die private Andacht geeignet und sollte bei den Gläubigen ein Mitfühlen hervorrufen. Vorbild dürfte Tizians Formulierung des Ecce Homo als Halbfigur gewesen sein. Loth gab diese Form des Andachtsbildes an seinen Schüler, den Salzburger Maler Johann Michael Rottmayr weiter, der 13 Jahre in dessen Werkstatt in Venedig arbeitete und diesen Bildtypus mehrfach variierte.
(RG)


Kreuzigungsgruppe, um 1632/1634, Hans Pernegger der Jüngere

Kreuzigungsgruppe, um 1632/1634, Hans Pernegger der Jüngere, Dommuseum

Fast um dieselbe Zeit wie die malerische Ausstattung des Domes bzw. kurz danach entstand die Kreuzigungsgruppe für den Hochaltar der Pfarrkirche Thalgau. Die Gegenreformation förderte die Auseinandersetzung der Gläubigen mit Leiden und Tod Christi. Wie sehr gerade der gekreuzigte Erlöser in dieser Zeit verehrt wurde, zeigt das Beispiel der Kirche St. Martin in Thalgau. Weil sich am Hochaltar nur „eine schlechte, unachtsame Tafel“ befand, entschied man sich gleich für ein neues Altarkonzept. Anstatt dem Kirchenpatron Martin ein großes Altarbild zu widmen, musste sich dieser auf das Aufsatzbild zurückziehen. In den Mittelpunkt rückte Hans Perneggers Kreuzigungsgruppe.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche neu errichtet und der hl. Martin erhielt wieder seinen früheren Platz im Hochaltarbild. Die frühbarocke Kreuzigungsgruppe musste weichen.

Eine Kreuzigungsgruppe bilden seit dem Frühmittelalter jene Christus am engsten verbundenen Personen, die sich nach dem Bericht des Evangelisten Johannes beim Gekreuzigten aufhielten, in erster Linie die Mutter Maria und der Lieblingsjünger Johannes (Joh 19,25–27). Maria steht üblicherweise zur Rechten ihres Sohnes, Johannes linkerhand des Kreuzes. Die Gruppe kann wie in Thalgau durch die unter dem Kreuz kniende Maria Magdalena ergänzt werden. Hier umfasst sie mit ihrer linken Hand den Kreuzstamm. Christus hat die Augen leicht geöffnet, er zeigt keinen Ausdruck von Qual, keine Anzeichen des Todes. Auch die unter dem Gekreuzigten Versammelten wirken gefasst, Maria mit halb gefalteten Händen hat ihren Blick als Ausdruck des Schmerzes zu Boden gesenkt.
Die Kreuzigungsgruppe ist als Andachtsbild gedacht, um die Glaubenswahrheit der Erlösung durch das Kreuz zu verinnerlichen. Seit dem Konzil von Trient vertraute die katholische Kirche verstärkt auf Bilder, die als besonders taugliches Instrument zur Glaubensvermittlung betrachtet wurden. Der Protestantismus hingegen setzte auf das Hören der hl. Schrift, wenngleich sich Luther nicht strikt gegen Bilder wandte. Bezeichnend ist dennoch Luthers bekannter Ausspruch, das Reich Gottes sei „ein Hör-Reich, nicht ein Seh-Reich“.
Hans Pernegger arbeitete zunächst als Geselle Hans Waldburgers in Salzburg. Nach dessen Tod 1630 wurde Pernegger vielgefragter Bildhauer mit Aufträgen, die ihn bis nach München, Wien und in die Slowakei führten.
(RG)

 

Karsamstag

Christus im Sarg, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Toter Christus im Sarg, 2. Hälfte 18. Jh., Dommuseum

Nachdem Christus am Freitag am Kreuz gestorben ist, wurde er vom Kreuz abgenommen und zu Grabe getragen. Ruhe und Trauer prägten den folgenden Tag, an dem der Tod Christi für seine Jünger unwiderrufliche Gewissheit wurde. Karsamstag, der Tag der Grabesruhe zwischen Tod und Auferstehung, steht daher im Gedenken an das Leid und Tod des Herrn.

Ein besonderes Exponat der Vergegenwärtigung des Todes Christi befindet sich im Dommuseum. Es handelt sich um eine aus Wachs gefertigte Figur im Sarg aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Christus ruht in leicht gebeugter Haltung auf einem zerknüllten Bahrtuch in einem schwarzen Holzkästchen. Sein Kopf ist nach hinten gekippt, wobei die Augenlider nicht ganz geschlossen sind und der Mund leicht offen steht. Am leblosen, nur durch ein Lendentuch bedeckten Körper sind die Spuren des vorausgegangenen Leidens deutlich sichtbar. Sorgsam sind die blutenden Wunden, Adern, Muskeln und Sehnen modelliert. Der Blick auf Rippen und innere Organe war ursprünglich durch ein abnehmbares Wachsstück verdeckt.

Die extreme und detailreiche Wiedergabe der Wunden und des Köperinneren samt Eingeweiden, bringt die Wachsplastik zunächst anatomischen Kabinettstücken nahe, die im 18. Jahrhundert Ausdruck für ein gesteigertes medizinisches Interesse waren. Doch handelt es sich eindeutig nicht um ein anatomisches Lehrstück, sondern um eine Darstellung Christus. Die realitätsnahe Ausführung spricht das Mitgefühl des Betrachters an, der erkennt, dass Christus den Tod in all seiner Schwere auf sich genommen hat.

Wohl für eine private Andacht bestimmt, wurde für den Wachschristus der Typus des Grabchristus ins Kleine übertragen. Ausgehend vom geistlichen Spiel im Spätmittelalter, wurde es nach der Liturgie am Karfreitag und Karsamstag üblich, eine Holzskulptur des toten Christus symbolisch zu Grabe zu tragen, um das unfassbare Leid nachzuvollziehen und in weiterer Folge das Mysterium der Auferstehung zu vergegenwärtigen. Im Barock erlebte die Ausgestaltung von Heiligen Gräbern eine Blütezeit.

Vergleichbare Wachsbossierungen sind selten. Einige der wenigen bekannten Exemplare entstanden in Italien des 18. Jahrhunderts, die den toten Christus jedoch ohne Sarg oder noch auf dem Kreuz wiedergeben. Durch die Aufbahrung im hölzernen Kästchen als Sarg, schließt der Wachschristus im Dommuseum auch an die Tradition der Tisch- oder Betrachtungssärglein an, die vorwiegend im Alpenraum im 18. und 19. Jahrhundert im Gebrauch waren. Am Tisch aufgestellt, oder in kleinerer Ausführung in der Jackentasche mitgetragen, dienten die meist wächsernen Leichname oder Skelette, besonders in der Fastenzeit, der Kontemplation der eigenen Sterblichkeit.
(BH)


Ostersonntag

Auferstehung, nach 1665, Luca Giordano

Auferstehung, nach 1665, Luca Giordano, Residenzgalerie

Das Evangelium nach Markus, wie generell das Neue Testament, beschreibt den Vorgang der Auferstehung Christi nicht (Mk 16, 1–8). Vielmehr erwähnt der Text die Auffindung des leeren Grabes durch Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome. Die Frauen wollten Jesus mit wohlriechenden Ölen salben. Das Grab war offen, im Inneren saß ein in Weiß gekleideter Engel, der ihnen von der Auferstehung Christi berichtete. Bei Matthäus sicherten Wachen das verschlossene Grab, die bei der Erscheinung des Engels vor Angst zu zittern begannen und wie tot zu Boden fielen (Mt 27, 62–66; 28, 1–8).

Die Darstellung des von Soldaten umgebenen Grabes Christi, der gerade aufersteht, ist seit dem Mittelalter ein beliebtes Thema in der bildenden Kunst. Zum Teil werden die Wachen im Schlaf abgebildet oder sie weichen angstvoll zurück.

Bei dem Gemälde Auferstehung des Malers Luca Giordano strebt Christus kraftvoll mit ausgebreiteten Armen aus dem verschlossenen Grab gegen den Himmel. Helles Licht umgibt seinen Körper, leuchtet das Wolkenfeld hinter ihm aus und schält einzelne Körperpartien der erschrockenen Soldaten aus dem Dunkel heraus, was den theatralischen Effekt der Szene noch zusätzlich steigert. Dazu tragen auch die ausgeleuchteten Beine eines am Boden liegenden Soldaten, der zurückweichende Körper eines anderen am rechten Bildrand und der nach hinten geneigte Christus mit nach vorne gestrecktem linken Fuß bei. Die ockerfarbenen Wolken im Hintergrund sind mit schnellen kreisenden Pinselstrichen skizziert, hingegen sind die Körper von Jesus und den Grabwächtern ausgearbeitet.
Giordano greift auf sein Vorbild Caravaggio zurück, der mit Hell-Dunkel-Effekten, starken Kontrasten und Verkürzungen seinen Erzählungen dramatische Spannung verleiht. Venezianisch ist die Bewegtheit der Figuren. Darin zeigen sich seine Fähigkeiten, den Stil und die Manier zahlreicher Renaissance-Meister und Zeitgenossen nachzuahmen, ohne sie einfach nur zu kopieren.
Die Grafische Sammlung des Hessischen Nationalmuseums Darmstadt bewahrt eine Zeichnung zu dem Salzburger Gemälde auf (Inv. Nr. AE 1886). Vergleichbare um 1665 entstandene Altarbilder befinden sich in der Kirche Santa Maria del Buonconsiglio in Neapel und Santuario di Monte Berico in Vicenza. Caravaggios Altarbild in der Kapelle Fenaroli in Sant’ Anna di Lombardi in Neapel, das 1609 entstand und 1805 zerstört wurde, wird für alle hier angesprochenen Werke als Vorbild angesehen.

Luca Giordano ist einer der bedeutendsten neapolitanischen Barockmaler des ausgehenden 17. Jh.s. Sein virtuoser Stil und seine technischen Fähigkeiten machen ihn zu einem begehrten Künstler. Den zahlreichen Aufträgen kommt er mit einer großen Werkstatt und seiner schnellen Arbeitsweise nach, die ihm den italienischen Spitznamen „Fa presto“ – „Mach schnell“ – einbringt.
Giordano ist ein Schüler seines Vaters, einem Kopisten, der ihn mit der Antike und Werken berühmter Künstler vertraut gemacht hatte. Entscheidenden Einfluss auf seine weitere Entwicklung nehmen der aus Spanien kommende Jusepe de Ribera (1591–1652) sowie die beiden Italiener Michelangelo da Caravaggio (1571–1610) und Pietro da Cortona (1596–1669). Ab den 50er-Jahren zeigen Giordanos Werke unter dem Einfluss Venedigs warme, leuchtende Farben. Sein Betätigungsfeld erstreckt sich in Italien neben Neapel auf Rom, Florenz und Venedig. 1692–1702 folgt er dem Ruf König Karl II. (1661–1700) an den spanischen Hof nach Madrid.
(TH)


Ostermontag

Christus in Emmaus, um 1790, Kremser Schmidt

Christus in Emmaus, um 1790, Kremser Schmidt, Dommuseum

Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas (Lk 24,13-35) begaben sich zwei Jünger auf den Weg nach Emmaus, einem Dorf in der Nähe von Jerusalem. Unterwegs gesellte sich der Auferstandene zu ihnen, doch erkannten sie ihn nicht. Sie erzählten ihm von den Ereignissen der letzten Tage und luden ihn ein, mit ihnen zu nächtigen, nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten. Beim Mahl brach Christus das Brot und gab es ihnen. „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn.“

Im geheimnisvollen Dämmerlicht eines Raumes, den eine Öllampe und Herdfeuer nur spärlich erhellen, sitzt Christus mit den beiden Jüngern zu Tisch. Er nimmt die Bildmitte ein und erscheint selbst als Lichtquelle, die den Jüngern buchstäblich „Erleuchtung“ bringt in dem Augenblick, da er ihnen das gebrochene Brot entgegenstreckt. Der Schrecken der Erkenntnis reißt dem rechts sitzenden Jünger die Arme auseinander, während der andere, in Pilgertracht Gekleidete das Unerwartete gelassener aufzunehmen scheint.
In dieser dreieckigen Anordnung der Hauptpersonen gelang es, Christus im Zentrum besonders als Wohltäter und Heiland darzustellen, der im Sinne des Evangelisten die Welt mit der Glaubenswahrheit der Auferstehung erleuchtet.
Das Wunder ereignet sich inmitten des Alltags, auf den sich Pilgerstab und Pilgerflasche am Boden, der knochennagende Hund, die Lichtampel und die Frau am Herd beziehen, lediglich der Diener mit dem Speisenteller in Tischnähe bekommt das Ereignis mit.


Diese qualitätsvolle Ölskizze, die offenbar keine Ausführung in größerem Format nach sich gezogen hat, könnte als Andachtsbild gedient haben. Großformatige Werke auf Salzburger Boden hat Kremser Schmidt im Stift St. Peter und in der Wallfahrtskirche Maria Plain hinterlassen.
(RG)


Text:
Mag. Barbara Halbrainer, Wiss. Mitarbeiterin/Dommuseum (BH)
Dr. Reinhard Gratz, Direktor/Dommuseum (RG)
Mag. Astrid Ducke, Kuratorin/Residenzgalerie Salzburg (AD)
Dr. Thomas Habersatter, Kurator, Residenzgalerie Salzburg (TH)

 

Für unser jüngeres Publikum gibt es folgende Online-Programme


Weihnachten im DomQuartier

Im Dommuseum und in der Langen Galerie St. Peter weihnachtet es sehr!

Rund 20 Exponate, darunter Krippen, Gemälde und Skulpturen interpretieren fantasievoll die Geburt Christi sowie die Anbetung der Hirten und Könige.

Interessantes über die Geburt Christi

Seit dem 4. Jahrhundert wird die Geburt Christi in der römischen Kirche am 25. Dezember gefeiert, dem Tag der Wintersonnenwende gemäß julianischem Kalender.

Im 4. Jahrhundert kommen auch bildliche Darstellungen der Geburt Christi auf. Die knappen Berichte der Evangelisten Matthäus und Lukas werden von den Künstlern im Lauf der Zeit durch erzählerische Details aus anderen Quellen bereichert, etwa den apokryphen Evangelien, der Legenda aurea und den Schriften der Mystiker.


Ochs und Esel die ersten Zeugen der Geburt
Aufgrund solcher Quellen wissen wir beispielsweise auch, dass nicht die Hirten, sondern Ochs und Esel die ersten Zeugen der Geburt waren!

 

Spezial-Kreativ-Kids-Club „Weihnachten“
am Donnerstag den 28. November sowie am 5., 12., und 19. Dezember, jeweils von 15 bis 16.30 Uhr im Kunstlabor der Residenzgalerie. Weitere Infos zu den Terminen entnehmen Sie bitte der Veranstaltungsübersicht für Kinder & Jugendliche.


Mit den Turmbläsern auf der Dombogenterrasse

Programm-Tipp: Führung mit Turmblasen und Christkindlmarkt-Schmankerl.

 

Es erwartet Sie:

  • eine Führung durch das Dommuseum und die Lange Galerie mit weihnachtlichem Schwerpunkt
  • das traditionelle Salzburger Turmblasen aus einer außergewöhnlichen Perspektive auf der Dombogenterrasse des DomQuartiers
  • Schmankerl des Salzburger Christkindlmarktes

Blick auf den Residenzplatz mit Christkindlmarkt

Termine:

Jeweils Donnerstags ab 17.30 Uhr
21.11., 28.11., 5.12., 12.12. und 19.12.2019

Treffpunkt: Residenzgalerie

Anmeldung erbeten unter:
+43 662 8042 2109  oder office@domquartier.at

 

>> alle aktuellen Veranstaltungen im DomQuartier finden Sie hier.

 


Der Kuss der Musen
Festspiele göttlicher Inspiration

Projekt der Residenzgalerie im DomQuartier Salzburg anlässlich 100 Jahre Salzburger Festspiele. 

Idee, Konzept, Kuratorin: Mag. Astrid Ducke
Ausstellungsgestaltung & Organisation: Mag. Astrid Ducke, Dr. Thomas Habersatter

Vor hundert Jahren wurden die Salzburger Festspiele gegründet,  drei Jahre später die Residenzgalerie Salzburg. Sie sollte einen  zweiten Schwerpunkt vertreten – den der bildenden Kunst. 

„Von der Muse geküsst“ schuf Ovid einst die Metamorphosen und Homer die Odyssee – beides Quellen der Inspiration für Malerfürsten wie Theaterleute. Götter und Helden bevölkern oftmals Gemälde. Ebenso eroberten sie die Bühnen. Auch große Liebesgeschichten, das Leben eines Erzbischofes oder gar eines Heiligen sind Inhalt von Bühnenstücken und Bildern. Wie wurden die Geschichten umgesetzt?


Heinrich Friedrich Füger, Die Musen der Tragödie und der Komödie © RGS/Ghezzi

Heinrich Friedrich Füger, Die Musen der Tragödie und der Komödie

Gemälde und Grafiken aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg bilden den Kern der Ausstellung. Dokumente aus dem Archiv der Salzburger Festspiele werden den Aufführungen der Salzburger Festspiele anhand von Fotografieren etc. gegenübergestellt.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Hier gehts zum Online Shop.

Termine (Terminänderungen vorbehalten)

Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl von maximal 9 TeilnehmerInnen ist eine Voranmeldung nötig.

Kuratorenführungen mit Frau Mag. Astrid Ducke 

  • Mittwoch, 15.00 Uhr 
    2020: 18. März, 1. April, 6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 30. September, 28. Oktober, 18. November & 9. Dezember 2020
    2021: Jänner, 24. Februar, 24. März, 28. April, 26. Mai 2021, 23. Juni 2021
  • Mittwoch, 16.30 Uhr
    7. Juli 2021
  • Samstag, 10.30 Uhr
    2020: 29. Februar, 14. März, 18. April, 23. Mai, 13. Juni, 25. Juli, 22. August, 12. September, 10. Oktober, 14. November, 19. Dezember 2020
    2021: 9. Jänner, 13. Februar, 13. März, 10. April, 8. Mai, 12. Juni, 10. Juli 2021

Treffpunkt: Residenzgalerie


Gesprächsreihe
Jeweils Mittwoch, 18.00 – 19.00 Uhr 

  • 4. März, „Küsst die Muse auch heute?“ mit Univ. Prof. Thomas Schirren, Künstler und Werbetexter Hieronymus Kloss
  • 8. Juli, „Schau nicht zurück, Orfeo!“ mit Sängerin Frances Pappas
  • 15. Juli, „Nausikaa hat einen Traum und Odysseus hat Heimweh“ mit Schauspielerin Katharina Wawrik
  • 9. Juni 2021, „Die wundersame Reise des Tobias. Eine Abenteuer-, Zauber-und Liebesgeschichte.“ Mit Univ. Prof. Dr. Kristin de Troyer
  • 16. Juni 2021, „Hättest du mich angesehen, Jochanaan, du hättest mich geliebt.“ (Salome). Mit Univ.-Prof. Dr. Marlis Gielen und Dramaturgin und Regisseurin Dr. Martina Gredler.

Treffpunkt: Residenzgalerie

 

Spezial-Kreativ-Kids-Club
Jeweils Donnerstag, 15.00 – 16.30 Uhr

2020: 27. Februar, 19. März, 21. Mai, 16. Juli, 10. September & 5. November 2020
2021: 21. Jänner, 4. März, 6. Mai, 24. Juni 2021

Treffpunkt: Residenzgalerie

Alle Führungen und Veranstaltungen unter Veranstaltungen & Führungen.

Die Exponate der Salzburger Festspiele vermitteln Eindrücke aus 21 Musiktheater-Produktionen, einem Schauspiel und fünf Konzerten. Bei den konzertanten Aufführungen sind den Gemälden Aufnahmen der Interpreten beigesellt. 

 

Virtuelle 3D Tour durch die Ausstellung

 

Auszug der Gemälde und Exponate


Fürsterzbischof Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg
Regisseur auf vielen Bühnen · 1668 – 1687

Vor 350 Jahren, am 30. Juli 1668, wählte das Domkapitel den aus Graz gebürtigen Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg zum Erzbischof von Salzburg.

Erstmals widmet sich eine Ausstellung der Persönlichkeit und langjährigen Amtszeit des hochgebildeten Barockfürsten.

Wappen und Inschrift überliefern ihn vielerorts als Gründer und Bauherrn, z. B. der Kajetanerkirche in Salzburg, des Stiftes Seekirchen oder der Wallfahrtskirche Maria Plain. Mit seinem Namen verbunden ist die ehemalige Hofbibliothek („Max-Gandolph-Bibliothek“), die Kuenburg-Bastei der Festung Hohensalzburg und das Palais Kuenburg.

Einen Namen als Mäzen machte er sich vor allem im Bereich der Musik: Durch seine herausragenden Hofmusiker Heinrich Ignaz Franz Biber und Georg Muffat stieg Salzburg zu einem Musikzentrum europäischen Ranges auf.

Max Gandolph nahm sich vieler Lebensbereiche an und sorgte durch neue Behörden und Verordnungen für eine Verbesserung der Sicherheit. Kompromisslos blieb er in religiösen Fragen, Protestantenvertreibung und Hexenverfolgung überschatten seine Regierungszeit.

 

Fotonachweis: (c) Dommuseum Salzburg/J. Kral

In Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg erscheint ein Katalog mit Aufsätzen zu allen wichtigen Themen der Regierungszeit Max Gandolphs. Konzept und Redaktion: Dr. Christoph Brandhuber, Universitätsarchiv Salzburg, und Ass. Prof. Dr. Ingonda Hannesschläger, Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft.

Logo Universitaet Salzburg


Führungen

Samstag, jeweils 10.30 Uhr:
15. Dezember 2018; 5. Jänner, 9. Februar, 16. Februar, 16. März, 13. April, 4. Mai 2019, 25. Mai 2019;

Mittwoch, jeweils 15.00 Uhr:
19. Dezember 2018; 16. Jänner, 30. Jänner, 6. März, 3. April, 22. Mai 2019
Treffpunkt: Eingang Dommuseum, Kassa (Domplatz 1a)

 

Konzert: 14. März 2019

„Rosenkranzsonaten“ von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)
Die Sonaten des Schmerzhaften Rosenkranzes

Einführung: Mag. Dr. Eva Neumayr, Archiv der Erzdiözese Salzburg
Meditationen: Prälat Dr. Hand Reißmeier
Ausführende: Ensemble Bell’arte Salzburg

Das Rupertus Blatt berichtet in seiner Ausgabe 12-2019 über das Konzert vom 14. März im DomQuartier als „musikalische Sternstunde“. Hier können Sie den gesamten Artikel lesen: „Rosenkranzsonaten: Eine musikalische Sternstunde“


Gesprächsreihe

Zu vielen interessanten Themen über das Leben und die Regierungszeit Maximilian Gandolphs
Ort: Residenzgalerie / DomQuartier Salzburg
Uhrzeit: Jeweils 18 Uhr
Eintritt frei!

Do, 21. März 2019
Fürsten, Bischöfe und Jäger – Die Jagd zur Zeit Max Gandolphs
Prälat Dr. Hans Reißmeier und Dipl.-Ing. Dr. Johannes Dieberger, Universität für Bodenkultur Wien

Do, 4. April 2019
Schatten über Max Gandolph: Zauberer-Jackl-Prozesse und Protestantenausweisung
Ao. Univ. Prof. DDr. Gerhard Ammerer, Universität Salzburg, und Domkap. MMMag. Dr. Roland Kerschbaum, Diözesankonservator

Do, 25. April 2019
Ein Fest um jeden Preis
Mag. Jutta Baumgartner, Universität Salzburg, und Mag. Beatrix Koll, Universitätsbibliothek Salzburg

Do, 9. Mai 2019
Das Universum eines Bücherfürsten
Mag. Beatrix Koll, Universitätsbibliothek Salzburg, und Prof. Dr. Maximilian Fussl

Do, 23. Mai 2019
Der sezierte Erzbischof
Dr. Christoph Brandhuber, Universitätsarchiv Salzburg, und Em. Univ. Prof. Dr. Edith Tutsch-Bauer

Passend zum Thema der Veranstaltungen werden Weine der Familie Kuenburg, vom Weingut Castel Sallegg, in Kaltern/Südtirol angeboten.

Eintritt zur Gesprächsreihe frei!
Bis 18 Uhr haben Sie die Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen.

Stadtspaziergänge „Max Gandolph von Kuenburg“
Freitag, 22. März und 10. Mai 2019 / 14.00 Uhr
Mit Mag. Barbara Schöler
Treffpunkt: Innenhof der Residenz


Von Bernini bis Rubens.
Römischer Barock aus der Sammlung Rossacher

Allegorie der Justitia (Gerechtigkeit und Frieden küssen sich) Giovanni Battista Gaulli, gen. il Baciccio, Werkstatt, nach 1670 Öl auf Leinwand © DQS/Salzburg Museum, Sammlung Rossacher RO 0056

Sonderausstellung im Nordoratorium des Doms

Rom gilt als der Geburtsort des Barocks. In der Sammlung Rossacher finden sich Entwürfe, die Schlüsselwerke dieser Kunstepoche werden sollten. Arbeiten von Gianlorenzo Bernini (1598-1680) und seinem Atelier sind ebenso vertreten wie von Berninis Konkurrenten Alessandro Algardi (1598-1654). Ein Entwurf von Peter Paul Rubens (1580-1640) zeigt dessen wichtigsten römischen Auftrag.

Seit der Renaissance waren die Päpste bestrebt, Rom zur glänzendsten Stadt der Christenheit zu machen. Es entstanden prachtvolle Kirchen, Brunnen, Plätze, Paläste und Villen. Die Kunst wurde zum Instrument der Gegenreformation und zu einem Mittel der herrschaftlichen Selbstinszenierung.

Papst Urban VIII. (1568-1644) und der Bildhauer, später auch Architekt, Gianlorenzo Bernini waren in dieser Hinsicht ein kongeniales Paar. Urbans Nachfolger, Innozenz X. (1644-1655) bevorzugte Alessandro Algardi als Bildhauer. Bernini verlor vorübergehend alle öffentlichen Aufträge – bis der Papst seinen Entwurf für den Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona sah!

Zu einer Zusammenarbeit der beiden bedeutenden Künstler Bernini und Pietro da Cortona kam es bei der Gestaltung des Palazzo Barberini, des Familienpalasts Urbans VIII. Pietro da Cortona erhielt den Auftrag für das Deckenbild im großen Festsaal. Das Gewölbefresko zählte zu den größten (25 x 15 m) und ambitioniertesten Aufgaben des Seicento. Formal ist es die Abkehr vom quadro riportato („das an der Decke angebrachte Gemälde“) hin zum cielo aperto, dem offenen, illusionistisch gestalteten Himmel. Eine Scheinarchitektur, die reich mit Figuren ausgestattet ist, gliedert das Gewölbe. Es ist ein bis dahin nie gemaltes Nebeneinander von mythologischen Themen und Allegorien.

Von herausragender Bedeutung war auch der Maler Giovanni Battista Gaulli, genannt Il Baciccio. Sein Hauptwerk ist das Deckenfresko im Langhaus von Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten in Rom. In der Sammlung Rossacher befinden sich zudem Entwürfe (Wiederholungen) für die Zwickelfelder in Sant’Agnese (1666) und in der Taufkapelle von
St. Peter (1708/09). Zumindest beim ersten Auftrag dürfte Bernini die formale und inhaltliche Gestaltung der Fresken beeinflusst haben. Die Arbeit am Auftrag für die Taufkapelle in St. Peter wurde so oft verschoben, dass ihn Gaulli letztlich nicht mehr ausführen konnte.

Rom war Anziehungspunkt für Künstler aus ganz Europa. Hier konnten sie an einem Ort antike und moderne Monumente studieren. Von hier brachten sie einen neuen Kunststil –den Barock – zurück in ihre Heimat. Der wichtigste Vertreter ist hier Peter Paul Rubens. Sein Entwurf für den Hochaltar der Chiesa Nuova ist ein beredtes Beispiel für die Zusammenarbeit von Künstler und Auftraggeber. Das erste Werk wurde abgelehnt – es kam zu einer zweiten Lösung. Der Entwurf dazu ist in der Ausstellung zu sehen.

Großfotos der meisten Ausführungen vervollständigen das Bild des barocken Roms.

 

Kuratorin
Dr. Regina Kaltenbrunner (Leitung Sammlung Rossacher, Salzburg Museum)

 

Bildergalerie

 

Ort der Sonderausstellung: Nordoratorium des Doms


Führungstermine 2020

Samstag, 18. Jänner, 10.30 Uhr
Samstag, 22. Februar, 10.30 Uhr
Mittwoch, 11. März, 15.00 Uhr
Samstag, 28. März, 10.30 Uhr (abgesagt)
Samstag, 4. April, 10.30 Uhr (abgesagt)
Mittwoch, 13. Mai, 15.00 Uhr (abgesagt)

Mittwoch, 10. Juni, 15.00 Uhr

Treffpunkt: vor dem Nordoratorium (Eingang über Residenzplatz)

In Kooperation mit dem Salzburg Museum.


Erzherzog Ludwig Viktor.
Kaiser Franz Josephs jüngster Bruder und sein Schloss Kleßheim

Portrait von Ludwig Victor, dem Bruder Kaiser Franz Josephs

Klatschgeschichten über den europäischen Adel werden heute über Hochglanz-Magazine mit Paparazzi-Fotos und über digitale Medien kolportiert. Im 19. Jahrhundert verbreiteten der Adel, die Diplomaten und die Bediensteten des Wiener Hofes rund um die Uhr Nachrichten zum Tagesablauf sämtlicher Mitglieder der habsburgischen Familie.

Um seinem unter konstanter Beobachtung stehenden Bruder eine Privatsphäre zu bieten, kaufte Kaiser Franz Joseph I. für den 24-jährigen Erzherzog Ludwig Viktor 1866 das Schloss Kleßheim. Über die Jahre nutzte Ludwig Viktor Kleßheim nicht nur im Sommerhalbjahr, daher ließ er sich 1880/1882 vom Architekten Heinrich von Ferstel auf dem Areal ein kleines Winterschloss (Kavalierhaus) errichten.

Bis Ende 1903 nahm Ludwig Viktor am Gesellschaftsleben des Wiener Hofes teil. Wie diev anderen Mitgliedern des Kaiserhauses wurde auch er regelmäßig mit Repräsentations-Verpflichtungen betraut. Auf Grund gesundheitlicher Probleme löste der Erzherzog 1904 seinen Wiener Haushalt auf und übersiedelte ganzjährig nach Kleßheim. 1915 wurde er unter Kuratel gestellt und verstarb am 18. Jänner 1919 im Kavalierhaus.

Bislang gibt es keine umfassende Biographie des jüngsten Kaiserbruders Ludwig Viktor (1842 – 1919), ebenso wenig detaillierte Fakten zum Verkauf der Liegenschaft Kleßheim bzw. des Gesamt-Inventars.

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes zum 100. Todestag des Erzherzogs werden erstmals für Kleßheim relevante Details der Lebensumstände Ludwig Viktors veröffentlicht, des Weiteren eine Darstellung des Ablaufs des ungewöhnlichen Verkaufs von Kleßheim. Ein eigenes Kapitel des Kataloges ist jenen Kunstwerken gewidmet, die aus Ludwig Viktors Besitz stammen und sich seit dessen Tod im Eigentum von Stadt und Land Salzburg befinden, ohne dass bislang deren Kleßheimer Provenienz im Einzelnen veröffentlicht wurde.

 

Kuratorin
Dr. Roswitha Juffinger

 

Den Katalog zur Ausstellung erhalten Sie in den Museumsshops des DomQuartier oder im DQ Online Shop.

 

Bild: Heinrich von Angeli (1840 – 1925), Erzherzog Ludwig Viktor von Österreich, 1874, Öl/Leinwand (Detail) © Land Salzburg Neue Inv. Nr. 111111 9300467, Aufnahme Fotostudio Ulrich Ghezzi, Oberalm

Führungen

  • Mit Dr. Roswitha Juffinger, Kuratorin: Samstag, 10:30 Uhr am 2. Februar, 20. April und 15. Juni 2019
  • Mit Mag. Astrid Ducke: Samstag, 10:30 Uhr am 19. Jänner 2019 sowie Mittwoch, 15 Uhr am 27. Februar, 20. März und 15. Mai

 

Weitere Bilder zur Ausstellung



  • Josef Kriehuber (1801–1876), Erzherzog Ludwig Viktor von Österreich als Kind 1844, Aquarell/Papier; Salzburg Museum
  • Franz Alt (1821–1914), Aussicht von Schloss Kleßheim gegen Salzburg 1872 Aquarell über Bleistift/Papier; Residenzgalerie Salzburg
  • Moritz Michael Daffinger (1790–1849), Maria Theresia Isabella, Erzherzogin von Österreich (1816–1867); Öl/Leinwand, Residenzgalerie Salzburg
  • Foto Ludwig Viktor Pool: Auf dem Kleßheimer Areal ließ er einen Tennisplatz und einen Swimmingpool mit Badehaus errichten.

Goldene Zeiten.
Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts

Cornelis de Heem, Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben, (Ausschnitt), Residenzgalerie Salzburg, Inv.-Nr. 561 © 2019 RGS/Ghezzi

Holland feiert 2019 sein „Goldenes Zeitalter“. Die Residenzgalerie Salzburg gratuliert mit Highlights der europäischen Malkunst.

Zu sehen sind 70 Meisterwerke aus der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und der Residenzgalerie Salzburg.

Einzigartige wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedingungen bildeten den fruchtbaren Boden für die glanzvolle Blüte der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit, die als das Gouden Eeuw, das Goldene Zeitalter bezeichnet wird, erreichte die Malerei eine in dieser Breite nie zuvor gekannte Qualität.


Highlights

In der Ausstellung zeugen von diesen „Goldenen Zeiten“ mehr als 40 hochkarätige Gemälde der Sammlung der Residenzgalerie Salzburg, erworben aus der altösterreichischen Adelssammlung Czernin. Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wienverfügt ebenfalls durch die altösterreichische Adelssammlung Lamberg über herausragende holländische Malerei. Sie ist mit 26 Meisterwerken zu Gast in Salzburg. Eine erlesene Auswahl an Stillleben, Landschaften, Marinestücken, Porträts und vielem mehr schenkt Einblick in ein außergewöhnliches Phänomen der europäischen Kunst.

Künstler

Willem van Aelst, Jan Asselijn, Gerrrit A. Berckheyde, Abraham van Beyeren, Leohard Bramer, Pieter Codde, Dirk van Deelen, Gerard Dou, Karel Dujardin, Allaert van Everdingen, Barent Fabritius, Aert de Gelder, Jan Davidsz. de Heem, Jan van Goyen, Nicolaes Maes, Aart van der Neer, Reinier Nooms, Adrian van Ostade, Paulus Potter, Rembrandt, Salomon van Ruysdael, Jacob I. Ruisdael, Godfried Schalcken, Simon de Vlieger, Hendrick van Vliet, Emmanuel de Witte, Jan Weenix.

Kuratorin/Konzept:
Erika Oehring, Residenzgalerie Salzburg

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Katalog zur Ausstellung (€ 18,90) ist ab Ausstellungsbeginn im Shop der Residenzgalerie Salzburg und online erhältlich.

Bildergalerie

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Das Goldende Zeitalter

Voraussetzung war eine im Europa des 17. Jahrhunderts einzigartige wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Konstellation. Aus dem 80jährigen Befreiungskampf gegen Spanien (1568-1648) waren die nördlichen niederländischen Provinzen siegreich hervorgegangen. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Republik der Vereinigten Niederlande auch völkerrechtlich anerkannt. Diese hatte sich zudem zu einer Weltwirtschaftsmacht entwickelt. Einen bedeutenden Anteil an diesem Aufstieg hatten die vielen Einwanderer aus den südlichen Niederlanden.
In einer Zeit, die im übrigen Europa als Krisenzeit gilt, investierte man in die Modernisierung der Landwirtschaft. Fischfang, Schiffsbau und Schifffahrt, Handel, koloniale Stützpunkte in Übersee und der Aufbau eines Bank- und Kreditwesens bildeten die Grundlagen für einen beispiellosen Aufschwung. Amsterdam stieg zum wichtigsten Hafen und zur bedeutendsten Handelsmetropole Europas auf.
Die finanzielle und überseeische Leistung der Provinz Holland führten zu deren Vorrangstellung vor den anderen Provinzen, so dass Holland den Namen gab für die gesamte Union der nördlichen Niederlande.

Der Kunstmarkt

Selten war eine Epoche und Region so reich an Talenten und namhaften Künstlern. Viele von ihnen waren vor der spanischen Herrschaft in den Norden geflüchtet. Hier fanden sie in vielerlei Hinsicht eine völlig neue Situation vor. Wichtige Auftraggeber wie Adel und Kirche fielen aus. Stattdessen bot der allgemeine Wohlstand ein günstiges Klima für Kunst und die Nachfrage nach Malerei stieg nach 1630 in allen Gesellschaftsschichten rasant an. Mit Ausnahme der Porträtmalerei gingen persönliche Aufträge deutlich zurück. Ein Großteil der Künstler arbeitete für den anonymen Markt. Ökonomischer Erfolg und künstlerische Qualität schlossen einander jedoch keineswegs aus.
Gemälde wurden zu einem Teil der Alltagskultur. Messen, Märkte, Lotterien boten die Möglichkeit Bilder mit größerem oder kleinerem finanziellen Einsatz zu erwerben, nicht selten als Spekulationsobjekt oder als Handelsware. Selbstverständlich konnte weiterhin bei einem Atelierbesuch Thema und Format bestellt und der Preis ausgehandelt werden. In Städten wie Leiden, Amsterdam und Den Haag gab es jeweils über hundert Ateliers. Die mit wenigen Ausnahmen gewöhnlich in Gilden organisierten Maler spezialisierten sich auf einzelne Themen um in der großen Konkurrenz zu bestehen. Neue Bildthemen erfreuten sich großer Beliebtheit und hingen in fast allen Haushalten.

 

Nicolaes Maes (1634 Dordrecht – 1693 Amsterdam), Bildnis eines Jungen als Adonis, um 1670, Öl/Leinwand, 72,8 x 63 cm, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Wien

Kuratorenführungen „GOLDENE ZEITEN“

Mittwoch, 16.30 Uhr mit Dr. Erika Oehring: 7. August 2019
Mittwoch, 15.00 Uhr mit Dr. Erika Oehring: 4. September 2019

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

Öffentliche Führungen „GOLDENE ZEITEN“

Samstag, jeweils 10.30 Uhr mit Mag. Astrid Ducke:
24. August, 12. Oktober & 7. Dezember 2019
Samstag, jeweils 10.30 Uhr mit Dr. Thomas Habersatter:
14. September, 2. November 2019 & 11. Jänner 2020

Mittwoch, jeweils 15.00 Uhr mit Mag. Astrid Ducke:
2. Oktober & 18. Dezember 2019
Mittwoch, 15.00 Uhr mit Dr. Thomas Habersatter:
20. November 2019

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

Gustostückerl „GOLDENE ZEITEN“

Montag, jeweils 16.00 Uhr

4. November: Genre, Dr. Erika Oehring
11. November: Stillleben, Dr. Erika Oehring
18. November: Landschaft, Dr. Erika Oehring
25. November: Architektur, Dr. Thomas Habersatter
2. Dezember: Marine, Dr. Thomas Habersatter

Treffpunkt: Residenzgalerie Salzburg

Änderungen vorbehalten

Gemälde der Gemäldegalerie zu Gast in der Residenzgalerie

 

Die Malerei der nördlichen Niederlande

Die Holländer des 17. Jahrhunderts verstanden ihre Bilder als Schilderung und Beschreibung der sichtbaren Welt mit einem eigenen Sinn und besonders geschärften Blick für das Undramatisch- Alltägliche.
Die Säkularisierung führte zu einer Verselbständigung nichtreligiöser Themen wie Stillleben, Landschaften, Genrebilder oder Marinedarstellungen. Die beim Publikum sehr begehrten Darstellungen sind reich an mehr oder weniger verschlüsselten moralisierenden Belehrungen – Tot lering en vermaak/um zu belehren und zu gefallen – lautet das kalvinistische Gebot. Unzählige literarische Quellen bilden die Grundlage für die vielfältigen Bedeutungen der einzelnen Motive.
Der in der Regel schwarze Rahmen, die neuerdings bürgerliche Rahmenform, begrenzt selten repräsentative Inhalte. Die Mannigfaltigkeit der Dinge naer het leven/nach dem Leben zu zeigen wurde zur Grundvoraussetzung für die Erkenntnis und das Verstehen der Welt. Die perfekte Naturnachahmung – Imitatio Naturae – die als das höchste Ziel der Kunst galt, wurde zur großen Herausforderung. Das Interesse an der Darstellung der eigenen Region, an der Beschaffenheit der Dinge steht in enger Verbindung mit neuen Erkenntnissen der Naturwissenschaft. Optische Experimente sowie reger Kontakt der Künstler mit Gelehrten war selbstverständlich. Das Bild wurde zu einer besonderen Form der Weltaneignung, es war nicht mehr Teil eines barocken Gesamtkunstwerks, es rechtfertigte sich allein durch sich selbst.


Ultramarin & Muschelgold. Wie die Bilder gemacht wurden

Ultramarin und Muschelgold

Sonderausstellung in der Residenzgalerie Salzburg

Wussten Sie, dass Ultramarin als „Diamant aller Farben“ bezeichnet wird; dass grüne Farbe auch aus giftigem Grünspan gewonnen und dass viele Künstler an den Folgen einer Bleiweissvergiftung starben?

Wie die Bilder gemacht wurden ist das Thema dieser Sonderpräsentation, die 1996 erstmals gezeigt und wegen des anhaltend großen Publikuminteresses in neuer Gestaltung nun in das Ausstellungsprogramm aufgenommen wurde.

Das Anreiben der Farben war bis ins 19. Jahrhundert die mühevolle und oft gesundheitsschädliche Arbeit der Lehrlinge. Maler und Werkstätten experimentierten mit Malmitteln, übernahmen und erfanden Rezepturen, die oft charakteristische Elemente ihrer Kunst bildeten. Besonders wertvoll und für viele Künstler unerschwinglich war das aus Persien eingeführte und mühsam herzustellende Ultramarin aus geriebenem Lapislazuli. Beste Sorten wurden bereits im 16. Jh. mit Gold aufgewogen.

Anhand von ausgewählten Meisterwerken aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg wird der Entstehungsprozess von Kunstwerken veranschaulicht und Einblick in die Rezepturen der Künstler genommen. Besonders bemerkenswerte „Werkspuren“ in den Gemälden werden durch Detailaufnahmen fotografisch dokumentiert.

Mit freiem Auge können deutlich sichtbare Spuren von Malwerkzeugen, Bildträgern sowie Pentimenti/Reuespuren verfolgt werden. Bei Pentimenti handelt es sich um eigenhändige Korrekturen der Meister noch während der Arbeit. So wird das aufmerksame Publikum auf seiner „Pentimentijagd“ durch die Sammlung zum Zeugen eines längst vergangenen Malprozesses.

Das Zentrum der Präsentation bildet ein prächtiges Spektrum von Pigmenten = aus verschiedenen Mineralien und Pflanzen gewonnener Farbstaub.

Kuratorin: Dr. Erika Oehring, Residenzgalerie Salzburg

Hier geht’s zur Übersicht aller aktuellen Führungstermine und andere Veranstaltungen.

 

Katalog: Erika Oehring, Ultramarin & Muschelgold. Wie die Bilder gemacht wurden, Residenzgalerie Salzburg/Domquartier Salzburg, 2018, € 16,90, ISBN 978-3-901443-47-3
(Nach 20 Jahren erweiterte Neuauflage des Buches „Grünspan & Schildlaus. Meister der Residenzgalerie Salzburg und ihre Arbeitsweisen“, 1998, 3. Auflage

Den Katalog erhalten Sie in den Museumsshops des DomQuartier oder bequem im DQ Online Shop.

Kooperationspartner
Naturfarben Manufaktur www.bautrix.com
PIGMENT MANUFAKTUR Teisendorf

Pigment Manufaktur Teisendorf

Pigment Manufaktur Teisendorf

 

Pigmente (c) U. Ghezzi, 2017


Zurückgeholt

Dies, Hohensalzburg

Highlights der kleinen Präsentation sind der von Albert Christoph Dies für die Gemäldegalerie Fürsterzbischof Colloredos geschaffene Salzburg-Zyklus und der von Fürsterzbischof Wolf Dietrichs Hofmaler Kaspar Memberger d. Ä. ausgeführte Arche-Noe-Zyklus. Ergänzt wird die Schau durch Gemälde, die 2017 im Zuge der Auseinandersetzung um das Vermögen zwischen Bund und Land Salzburg auf Initiative des Landeshauptmannes Dr. Wilfried Haslauer dem Land Salzburg übertragen wurden und von der Residenzgalerie Salzburg verwaltet werden.

Künstler: Elias van den Broeck, Pompeo Calvi, Albert Christoph Dies, Anton oder Gabriel Joseph Faistenberger, Gregorio Fidanza, Kaspar Memberger d. Ä., August Theodor Schöfft u. a.

Konzept & Kuratorin: Mag. Astrid Ducke

 

Albert Christoph Dies, Hohensalzburg, 1797 © 2017 RGS/Ghezzi (Ausschnitt)

 

Logo 20.16

Logo 20.16


Mein Blick, Dein Blick, Unser Blick

Mein Blick, Dein Blick, Unser Blick

Interdisziplinäres Kooperationsprojekt mit Verein Südhof, Kommunikationszentrum Oase, Verein Laube und Sozialzentrum Harmogana.

Die Bedeutsamkeit und Zugänglichkeit von Kunst und Kultur für jede/n in den Fokus stellend, wurden Menschen mit psychischer Beeinträchtigung eingeladen das DomQuartier Salzburg zu erkunden. Ausgehend von den einzigartigen Objekten und der beeindruckenden Architektur des DomQuartiers entstanden in mehreren Workshops kreative praktische Arbeiten, welche die ganz persönliche Wahrnehmung, den individuellen Blick einer jeden Teilnehmerin/eines jeden Teilnehmers widerspiegeln. Diese Ergebnisse werden  in der Ausstellung im Terrassensalon des DomQuartiers Salzburg präsentiert.

Projektbegleitung:
Monika Fermin-Vaez
Clara Widerin

 

Vernissage am 19.10. 2017 | um 17:00 Uhr im Weißen Saal der Residenz zu Salzburg

 


Weihnachtliches aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg

Pierre Subleyras, Anbetung der Hirten, Residenzgalerie Salzburg Inv. Nr. 292, Aufnahme Fotostudio Ulrich Ghezzi, Oberalm © 2017 RGS/Ghezzi

Weihnachtliches anhand von Meisterwerken aus dem Bestand der Residenzgalerie Salzburg im DomQuartier Salzburg erleben.

Von der Geburt Christi über die Anbetung der Hirten und der Heiligen Drei Könige bis zur Flucht nach Ägypten und schließlich der Darbringung Christi spannt sich der Bogen der kleinen Präsentation.

Künstler: Michel Corneille gen. der Ältere, Caspar de Crayer, Battista Luteri, gen. Dossi, Anton Mozart, Moritz von Schwind, Pierre Subleyras, Carlo Saraceni gen. Carlo Veneziano, Simon de Vos

Kuratorin: Mag. Astrid Ducke

Pierre Subleyras, Anbetung der Hirten, Residenzgalerie Salzburg Inv. Nr. 292, © 2018 RGS/Ghezzi

 

Veranstaltungs-Tipp:

„Weihnachtsführungen mit Turmblasen“ jeweils Donnerstags um 17:30 Uhr

22. November 2018
29. November 2018
6. Dezember 2018
13. Dezember 2018
20. Dezember 2018

>> alle aktuellen Veranstaltungen im DomQuartier finden Sie hier.


WUNDERKUNST. Erlesenes aus der Kunstkammer Würth

Ab 18. Mai 2018 zeigt sich im DomQuartier Salzburg eine Facette der Sammlung Würth, die angesichts der zahlreichen Sammlungsauftritte zur Kunst der Moderne und der Gegenwart im In- und Ausland bislang weniger deutlich in der öffentlichen Wahrnehmung hervorgetreten ist: die Kunstkammer Würth.

Die exquisite Ausstellung im Nordoratorium zeigt überwiegend Werke des 17. Jahrhunderts, darunter fantasievoll gestaltete Pokale und Trinkgefäße aus Silber und anderen kostbaren Materialien. Die Schnitzereien aus Elfenbein, Alabaster und Buchsbaum stammen von den besten Meistern ihrer Zeit wie Leonhard Kern, Georg Petel und Matthias Steinl.

Solche mit höchster Kunstfertigkeit hergestellten Objekte dienten einst der fürstlichen Repräsentation und wurden in „Kunstkammern“ aufbewahrt. Salzburgs historisches Beispiel ist die ehemalige fürsterzbischöfliche „Kunst- und Wunderkammer“ aus dem 17. Jahrhundert im südlichen Dombogen des DomQuartiers.

Ergänzt wird die rund 70 Exponate umfassende Schau durch „Kunstkammerobjekte“ zeitgenössischer Künstler.

Obgleich eine Auswahl der Kleinode aus der Sammlung des Industriellen, Kunstsammlers und Mäzens Reinhold Würth bereits seit 2005 in idealer Weise die Sammlung des Bode-Museums auf der Berliner Museumsinsel ergänzen und 2003 sowie 2015 in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall temporär bewundert werden konnten, ist ihre Zurschaustellung immer noch eine Besonderheit. Angesichts dieser Tatsache erscheint eine Gastausstellung im DomQuartier Salzburg umso attraktiver.

 

Kunstkammern – staunen und wundern

Die Kunstkammern, die in Europa ab dem 16. Jahrhundert entstanden, werden gerne als Urformen des Museums angesehen. Es wurde gesammelt, was kostbar und interessant war. So wundert es nicht, dass die Bestände der bedeutenden fürstlichen Kunstkammern heute große Museen bereichern. Die Meisterwerke der Sammlung Würth stammen aller Wahrscheinlichkeit nach aus ehemaligen Kunstkammern. Ihre Zusammenschau schlägt eine Brücke zu dieser historischen Form des Sammelns. Als Kollektion vermitteln die Prunkstücke von Leonhard Kern bis Balthasar Permoser ein eindrückliches Bild vergangener wie heutiger Sammelpassion.

Die Sammellust jener Zeit konnte sich an der präzisen Mechanik eines eisernen Schlosses genauso entfachen wie an geradezu atemberaubenden elfenbeinernen Drechselarbeiten. Die uns eigene kunsthistorische Fixierung auf Skulptur, Architektur und Malerei war noch nicht vollzogen und die großen einflussreichen Helden der Florentiner Frührenaissance, wie Filippo Brunelleschi, Lorenzo Ghiberti oder Donatello, waren gelernte Goldschmiede.

Handelsschiffe brachten seit der Entdeckung Amerikas und der Landung der Portugiesen in Indien nicht nur Edelsteine und Gewürze nach Hause, sondern auch Exotisches aus Fauna und Flora, was Kunsthandwerker zu kreativen Wunderwerken inspirierte. Denn die exotischen Trouvaillen waren nicht bloße Materialien, sie waren auch Ausgangspunkt und Inspiration für höchst artifizielle Kreationen, in denen die für Kunstkammerobjekte so typische Verbindung von Naturalia und meisterhafter Handwerkskunst deutlich zutage treten konnte. Beliebt waren etwa Concilien, Schalen von Meerestieren aller Art, unter denen das hell schimmernde Perlmuttgehäuse der aus dem südwestlichen Pazifik stammenden Nautilusschnecke herausragt. Von Amsterdam aus gelangten die kostbaren Nautilusschalen in die europäischen Goldschmiedezentren, in denen sich bald schon Nautilusexperten herausgebildet hatten, die die Schalen mit kleinplastischem Schmuck verzierten. Allein schon durch ihre Form schienen die Objekte prädestiniert, als Pokale und Gießgefäße genutzt zu werden, wie das eindrucksvolle, in Silber gefasste und teilweise vergoldete Exemplar der Sammlung Würth belegt, das vom Nürnberger Meister Johannes (I.) Clauss gefertigt wurde.

Große Nachfrage bestand im 17. Jahrhundert auch nach Elfenbein, das die ostund westindischen Handelskompanien vor allem aus Afrika herbeischafften, um die in Mode gekommene, hoch spezialisierte Technik des Drechselns zu ermöglichen. Als Récréation gehörte das Elfenbeindrechseln sogar zum akzeptierten Kanon hochadeliger Kunstübung, die sich auch architektonisch im Raumtypus hofeigener Drechselkammern niederschlug. Und mehr noch: Vor dem Hintergrund eines mechanistischen Weltbildes, das Gott als den größten Drechsler pries, offenbarten Fürsten in dieser Tätigkeit ihr eigenes Selbstverständnis. Aufgrund seiner sinnlichen Anmutung, des zarten Glanzes und der feinen, belebenden Maserung wurde Elfenbein auch gerne für figürliche Darstellungen verwendet, von denen die Sammlung Würth insbesondere in den Werken des Hohenlohers Leonhard Kern herausragende Beispiele besitzt.

Abbildung: Vier Knäblein aus einer Gruppe von Allegorien der fünf Sinne, 1690/1700
Balthasar Permoser (Kammer b. Traunstein 1651 – 1732 Dresden) zugeschrieben
Elfenbein, Sammlung Würth, Inv. 16738
Foto: Blumka Gallery, New York

Zu jeder Sonderausstellung kann ein Informationsheft in Brailleschrift an allen Kassen des DomQuartiers ausgeliehen werden.


Wolf Dietrich von Raitenau. Auf den Spuren des Fürsterzbischofs

Wappen Wolf Dietrich von Raitenau

2017 jährt sich Wolf Dietrichs Tod zum 400. Mal. Gestorben am 16. Jänner 1617, zählt der Fürsterzbischof zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Salzburger Geschichte. An der Wende zu einer neuen Epoche, dem Barock, lässt der Raitenauer den fürsterzbischöflichen Sitz im Herzen der Stadt in neuem Glanz erstrahlen. Italienische Leichtigkeit in Architektur, Malerei und Plastik wird durch eine prunkvolle Hofhaltung ergänzt. Und so steigt Salzburg um 1600 neben dem kaiserlichen Hof in Prag und dem 1623 zur kurfürstlichen Residenzstadt erhobenen München zu den bedeutendsten Kunstzentren Mitteleuropas auf. Teile des Gebäudekomplexes beherbergen heute das DomQuartier Salzburg, das das Todesjahr zum Anlass nimmt, mit einer Ausstellung dem Landesfürst zu gedenken. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau steht am Anfang von Salzburgs prunkvollem Weg in den europäischen Barock.

Die Ausstellung bietet ein Gesamterlebnis zur Person Wolf Dietrichs und umfasst das gesamte DomQuartier Salzburg und inkludiert an Sams-, Sonn- und Feiertagen die Landkartengalerie im Toskanatrakt (Universität Salzburg; Zugang über die Räumlichkeiten des DomQuartiers).

Themenbereiche
Bauherr, Fürst, Zeremoniell, Antike, Herrschaftsgedanke, Italien, Wappen, Person, Sammler, Künstler, Visionär, Erzbischof, Kunstmäzen, Wirtschaft, Musik, Privat, Gefangenschaft und Tod

Objektauswahl
Museen des DomQuartiers sowie weitere Leihgeber aus Salzburg. Es werden Objekte aus allen Bereichen der bildenden Kunst zu sehen sein.

Die Landkartengalerie im Toskanatrakt ist dank der Unterstützung der Universität Salzburg an Sams-, Sonn- und Feiertagen während der Öffnungszeiten des DomQuartiers über die Prunkräume der Residenz zugänglich. Folgend die genauen Termine:

Sa. 25. 11., So. 26. 11. 2017
Sa. 2. 12., So. 3. 12. 2017
Fr. 8. 12., Sa. 9. 12., So. 10. 12. 2017
Sa. 16. 12., So. 17. 12. 2017
Sa. 23. 12. 2017 (So. 24. 12. ist das Museum geschlossen) – Mo. 1. 1. 2018
Sa. 6. 1., So. 7. 1. 2018
Sa. 13. 1., So. 14. 1. 2018
Sa. 20. 1., So. 21. 1. 2018
Sa. 27. 1., So. 28. 1. 2018
Sa. 3. 2., So. 4. 2. 2018
Sa. 10. 2., So. 11. 2. 2018
Sa. 17. 2., So. 18. 2. 2018
Sa. 24. 2., So. 25. 2. 2018
Sa. 3. 3., So. 4. 3. 2018
Sa. 10. 3., So. 11. 3. 2018
Ostern sowie die beiden Wochenende davor scheiden wegen der Antiquitätenmesse aus
Sa. 7. 4., So. 8. 4. 2018
Sa. 14. 4., So. 15. 4. 2018
Sa. 21. 4., So. 22. 4. 2018

 

Ausstellungsgestaltung
Die Wegführung beginnt im Hof der Residenz und führt über die Prunkräume, die Landkartengalerie, die Residenzgalerie, das Nordoratorium und die Lange Galerie bis zum Museum St. Peter. Themenbereiche mit Objekten, die mit Wolf Dietrichs zusammenhängen, begleiten den Besucher durch das gesamte DomQuartier. Sowohl in der Residenzgalerie als auch im Nordoratorium werden Ausstellungsschwerpunkte gesetzt. Individualbesucher und Gruppen können das Leben und Schaffen des Fürsterzbischofs ergehen.

Broschüre
Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog. Autoren sind die Kuratoren des DomQuartiers sowie Experten zu den einzelnen Themenbereichen. Der inhaltliche Aufbau folgt dem Ausstellungskonzept.

Spezialführungen
Die Ausstellung wird durch Spezialführungen durch das DomQuartier und den angrenzenden Gebäudeteilen ergänzt. Ein Museumspädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche wird entwickelt.

Gesamterlebnis
Die Ausstellung widmet sich 30 Jahre nach der großen Landesausstellung einem der wichtigsten Kapitel der Salzburger Kunst- und Kulturgeschichte. Das DomQuartier nutzt wesentliche Gebäudeteile, die unter Wolf Dietrich entstanden sind und beherbergt zahlreiche Kunstschätze aus der Zeit um 1600.

Idee, Konzept, Organisation und Kuratoren
Astrid Ducke, Thomas Habersatter

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Logo Uniqa

 


Kultureller Dialog im DomQuartier Salzburg. Feste feiern

Integratives Kunstprojekt – Präsentation kreativer Werke von Asylwerbern

Das DomQuartier Salzburg – reich an Geschichte und hochkarätigen Kunstwerken – fasziniert viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Flüchtlinge und Asylwerber aus verschiedenen Ländern wurden eingeladen sich an einem partizipatorischen Kunstprojekt zu beteiligen.

Dabei wurde der Rundgang des DomQuartiers gemeinsam erkundet und Näheres zur Geschichte Salzburgs und unserer Kultur vorgestellt. Bei der Betrachtung der großartigen Gemälde der Residenzgalerie wurde ein alle Kulturen verbindendes positives Thema für das Projekt gefunden: Feste werden überall auf dieser Welt und zu allen Zeiten gefeiert!

Zuerst war es wichtig sich gegenseitig kennenzulernen und zu ermitteln, welche Feste und wie sie in den verschiedenen Ländern gefeiert werden. Die Kommunikation in Englisch, Arabisch, Farsi, gebrochenem Deutsch und mit Händen und Füssen war nicht immer einfach, aber der Wille sich auszutauschen und zu lernen führte zu gegenseitigem Verständnis.

Es wurde ausgelotet, wie sich jeder einzelne mit seinen Stärken und Interessen am Kreativ-Projekt beteiligen kann. Viele Vorkenntnisse und Kompetenzen aus den Berufen, die die Asylwerber in ihren Heimatländern ausgeübt haben, konnten wunderbar in das Projekt einfließen und bei der Umsetzung und bildnerischen Gestaltung der Werke hilfreich sein.

Entstanden sind kreative Werke rund um das Thema „Feste feiern“: Malereien und Graffitis, grafische Arbeiten mit bunten Kugelschreibern, reliefartige Objekte, afghanische Festtagsgewänder, Fotoarbeiten, ein Lampenobjekt aus Kalebassekürbis, Musik- und Tanz-Videos…

Eine Foto- und Videodokumentation zeigt zusätzlich die einzelnen Stadien des Projektes.

 

Plädoyer für Kunst, Kreativität und Ästhetik als Integrationsarbeit

Angeregt durch das private Engagement von der Museumspädagogin Alexandra Hederer hat sich aus Mal- und Bastelnachmittagen mit Flüchtlingen im Kreativraum der Residenzgalerie ein intensives Kunst- und Sozialprojekt entwickelt, welches auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird.

Es gibt bereits eine große Vielfalt an Projekten und Ideen, wie es gelingen kann, Menschen auf der Flucht willkommen zu heißen und wie Integration ermöglicht werden kann. Im kulturellen Dialog, gegenseitigem Austausch und im gemeinsamen kreativen Arbeiten besteht die Chance sich zu begegnen und voneinander zu lernen. Die Suche nach dem was uns verbindet und was wir gemeinsam gestalten können ist dabei wichtiger, als immer zu betonen was uns unterscheidet. Mit dem Projekt „Kultureller Dialog im Museum“ bekommen Asylwerber einerseits die Möglichkeit sich mit unserer Kultur zu identifizieren, erhalten eine eigene künstlerische Plattform und werden mit ihren Kompetenzen wertgeschätzt. Andererseits ist es aber auch eine einmalige Gelegenheit fremde Kulturen kennenzulernen und damit fest in die Gesellschaft verankerte Vorurteile zu zerstreuen. Asylwerber zum Museumsbesuch zu motivieren und ihre interkulturellen Kompetenzen auszubilden ist ein nachhaltiger Beitrag zur Sicherung der Zukunft der Museen.

 

Beteiligung am Projekt: Asylwerber aus Syrien, Afghanistan, Marokko, Gambia, Türkei und Ägypten

Projektbegleitung: Monika Fermin-Vaez, Alexandra Hederer, Mag. Clara Widerin


Hommage an Johann von Staupitz

Staupitz Tagung St. Peter

Wie Martin Luthers Freund und Wegbegleiter Abt von St. Peter wurde

Der aus einem sächsischen Adelsgeschlecht stammende Johann von Staupitz wurde um 1468 in Motterwitz geborenen. Einen Teil seiner Kindheit soll er im kursächsischen Schloss Torgau verbracht haben, wo er den späteren Kurfürsten Friedrich III. kennengelernt haben dürfte. Nach dem Studium in Köln und Leipzig trat er 1490 in den Orden der Augustiner-Eremiten in München ein. 1497 immatrikulierte Staupitz an der Universität Tübingen, wo er auch Prior des dortigen Klosters wurde. Am 7. Juli 1500 promovierte er zum Doktor der Theologie.

Auf Bitte des Kurfürsten Friedrich III. übernahm Staupitz 1502 das Amt des ersten Dekans der theologischen Fakultät der neugegründeten Universität in Wittenberg. Ein Jahr darauf wurde Staupitz zum Generalvikar aller reformierten Augustinerklöster Deutschlands gewählt (er übte dieses Amt bis 1520 aus), was eine ausgedehnte Reisetätigkeit nach sich zog. 1512 legte er seine Professur zurück, sein Nachfolger wurde sein Schützling, der junge Martin Luther. Staupitz selbst hielt sich danach vorwiegend in Nürnberg und München sowie in Salzburg auf, wo er in der Stadtpfarrkirche (der heutigen Franziskanerkirche), in St. Peter und im Dom als Prediger tätig war.

1522 wechselte Staupitz in den Benediktinerorden, legte am 1. August 1522 die Profess ab und wurde tags darauf zum Abt von St. Peter gewählt. Nach nur zweieinhalbjähriger Amtszeit starb Johann von Staupitz am 28. Dezember 1524. Sein Grab befindet sich in der Marienkapelle der Erzabtei.

 

Doctor Staupitz, den ich rühmen muss…,

schrieb Martin Luther einst über seinen Lehrer, Ordensvorgesetzten, Freund, Mentor und Beichtvater Johann von Staupitz. Dessen Bezug zu Salzburg entspann sich über die Freundschaft mit Erzbischof Leonhard von Keutschach und dessen Nachfolger, Matthäus Lang von Wellenburg. Staupitz war einer der wesentlichen Träger der Reformation auf theologischer Ebene, stand Luther sehr nahe, war sein Impulsgeber und ihm bis zuletzt in Hochachtung zugetan.

Martin Luther selbst bekräftigte immer wieder die große Bedeutung, die Staupitz für ihn hatte. Er stand mit ihm bis zu dessen Tod in regem Briefwechsel. In seinen Tischreden und Briefen ist rund 120mal von Staupitz die Rede, hier finden sich Sätze wie: „Von Erasmus (von Rotterdam) habe ich nichts. Ich habe all mein Ding von Dr. Staupitz: der hat mir den Anstoß gegeben.“  Oder: „Hätte mir Dr. Staupitz oder vielmehr Gott durch Dr. Staupitz aus den Anfechtungen nicht herausgeholfen, so wäre ich darinnen ersoffen und längst in der Hölle.“ Am 3. Oktober schrieb Luther an den in Salzburg weilenden Staupitz: „Ihr verlasset mich gar zu sehr. Ich bin über Euch heute so betrübt gewesen, wie ein entwöhntes Kind über seine Mutter [] Diese Nacht hat mir von Euch geträumt. Es war, als wenn Ihr von mir Abschied nähmt. Da habe ich bitterlich geweint und gewehklagt. Da hobt Ihr die Hand auf und sagtet: Ich sollte stille sein. Ihr wolltet bald wieder zu mir kommen…“

 

Das Museum St. Peter erinnert anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 mit Grafiken aus dem Bestand der Erzabtei St. Peter an diesen berühmten und bedeutenden 62. Abt der Benediktinerabtei. Unter den Exponaten befindet sich auch die Professurkunde vom 1. August 1522, die Johann von Staupitz eigenhändig geschrieben hat. Sie enthält neben der Professformel Staupitz‘ Wappen mit dem Jagdhorn. Zudem ist ein Ölgemälde zu sehen, das erst kürzlich im Kloster Mülln wieder entdeckt wurde. Es nimmt Bezug auf das einzige bekannte authentische Porträt von Johann von Staupitz aus St. Petrischen Besitz.

 

Im Zuge des Reformationsjubiläums gab es im Benediktinerstift St. Peter auch eine Tagung unter dem Titel „Reform oder Reformation?“ statt. Hier finden Sie den Link zum Bericht darüber.

 

 

Johannes IV. Staupitz, 17. Jhd.
Barocke Kopie eines unbekannten Malers des Porträts der Cranach-Schule
© Stadtpfarrkirche Mülln

 


Allegorie. Die Sprache der Bilder

Amor mit Seifenblasen von Rembrandt

Die Begegnung mit Allegorien heute

Was bedeutet einem heutigen Menschen die Begegnung mit Allegorien, Personifikationen oder Symbolen aus längst vergangener Zeit? Kann das Wissen und Verstehen des Barock noch etwas mit unserer derzeitigen Lebenswelt zu tun haben? Die Kunstwerke beweisen. Es kann!

Allegorien und Personifikationen sind vieldeutige Sinnbilder die die bildende Kunst des Barock beherrschten. Aus Begriffen wie Krieg, Frieden, Liebe, Tod oder Vergänglichkeit wurden faszinierende Bildschöpfungen die dem ureigensten Anliegen von Kunst dienten und dienen: der Erklärung der Welt.

Das DomQuartier Salzburg bietet eine reiche Vielfalt an komplexen Bilderfindungen – sowohl in den einzelnen Kunstsammlungen als auch auf der Ebene der künstlerischen Raumgestaltung. Kunstwerke des 16. bis 21. Jahrhunderts aus der Residenzgalerie Salzburg, der Sammlung Rossacher (Salzburg Museum) und dem Dommuseum Salzburg verdichten das Thema – gemeinsam mit Leihgaben aus wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Schließlich kann in den Prunkräumen der Residenz mit theatralischen Stuck- und Deckengemälden von Johann Michael Rottmayr, Martino Altomonte, Antonio Beduzzi oder Alberto Camesina die „Sprache der Bilder“ als angewandte Programmatik barocker Prachtentfaltung erlebt werden.

 

Ein Blick auf die Arbeiten hinter den Kulissen

 

 

Künstler:
Hendrick Goltzius, Peter Paul Rubens, Rembrandt, Gerard Dou, Gerbrand van den Eeckhout, David Teniers d. J., Adriaen Brower,  Giacomo del Po, Daniel Gran, Heinrich von Schönfeld, Honoré Fragonard, Friedrich von Amerling, Hans Makart, Edvard Munch, Alfred Kubin uvm. schenken Einblick in den Formen- und Ideenreichtum dieser Bildgattungen. Nicht zuletzt veranschaulicht die britische Künstlerin Sam Taylor-Wood in einer Videoarbeit aus dem Jahre 2001 die immerwährende Aktualität von Begriffen wie Zeit und Verfall.

Katalog zur Ausstellung „Allegorie. Die Sprache der Bilder“ € 16,90

Konzept & Idee: Dr. Erika Oehring
Kuratoren: Mag. Astrid Ducke, Dr. Thomas Habersatter, Dr. Erika Oehring

 

Den Katalog zur Ausstellung erhalten Sie im Online Shop und im Museumsshop der Residenzgalerie.

 

 

 

 


Troger, Rottmayr, Kremser Schmidt. Bildgeschichten für Salzburg

Johann Michael Rottmayr

Zum zweiten Mal gestaltet das Salzburg Museum eine Ausstellung im Nordoratorium des DomQuartier Salzburg. Nach „Prima Idea“, einer exquisiten Auswahl aus der Sammlung Rossacher, zeigt es nun die verkleinerte Ausstellung „Geste baroque“, die von Oktober 2016 bis Jänner 2017 im Musée du Louvre in Paris zu sehen war.

Verkleinert deswegen, weil fast 50 Prozent der Objekte in Paris Zeichnungen und Grafiken waren, die jetzt auch wieder eine lichtlose Ruhepause brauchen. Verkleinert aber auch, weil nicht alle Leihgaben zur Verfügung stehen – und weil das Nordoratorium etwas weniger Ausstellungsfläche bietet als der, der Ausstellung zugedachte Platz, im Louvre. Aus diesen praktischen und konservatorischen Gründen wurde das Augenmerk auf die drei großen Maler Salzburgs im 18. Jahrhundert und ihre Arbeiten für Salzburg gelegt.  Johann Michael Rottmayr freskierte die Dreifaltigkeitskirche und schuf für die Residenz Fresken und Deckenbilder. Paul Troger wiederum verdanken wir das Fresko in der Kajetanerkirche und etliche Altarbilder. Johann Martin Schmidt, genannt Kremser Schmidt schließlich stand über lange Zeit in den Diensten von St. Peter.

Die Ausstellung zeigt u.a. je zwei großformatige Tafelbilder Rottmayrs und Trogers, die für Ratsstuben gemalt wurden. Dementsprechend „sprechend“ ist ihre Ikonographie, die in der Präsentation entschlüsselt und „lesbar“ gemacht wird. Zudem können die BesucherInnen beobachten, wie Kremser Schmidt das Motiv für das Hochaltarbild der Stiftskirche von St. Peter entwickelte. Hier ist den Kunstsammlungen von St. Peter für Leihgaben zu danken. Zudem können etliche kleinformatige Arbeiten dieses „barocken Dreigestirns“ gezeigt werden, die bislang selten ausgestellt wurden. Eine bildreiche Dokumentation macht die Restaurierung von Rottmayrs „Triumph der Immaculata“ sichtbar – diese konnte nur mit der finanziellen Hilfe durch den Salzburger Museumsverein in Angriff genommen werden. Die Ausstellung soll auch dazu anregen, Troger, Rottmayr und Kremser Schmidt ganz bewusst wieder einmal dort aufzusuchen, wo sie seit Jahrhunderten Salzburgs Bauwerke schmücken.

 

Kuratorin der Ausstellung
Dr. Regina Kaltenbrunner, Sammlungsleiterin Sammlung Rossacher im Salzburg Museum


Meisterwerke. Europäische Malerei des 16.- 19. Jahrhunderts

Die Studioausstellung „Rembrandt. Unter der Farbe“ wird von Meisterwerken der holländischen und flämischen Malerei aus der Zeit Rembrandts umrahmt.
Wegweisende Landschaftsbilder seiner Zeitgenossen Jan van Goyen, Aelbert Cuyp, Paulus Potter und Salomon van Ruysdael sind ebenso zu sehen wie das berühmte Frühstücks-Stillleben des bedeutenden Stilllebenmalers Jan Davidsz. de Heem. Porträts und Genrebilder verdichten den Einblick in die niederländische Malerei der Zeit Rembrandts, des „Goldenen Zeitalters“.Diesen herausragenden Sammlungsbestand  erwarb das Land Salzburg aus der altösterreichischen Adelssammlung Czernin.

Kuratoren
Astrid Ducke, Thomas Habersatter, Erika Oehring

 

Jan Davidsz. de Heem, Stillleben, Frühstück mit Champagnerglas und Pfeife
Öl/Eichenholz, 46,5 x 58,5 cm
Residenzgalerie Salzburg, Inv. Nr. 562
Fotostudio Ghezzi, Oberalm

 

 


Weihnachtsausstellung „Alle Jahre wieder“

Alle Jahre wieder zeigen uns Hirtenspiele, Krippen und andere Werke der bildenden Kunst, wie es damals war, als der Sohn Gottes auf die Welt kam. Bilder vom Stall zu Bethlehem, vom Jesuskind in der Futterkrippe, von staunenden Hirten und prächtig gekleideten Königen prägen unsere Vorstellung vom Weihnachtsereignis. Alle diese Bilder beruhen im Kern auf den unterschiedlichen Berichten der Evangelisten Matthäus und Lukas.

Hätten sich Kirche und Künstler jedoch allein an diese knappen kanonischen Texte gehalten, wüssten wir nichts von den hartherzigen Wirtsleuten, von Ochs und Esel, von den Gaben der Hirten, von den Königen aus drei Kontinenten und den Ereignissen auf der Flucht nach Ägypten. Viele erzählerische Details, die Lücken in den biblischen Texten zu schließen scheinen, verdanken wir anderen Quellen wie den apokryphen Evangelien, der Legenda aurea oder den Schriften der Mystiker.

Die Weihnachtsausstellung findet heuer das erste Mal im Nordoratorium des Salzburger Domes statt. Sie präsentiert Werke der Malerei, Grafik, Skulptur und Goldschmiedekunst von der Spätgotik bis ins 20. Jahrhundert, die uns die Weihnachtsgeschichte von der Verkündigung bis zur Darbringung im Tempel fantasievoll und facettenreich erzählen.

Neben Exponaten aus dem Bestand des Dommuseums sind Leihgaben aus dem Salzburg Museum, der Erzabtei St. Peter, Stift Kremsmünster, Stift Göttweig, Schloss Bruck (Lienz), der Universitätspfarre Salzburg sowie den Pfarren Herrnau, Hohenzell (OÖ) und Kitzbühel zu sehen.

Expertenführungen
Samstag, 17. 12. und 31. 12. 2016
jeweils 10:30 Uhr
und nach Vereinbarung

Führungen mit Turmblasen und Christkindlmarkt-Schmankerl
Donnerstag, 24. 11., 1. 12., 8. 12. und 22. 12. 2016
jeweils 17:30 Uhr
(Anmeldung erforderlich)

 

Simon Benedikt Faistenberger, Anbetung der Könige, 1724
Kitzbühel, Pfarre St. Andreas

 


Rembrandt. Unter der Farbe

Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Rembrandt und Rembrandt-Schule“

Das Gemälde von Rembrandt Harmensz. van Rijn „Betende alte Frau“ – auch „Rembrandts Mutter“ genannt – ist hinsichtlich der Maltechnik eine Besonderheit. Auf einer vergoldeten Kupferplatte gemalt, zeigt das Bild die herausragende technische Versiertheit des Künstlers. Zudem ist das kleine Bildnis eine Charakterstudie, Tronie, genannt. Die Empathie, mit der Rembrandt das Modell zeigt, ist einzigartig. Das Bild wurde Anfang der 1980er-Jahre gemeinsam mit 69 anderen wertvollen Gemälden aus der Wiener Adelssammlung Czernin für die Salzburger Landessammlung erworben.

Die Ergebnisse der technischen Untersuchungen, die erstmals an diesem Gemälde durchgeführt wurden, werden nun in einer Ausstellung präsentiert. So wird dem Publikum ein Blick tief unter die Farbschichten und damit unter die „Haut“ des Rembrandt-Bildes gewährt. Neue Fragen und Untersuchungsmethoden dokumentieren den ursprünglichen Gedanken ebenso wie die Idee des Meisters, da sie den ersten und später verworfenen Entwurf zum Vorschein bringen. Materialanalysen geben Auskunft über die Wahl von Pigmenten und Bindemitteln.

 

Ausstellung

Kuratorin: Gabriele Groschner

Kooperationspartner: naturwissenschaftliche Labor des Kunsthistorischen Museums Wien.

Gestaltung der Ausstellung: Markus Huber, Visuelle Medien, Salzburg

Claudia Hell, Restauratorin und Vergoldermeisterin, Salzburg

 

Forschungsprojekt

Forschungsleiterin: Gabriele Groschner

Kooperationspartner: Naturwissenschaftliches Labor des Kunsthistorischen Museum Wien Verband für Experten der niederländischen Kunst)

Sponsor: XGLab. X and Gamma Ray Electronics, Mailand

Förderung: Land Salzburg (Abt. 2; Referat 2/04)

 

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Harmensz. van Rijn Rembrandt, Betende alte Frau (Ausschnitt)
© RGS/Ghezzi

 

 

 

 


Raum.Zeit.Identität

Rauminstallationen, Fotoarbeiten, Licht- und Videoprojektionen

Im Rahmen eines partizipatorischen Ausstellungsprojektes präsentiert das DomQuartier Salzburg in vier Räumen der Residenzgalerie und in den Räumlichkeiten des Nordoratoriums multimediale Rauminstallationen, Fotoarbeiten, Licht- und Videoprojektionen.

Studierende der Fachhochschule Salzburg (MultiMediaArt und MultiMediaTechnologie) und der Universität Mozarteum (Bühnengestaltung und Bildnerische Erziehung) präsentieren künstlerische Experimente zu Themen, die uns heute alle bewegen. Sie zeigen ihre ganz eigenen, facettenreichen Interpretationen mit unterschiedlichen Gestaltungselementen.

Einige Studierende haben mit Asylwerbern und Flüchtlingen zusammengearbeitet und sich zu dem Komplex „Raum-Zeit-Identität“ mit speziellen Aspekten auseinandergesetzt, wie: Individuelle und kollektive Erinnerungskultur, Selbst- und Kollektivbewusstsein, Integration-Migration-Sozialisation und darüber hinaus der Einfluss der verschiedenen Komponenten auf Wesen und Mechanismen der heutigen Gesellschaft.

Hochkarätige Kunstwerke der Residenzgalerie und die historischen Raumerlebnisse im Nordoratorium bilden den Ausgangspunkt für dieses Projekt, sie werden mit den auch heute brisanten Themen „Raum, Zeit und Identität“ in Beziehung gebracht. Dabei werden kunsthistorische Inhalte aufgegriffen, in eine eigene Bildsprache transformiert und mit den räumlichen Gegebenheiten in Beziehung gesetzt. Inhaltlich und künstlerisch wird eine Brücke zwischen Alten Meistern, historischen Räumen, Neuen Medien, den Künstlern und auch den Menschen geschaffen, die diese Ausstellung besuchen.

Die Räumlichkeiten werden durch Elemente wie Spiegel und Licht zu spannenden Projektionsflächen und verweisen damit auf Themen wie Spiritualität, Kosmisches, Unendlichkeit und Transzendenz.

Was bedeutet Zwischenraum, was bedeutet Nähe für jeden einzelnen von uns und wie wollen wir diesen Raum zwischen uns Menschen gestalten? Wer bin ich und wer sind die anderen?
Dies sind zentrale Fragen, die gleich in mehreren künstlerischen Arbeiten zum Thema gemacht werden.

Welche Identität besitzt ein Land, welche Weltanschauung oder Charakterisierung in sozialer, kultureller oder politscher Hinsicht? Eine interaktive Wand lädt dazu ein, Österreich auf eine neue Art und Weise kennenzulernen.

Ein ins arabische übersetzter Bibelvers in Form eines Sprachkurses soll eine Annäherung zwischen Menschen mit unterschiedlicher Sprache, Kultur und Religion sein.

In einer begehbaren Rauminstallation wird der Besucher dazu aufgefordert, sich unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft physisch und psychisch einer Situation der Schutzlosigkeit, des eingeschränkten Agitationsraums und der unkontrollierbaren Berührung auszusetzen und lässt den Rezipienten damit Ereignisse der Silvesternacht in Köln 2015/16 körperlich nachempfinden.

Wann erfahren wir Menschlichkeit und menschenwürdige Behandlung, wie können wir Grenzen überwinden, Ängste und Unbehagen abbauen und fremde Kulturen zusammenführen? Die Arbeiten der Studierenden fordern den Besucher heraus, über aktuelle Themen im historischen Kontext nachzudenken und über seine eigenen Einstellungen zu reflektieren.

 

Ausstellungskonzept und Ausstellungsgestaltung
Monika Fermin-Vaez
Studierende der Fachhochschule Salzburg
Studierende der Universität Mozarteum


Kooperationspartner
Österreichischer Integrationsfond und Caritas Salzburg
Logo MOZ

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Salzburg 20.16: Willkommen in Salzburg, willkommen in Österreich!

zwischen Bayern und Österreich

Auf dem 1,3 Kilometer langen DomQuartier-Rundgang durch den weitläufigen Dom-und Residenzbereich wandelt man auf geschichtsträchtigem Boden – auch wenn man den Weißen Saal, einen der Prunkräume der Residenz, betritt. Mit ihm beherbergt das DomQuartier einen der wichtigsten Orte des Jubiläumsjahres 2016. Denn hier wurde nach zwei Jahrzehnten ständiger Machtwechsel im Land am 1. Mai 1816 der offizielle Übernahmevertrag zwischenBayern und Österreich unterzeichnet. Dieser beurkundet u.a. nicht nur die neuen Grenzen des Landes Salzburg und die Eingliederung in Österreich, sondern bezeugt  auch einen neuen geschichtlichen Abschnitt für Salzburg.

Die Salzburger Burgen & Schlösser zeigen in Kooperation mit Salzburg 20.16 eine künstlerisch-mediale Inszenierung in Form einer humorvollen Unterredung der beiden Hofkommissäre während des Übergabeprozederes, die im Rahmen des Rundgangs durch das DomQuartier Salzburg ab Mitte April zu sehen ist.

 

Druck

 

 

Der Vertragstext, den die beiden Kommissäre, Carl Graf von Preysing und Bernhard Freyherr von Hingenau, im Weißen Saal unterzeichneten, lautet:

 

Protokoll
Ueber die Uebergabe der durch den am 14ten April 1816 zu München abgeschloßenen Staatsvertrag von der Krone Baiern an Oestreich abgetretten[e]n Länder
und Gebiets Theile.

Nachdem in Folge eines zwischen S. Majestät dem Kaiser von Österreich und S. Majestät dem König von Baiern am 14ten April d. J. 1816 zu München geschlossenen
Staats-Vertrages die Theile des Hausruk Viertls und des Innviertl, sowie sie im Jahr 1809 von Oestreich abgetretten worden sind, ferner das Amt Vils, und endlich das Herzogthum Salzburg,
gleichfals so wie dasselbe im Jahre 1809 von Oestreich abgetretten wurde, jedoch mit Ausnahme der Aemter Waging, Titmoning, Teisendorf und Laufen, in so ferne dieselben auf dem linken Ufer der
Salzach und der Saale gelegen sind, welche Aemter mit ihren Zugehörungen, und Zuständigkeiten mit vollem Eigenthume und Suverenität ferner bey dem Königreich Bayern verbleiben,
an S. Majestät den Kaiser von Österreich wieder abgetretten werden, und nach dem der im 16ten Artikel des Vertrags zur Uebergabe an S. k.k. apostolische Majestät bestimte Termin mit dem heutigen Tage eintritt,
so sind zum Vollzuge der Vertragsmässigen Länder Uebergabe als Hofkomissarien ernan[n]t, und von ihren allerhöchsten Höfen besonders bevollmächtiget und beauftragt worden, und zwar zur Uebergabe der
königl. bairi[schen]Kämerer, General-Komissär des Salzachkreises, Commandeur des königlich bairischen Zivil Verdienst Ordens der bayrischen Krone und des Johanniter Ordens Ehrenritter,
Herr Karl Graf von Preysing – zur Uebernahme aber der k.k. wirkliche geheime Raths Präsident der Regierung, des Landrechts u der Stände des Erzherzogthums Oestreich ob der En[n]s, Herr Bernhard Gottlieb Freyherr von Hingenau,
welche beyde Hofkomissarien nach wechselseitiger Anerkennung, richtigen Befunde, und Auswechslung ihrer Vollmachten zur wirklichen Landes Uebergabe und Uebernahme geschritten sind.

1816 Mai 1. Salzb. 86/5

[Seite 2]

Es übergiebt sonach der königlich bairische Herr Hofkomissär Karl Graf von Preysing Kraft der ihm ertheilten unterm 18ten April 1816 ausgefertigten Vollmacht, und in Gemäßheit der ihm unterm 22ten desselben Monats
und Jahres gegebenen königlichen Instruktion an den kaiserlich königlichen oesterreichischen dazu bevollmächtigten Herrn Hofkomissär, die Theile des Hausrukviertels, und des Innviertl nach den jenigen Gränzen,
wie diese Länder im Jahre 1809 von Oestreich abgetretten worden sind. Ferner übergiebt der königlich bairische Herr Hofkomissär Karl Graf von Preysing an den k.k. oestreichischen Herrn Hofkomissär
Bernhard Gottlieb Freyherr von Hingenau das Amt Vils und endlich das Herzogthum Salzburg, so wie letzteres im Jahre 1809 von Oestereich abgetretten worden, jedoch mit Ausnahme der Aemter Waging, Titmoning,
Teisendorf u Laufen, in so ferne dieselben auf dem linken Ufer der Salzach und der Saale gelegen sind, als welche Aemter samt allen ihren Zugehörungen, und Zuständigkeiten mit allem Eigenthum und Suverenität
der Krone Baiern verbleiben. Alle solchergestalt durch den königlich baierischen Herrn Hofkomissär übergebenen Länder übernim[m]t der kaiserlich konigliche ostereichische Herr Hofkomissär Kraft seiner Vollmacht,
in der Art, wie dieselben übergeben worden sind, als künftige Bestandtheile des oestereichischen Kaiserstaats. Dem zu Folge hat der koniglich bayrische Herr Hofkom[m]issär Karl Graf von Preysing das anliegende
zu München unterm 30ten April 1816 ausgestelte königliche Abtrettungs Patent öffentlich vorlegen und anheften, die königl. Hoheitszeichen aber abnehmen, die königlichen Wachtposten zurückziehen lassen,
und jene mit den abgetrettenen Ländern übergehenden Staatsdiener welche bey dem gegenwärtigen Uebergabsakt anwesend waren, der königlich[en] Majestät geschworene Pflichten unter Bezeugung der allerhöchsten
Zufriedenheit über ihren bewiesenen Diensteifer und die dem Lande geleisteten treu[e]n Dienste feyerlich entbunden. Eben so hat der k.k. oestreichische Herr Hofkomissär Bernhard Gottlieb

[Seite 3]

Freyherr von Hingenau das beygeschlossene zu Conegliano am 22ten April ausgefertigte k.k. oestreichische Besitzergreifungs Patent oeffentlich vorlesen und anheften, dann die k.k. oesreichischen Wappen und Insignien
an die Stelle der königlich bairischen aufrichten – die konigl. bairischen Wachtposten von oestreichischen Truppen beziehen – und jene mit den übernom[m]enen Ländern übergehenden Staatsdiener, welche bey dem
gegenwärtigen Uebernahmsakt anwesendwaren, sich vorstellen lassen. Urkundlich dessen wurde gegenwärtiges Protokoll doppelt ganz gleich lautend ausgefertigt, und von beyden Herrn Hofkomissarien
eigenhändig unterzeichnet und gesiegelt.

Geschehen Salzburg in der Residenz den 1ten May 1816.

[Siegel] Carl Graf von Preysing.
Königl: baierischer Hofkommissär

[Siegel] Bernhard Freyherr Hingenau
k.k. Uebernahms Hofkom[m]issär […]

(Transkription des in der Bayerischen Staatsbibliothek befindlichen Übernahmevertrags)

 

 


Menschenbilder – Götterwelten. The Worlds of Gods and Men

Erschaffung des Menschen durch Prometheus, Heinrich Friedrich Füger

Die Sammlung LIECHTENSTEIN

The Princely Collections Vaduz-Vienna, die Residenzgalerie Salzburg und die Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien präsentieren in dieser einzigartigen Sonderschau Meisterwerke aus über 300 Jahren klassischer europäischer Malerei und Skulptur, die sich dem schönsten Thema der bildenden Kunst widmen: dem Menschen- und Götterbild.

Große Namen aus Kunst und Kultur geben sich jeden Sommer ein Stelldichein in Salzburg. Heuer sind auch besonders illustre Maler und Bildhauer zu Gast.
Werke von Peter Paul Rubens zum Beispiel waren in der Festspielstadt noch nie in dieser Dichte zu sehen.

Die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein umfassen Hauptwerke europäischer Kunst aus fünf Jahrhunderten und zählen zu den bedeutendsten Privatsammlungen der Welt.

Im DomQuartier Salzburg kann man wertvollste Gemälde und Skulpturen aus diesem fürstlichen Bestand sowie aus jenem der Private Art Collections, dem Verbund altösterreichischer Adelssammlungen, in einer Sonderausstellung bestaunen.

Für Konzept und Gestaltung zeichnet Johann Kräftner, der Direktor der Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein, verantwortlich. Er hat eine speziell auf die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und ihre Abfolge abgestimmte Dramaturgie entworfen. Der Ausstellung gab er den Titel Menschenbilder – Götterwelten, denn: „Die Darstellung von Menschen, Gott und Göttern ist das schönste Thema der bildenden Kunst. Es wird mit hochkarätigen Objekten aus über 300 Jahren visualisiert. Wir zeigen in diesem Zusammenhang das Beste vom Besten!“

 

Gemälde von der Renaissance bis zum Biedermeier in der Residenzgalerie

 Den Auftakt machen frühe religiöse Tafelbilder der italienischen Renaissance, von Marco Palmezzanos majestätischem Bild des auferstandenen Christus auf seinem Sarkophag sitzend bis zu den innigen Szenen mit Maria und dem Jesuskind von der Hand unterschiedlicher Künstler. Cornelis Cornelisz. van Haarlems Heiliger Sebastian präsentiert das Körperideal des Manierismus am Übergang zum Barock. Das erste Bild, das der junge Van Dyck mit wahrscheinlich erst 17 Jahren gemalt hat, zeigt den Heiligen Hieronymus in ähnlich kraftvoller Pose, hier schon ganz der Dynamik des Hochbarock verpflichtet.

In den nächsten Räumen folgen die großen Figuren des Alten und Neuen Testaments sowie die Götter und Helden der antiken Mythologie.

Den dramaturgischen und inhaltlichen Höhepunkt kann man zweifelsohne im sogenannten Gesellschaftzszimmer erleben, dem größten Raum der Ausstellung, wo monumentale Gemälde des Peter Paul Rubens das Thema der Darstellung des Körpers als Gott oder Mensch in so noch nie gesehener Dichte und Direktheit vor Augen führen. Die Figuren in diesen Gemälden sind in sehr großem Maßstab, fast 1:1, wiedergegeben. Sie erreichen in dieser Monumentalität eine einzigartige Wirkung − eine wahre Explosion barocker Kraft und Bewegung.

In Boreas entführt Oreithya (um 1615) aus der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien, Mars und Rhea Silvia (um 1616/1617) und der Auffindung des Erichthoniusknaben der Fürstlichen Sammlungen (um 1616) sowie im Ganymed (1612) der Fürstlich Schwarzenberg’schen Kunststiftung in Vaduz verschmelzen die Kunst der Antike und des Barock zu einer einzigartigen Synthese.

Die Themen der antiken Mythologie werden in den nächsten Sälen nahtlos bis in das 19. Jahrhundert fortgeführt. Hier trifft man auch auf Heinrich Fügers Erschaffung des Menschen durch Prometheus (1817), das die Idee von Mensch und Gottheit in idealer Form transportiert. Eines der spätesten Werke der Ausstellung ist Der Tod der Kleopatra (1875) von Hans Makart. Dieser hat übrigens ein besonderes Naheverhältnis zum Ausstellungsort: Er wurde am 28. Mai 1840 in der Salzburger Residenz geboren.

Der dritte Abschnitt der Ausstellung widmet sich der Porträtmalerei vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Hier setzen Beispiele des flämischen und niederländischen Porträts die Marksteine, darunter Meisterhaftes von Anthonis van Dyck und Frans Hals. Peter Paul Rubens ist mit dem berühmten Bildnis seiner Tochter Clara Serena (um 1616) vertreten.

Den Abschluss bildet ein Feuerwerk der Biedermeiermalerei. Einige der wichtigsten Maler dieser für Wien und Österreich so typischen Epoche sind mit mehreren intimen und berührenden Darstellungen vertreten, darunter Ferdinand Georg Waldmüllers Kinder im Fenster (1853) oder Friedrich von Amerlings Junges Mädchen (1834).

 

Skulptur und Plastik der Fürstlich Liechtensteinischen Sammlungen im Nordoratorium

Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Ausstellung hochkarätiger Skulpturen aus der Zeit des 15. bis 18. Jahrhunderts im Nordoratorium des Salzburger Doms. Die vier Räume, reich mit weiß-schwarzem frühbarockem Stuck in Ranken-, Putten- und Akanthusblattform geschmückt, bieten einen besonders schönen Rahmen für die ausgestellten Objekte. Der Bogen spannt sich von eleganten Kleinbronzen bis zu hochbarocken Ausformungen des menschlichen Körpers. Hier ist Andrea Mantegnas Marsyas oder Heiliger Sebastian (um 1500) ebenso zu sehen wie die monumentale Arbeit desselben Themas von Adrian de Fries (um 1613/14) oder Massimiliano Soldani-Benzis Bacchus (1695–1703) nach Michelangelos Vorbild. In den weiten und hellen Räumen des Oratoriums können sich die kostbaren Materialien – Bronze in unterschiedlichsten Oberflächen und Patinierungen, Elfenbein, Blei und Marmor – zu einzigartiger Wirkung entfalten.

 

PARTNER UND SPONSOREN
Möglich wird diese hochkarätige Ausstellung durch die großzügigen Leihgaben der Partner in den Private Art Collections
(Residenzgalerie Salzburg, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, Hohenbuchau Collection, Fürstlich Schwarzenberg’sche Kunststiftung, Vaduz).

Hauptsponsor der Ausstellung ist die LGT, die internationale Private Banking und Asset Management Gruppe des Fürstenhauses von Liechtenstein,
die in Österreich mit Niederlassungen in Salzburg und Wien vertreten ist.

Die Ausstellung im Nordoratorium wird vom Land Salzburg und der Erzdiözese Salzburg unterstützt.

 

http://www.liechtensteincollections.at/de/pages/2956.asp

 

BILD
Heinrich Friedrich Füger
(1751–1818)
Erschaffung des Menschen durch Prometheus, 1790
Öl auf Leinwand
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
Inv.-Nr. GE 1362

 

 


Weihnachtsausstellung: Feste der Weihnachtszeit

Subleyras Pierre, Anbetung der Koenige

Die gemeinsame Präsentation von Residenzgalerie Salzburg und Dommuseum Salzburg widmet sich bekannten und weniger bekannten Festen der Weihnachtszeitbeginnend mit den Festtagen der Heiligen Barbara, Nikolaus und Lucia bis zur Anbetung der Könige und der Darbringung im Tempel. An den Darstellungen der einzelnen Feste lässt sich die Weihnachtsgeschichte erzählen, mit all ihren apokryphen Ergänzungen und theologischen Deutungen. Der Geschenkbrauch des Nikolaustags, der Lichtbrauch des Luciatags oder die Gebräuche zu Dreikönig sind eng mit der Weihnachts- und Winterzeit verbunden. Sie machen die dunkle und kalte Jahreszeit besinnlich und gesellig. Den Angelpunkt bildet die Geburt Christi. Damit endet die Ausstellung im Dommuseum Salzburg und beginnt jene in der Residenzgalerie Salzburg. Leihgaben aus Kirchen und Klöstern der Erzdiözese und dem Salzburg Museum ergänzen Gemälde und Skulpturen aus den  Sammlungen der beiden Museen.

 

Dommuseum Salzburg
Die Advent- und Weihnachtszeit wird durch Gedenktage populärer Heiliger gegliedert. Ihre Namen haben sich uns durch Brauchtum eingeprägt, das sich auf die Geburt Christi oder den Jahreswechsel bezieht.

4. Dezember | Hl. Barbara
5. Dezember | 3 Nikolauslegende
6. Dezember | Maria Empfängnis
7. Dezember | Hl. Lucia
8. Dezember | Adam und Eva
9. Dezember | Hl. Silvester

 

Residenzgalerie Salzburg
Hier dreht dich der bildliche Reigen um:

– die Geburt Jesu am 24. Dezember
– die Anbetung der Hirten
– das Hochfest der Gottesmutter am 1. Januar
– die Anbetung der Hl. Drei Könige am 6. Januar
– die Flucht nach Ägypten
– die Darstellung Jesu im Tempel, Mariä Reinigung/Lichtmess am 2. Februar    

 

 

Kurator_innen
Dr. Erika Oehring, Residenzgalerie Salzburg
Dr. Reinhard Gratz, Dommuseum Salzburg
Dir. Dr. Peter Keller, Dommuseum Salzburg  

Kuratorenführungen Feste der Weihnachtszeit
SA 19.12.2015
SA 2.1.2016
Jeweils 10.30 Uhr
und nach Voranmeldung
Treffpunkt: Dommuseum Salzburg

Kuratorenführung Die Geschichte des hl. Nikolaus
Sonntag 6.12.2015, 13 Uhr
Treffpunkt: Innenhof der Residenz Salzburg

 

Abb.: Pierre Subleyras, Anbetung der Hl. Drei Könige, Residenzgalerie Salzburg, Inv. Nr. 293, Aufnahme: Fotostudio Ulrich Ghezzi, Oberalm © 2015 RGS/Ghezzi


Sinnesfreuden. Tanz, Musik, Spiel und Jagd

Sinnliche Vergnügen verleihen dem Alltag Farbe, Freude und festlichen Glanz.

Ausgewählte Werke aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg erzählen von lustvollen Amüsements und geselligen Zusammentreffen. Musik, Tanz und Spiel waren beliebte Unterhaltungen ebenso wie die dem Adel vorbehaltene Jagd. Neben der oftmals dargestellten „Hatz“, sind Jagdmotive ebenso in mythologischen Darstellungen zu entdecken.

Raum 1 | Fröhliches Jagen
Raum 2 | Besinnung
Raum 3 | Tanz & Musik
Raum 4 | Spiel

 

Wissenschaftliche Leitung Residenzgalerie Salzburg
Dir. Dr. Gabriele Groschner

Idee, Konzept und Kuratorinnen
Astrid Ducke, Residenzgalerie Salzburg
Thomas Habersatter, Residenzgalerie Salzburg
Erika Oehring, Residenzgalerie Salzburg

 

Kuratorenführungen
Samstag, 21.11 und 5.12.2015
16.1., 13.2., 12.3., 16.4. und 21.5.2016
jeweils 10:30 Uhr
und nach Vereinbarung

 

 

Abb.: Frans. Francken III., Gesellschaftsszene, Residenzgalerie Salzburg, Inv. Nr. 28, Aufnahme: Fotostudio Ulrich Ghezzi, Oberalm © RGS/Ghezzi

 

 


Die Kleider der Buhlschaft

Im Rahmen der Ausstellung: Verführung. Verlockende Schönheit, tödlicher Reiz der Residenzgalerie Salzburg

Eine Ausstellung der Residenzgalerie Salzburg im Nordoratorium des DomQuartiers in Kooperation mit den Salzburger Festspielen. 

Konzept und Kuratorinnen:
Dorothea Nicolai (Salzburger Festspiele) & Erika Oehring (Residenzgalerie Salzburg)

Die Buhlschaft, die Rolle der Geliebten im Theaterstück Jedermann von Hugo von Hofmannsthal (1874–1929), wurde seit der Uraufführung (1911) stets von namhaften Schauspielerinnen verkörpert. Seit der Gründung der Salzburger Festspiele (1920) durch Max Reinhardt (1873–1943) inszenieren bis heute bedeutende Regisseure die Tragödie vom Leben und Sterben des reichen Mannes, die alljährlich auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele steht, vor dem Salzburger Dom.
Die Buhlschaft des Jedermann verkörpert das blühende Leben, ist personifizierte Verführung und lebensvoller Gegenpart zum sterbenden Mann auf dem Domplatz.
Kein Kostüm der Salzburger Festspiele erregte und erregt jedes Jahr vor der Festspielzeit mehr öffentliche Neugierde, Rätselraten und Aufmerksamkeit als ihr Kleid.
Diese Prunkstücke entstanden und entstehen in den Festspielwerkstätten und sind Teil der Festspielgeschichte.

Die Ausstellung in den prachtvollen Räumen des neu adaptierten Nordoratoriums des Salzburger Domes im DomQuartier zeigt eine besondere Auswahl an Kleidern und Accessoires der Buhlschaft aus verschiedenen Inszenierungen der Salzburger Festspiele. Inhaltlich ergänzend präsentiert das Archiv der Salzburger Festspiele Skizzen, Notizen und Fotografien der Öffentlichkeit.
Ein Film mit Ausschnitten aus entsprechenden Szenen rundet die Schau ab.


Vedi Napoli e poi muori – Grand Tour der Mönche

Die Ausstellung des Museum St. Peter «Vedi Napoli e poi muori  – Grand Tour der Mönche» dokumentiert die Italienreisen von Benediktinermönchen vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart.

Durch die Zusammenarbeit der Erzabtei St. Peter mit dem Stiftsarchiv St. Gallen und dem Kloster Einsiedeln sowie weiteren Klöstern und Institutionen kann die benediktinische Reisekultur erstmals in einer umfassenden Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Hochkarätige Exponate aus 1200 Jahren ermöglichen den Blick auf die Motivation, die Routen und die Ziele der reisenden Mönche.

Zu deren wichtigsten Reisezielen gehörte seit dem Frühmittelalter Italien, wobei die Stadt Rom nicht nur wegen der Apostelgräber, sondern auch als Sitz des Papsts eine besondere Stellung einnahm. Noch im Hoch- und Spätmittelalter wurde Rom als caput mundi
– als „Haupt der Welt“ – bezeichnet. Die Benediktiner interessierten sich aber nicht nur für Rom. Viele von ihnen reisten über die Alpen, um an einer der damals führenden italienischen Universitäten zu studieren.

Solche Studienaufenthalte weiteten sich vor allem in der Barockzeit zu großen Bildungsreisen aus: zur Grand Tour. Die Mönche verbrachten bisweilen mehrere Jahre in Italien und besuchten in dieser Zeit alle kulturellen und religiösen Zentren – von Mailand über Florenz, Loreto und Rom bis nach Neapel. Im Auftrag ihres Abts knüpften und pflegten sie Kontakte, kauften Bücher und Kunstgegenstände.

Reisende Benediktinermönche gehörten damit während Jahrhunderten zu den wichtigsten Vermittlern der italienischen Kultur nördlich der Alpen. Die feinsinnigen Mönche interessierten sich auch für die Lebensumstände der italienischen Bevölkerung.

So war es ein Benediktiner aus St. Gallen, der auf seiner Grand Tour im Jahr 1700 als Erster das berühmte Diktum „Vedi Napoli e poi muori“ in seinem Reisetagebuch festhielt. Er hatte den Einheimischen genau zugehört und konnte das Sprichwort in seinem ursprünglichen Wortlaut wiedergeben: Magna bruocoli (sic), vedi Napoli e poi muori, ben’mio! – Broccoli essen, Neapel sehen, und dann sterben, mein Lieber!

 

 

KURATOR_INNEN

Mag. Sonja Führer, Dr. Gerald Hirtner, Mag. Wolfgang Wanko

 

KURATORENFÜHRUNGEN

Donnerstag, 18. Februar, 10.30 Uhr
Samstag, 5. März, 14 Uhr
Samstag, 23. April, 10.30 Uhr

Treffpunkt: Nordoratorium

 

VORTRÄGE

Donnerstag, 25. Februar 2016, 17 Uhr (Dieter Richter, Bremen)
Donnerstag, 7.April 2016, 17 Uhr (Peter Erhart, Stiftsarchiv St. Gallen)
Erzabtei St. Peter, Romanischer Saal

 

BILD
Der Holzschnitt stammt aus den deutschen Predigten von Johann Geiler von Kaysersberg, gedruckt 1508 in Augsburg.
Fotonachweis: Bibliothek der Erzabtei St. Peter, Sig. 16737


Die Geschichte vom Countdown, Nora Schultz

Installation von Nora Schultz

Das Dommuseum setzt auch 2015 die Reihe der Kabinettausstellungen in der Kunst- und Wunderkammer fort. Die Reihe stellt Künstler/innen vor, die noch nie in Salzburg bzw. Österreich zu sehen waren und die inhaltlich auf die Kunst- und Wunderkammer Bezug nehmen. Bislang kamen die Interventionen unter anderem von Bethan Huws, Gregor Schneider und Latifa Echakhch. In diesem Jahr gestaltet Nora Schultz die Installation in einem der barocken Vitrinenschränke.

Die Geschichte vom Countdown

„10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0“: Die Installation „Die Geschichte vom Countdown“ besteht aus einfachen Materialien, die in einem fragilen, formalen Gleichgewicht stehen. Das Grundelement ist eine Garderobe, ein Scherengitter aus Metall mit 10 Knöpfen, das mittels Zeichnungen und Fotografien aus unterschiedlichsten Winkeln festgehalten und reproduziert wird. Zusammen mit an der Wand montierten Spiegelflächen kommt es zu Doppelungen und Übergängen, die die scheinbar logischen Zusammenhänge auflösen und gleichsam eine andere Authentizität anbieten.

Nora Schultz nutzte den Countdown schon in früheren Arbeiten, um z.B. eine Art Mini-Narration in eine Installation zu integrieren, ein Happening, das durch seine Ankündigung schon stattfindet, ein performatives Element oder ähnliches.

In der Kabinettausstellung verwendet sie den Countdown als narrative Form, die zwischen der Ankündigung eines zukünftigen und der rückwärtigen Bezeichnung des vergangenen Moments eine ganz eigene Spannung hat. Das düstere Gedicht, Teil der Installation und von Christopher Wools Text-Gemälde „The Show is Over“ inspiriert, macht daraus die Geschichte eines Abschieds: „Die Performance ist vorbei“, einer nach dem anderen geht, die „Kleiderbügel zählen“ die verschwindenden Mäntel. Der Countdown selbst ist senkrecht/vertikal angeordnet, seine strenge lineare Struktur und damit die gewohnte Hierarchie aufgelöst.

Eine Kooperation mit der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, wo Nora Schultz den Kurs „Terminal +“ vom 10.-29. August leitet.

 

 


Weihnachtsausstellung – Residenzgalerie

Weihnachts- und Mariendarstellungen aus dem Sammlungsbestand der Residenzgalerie Salzburg stimmen auf die Advent- und Weihnachtszeit ein.
Künstler: Joos van Cleve, Kaspar Memberger d. Ä., Anton Mozart, Simon de Vos, Carlo Saraceni, Battista Dossi, Pierre Subleyras, Sébastian Bourdon, Michel Corneille

Abbildung: Pierre Subleyras, Anbetung der Heiligen Drei Könige, Residenzgalerie Salzburg Inv. Nr. 293, Foto: Ulrich Ghezzi, Oberalm, © RGS/Ghezzi


Mehr als Verhüllung. Im Fadenkreuz textiler Kunstinterpretationen

Mehr als Verhuellung

Beim Durchschreiten der prächtig ausgestatteten Prunkräume der Residenz ist man umgeben von üppigen Interieurs, historischen Stoffen, schweren Vorhängen und Brüsseler Tapisserien.

In den exquisiten Gemälden der Residenzgalerie Salzburg wird die Beziehung zwischen Kunst und Mode in Bildnissen, Porträts und Genrebildern aus verschiedenen Jahrhunderten sichtbar. Das enge Verhältnis zwischen Kunst und Textilem tritt in den Bildern anhand der unterschiedlichen Stofflichkeiten in der Kleidung der dargestellten Personen, durch kunstvoll gemalte feine Seidenstoffe bis zu groben Leinenstoffen und Pelzen, Pölster aus schweren Samtstoffen, aufwendig gearbeitete und gestärkte Krägen und schweren Vorhängen in Erscheinung.

Die Struktur und Bildsprache textiler Kunstformen diente über Jahrhunderte hinweg als Inspiration für Bildaufbau und Formenwahl und zeigt, wie Stoffe, Kleidung und Textilgewebe zu jeder Zeit unser menschliches Sein bestimmt hat.

Studierende der Universität Mozarteum /Fachbereich  Textiles Gestalten hatten die Möglichkeit, alte Meisterwerke zu erforschen. Sie haben einzelne Gemälde oder auch die Räumlichkeiten als Inspiration ausgewählt, um eine moderne textile, meist haptische Interpretation auszuarbeiten, die im direkten Dialog zu den historischen Artefakten, aber auch zeitgenössischen Einflüssen (Licht, neue Medien…) stehen.

Dergestalt umspannt die Ausstellung verschiedene künstlerische Bereiche und Gestaltungsmittel in Anlehnung an Gemeinsamkeiten kreativer Ideen der letzten Jahrhunderte sowie in modernen und zeitgenössischen Neuinterpretationen.

Es sind sehr unterschiedliche freie Arbeiten entstanden, die in den Prunkräumen und der Residenzgalerie Salzburg drei Monate ausgestellt werden. In der zeitgenössischen Kunst hat das Naheverhältnis von Kunst und Textilem an Bedeutung gewonnen und wird in den Arbeiten der Studierenden sichtbar: Es wurde mit der Auswahl an stofflichen Materialien experimentiert, mit textilen Mitteln Struktur verdeutlicht und poetische moderne Auslegungen von Machtsymbolen mit Raum, Zeit und neuen Medien kombiniert. Interaktive Mode-Objekte laden zum Ertasten ein, Hörspiele zur Kostümgeschichte in Bildern werden mit radiophonen Collagen verbunden und auch opulente experimentelle Modeobjekte sind zu sehen. Textile Kunst ist vielseitig, weich, fließend, sinnlich, faltig, lebendig, strahlend, leicht, außergewöhnlich,…und frei nach dem japanischem Sprichwort: Wenn man das Alte erforscht, erkennt man das Neue!

 

Ausstellungsobjekte in den Prunkräumen der Residenz zu Salzburg

 

Studentinnen der Universität Mozarteum Salzburg/Textiles Gestalten
Opulence
5 Modeobjekte im Kaisersaal

Diener Mariya
Farbverlauf
Rauminstallation aus Baumwollkettgarn, Reagenzgläsern, Textilfarbe im Audienzsaal

Gruchmann Alexandra
Kann denn Liebe Sünde sein?
Die verbotene Ehe von Wolf Dietrich und Salome Alt
Installation aus Baumwollsamt und Batist im Weißen Saal

 

 

Ausstellungsobjekte in der Residenzgalerie Salzburg

 

Magdalena Maria Karner und Nathalie Ventola
Handgezeichnet – Siebgedruckt
Siebdruck auf Leinenbahnen im Bischofssaal der Residenzgalerie Salzburg

Willen Amira
Hautnah
mehrteiliges Gewebe aus Leinen und Seide

Steindl Andreas
I can’t see nothing / wrong
Objekt aus transparentem irisierendem Seidenorganza, Oberflächengestaltung mit Siebdruck

Hilzensauer Anna Maria
Ein Umhang für Maria
Dreiteiliges Objektarrangement hängend, gefärbtes Transparentpapier, Nähseide, Fischergarn

Grundtner Nora
Ohne Titel
Fäden auf Leinwand

Stefanie Haslacher
Glaubst du?
Interaktive Installation aus Bauernleinen und Baumwollsamt

Pritz Vanessa und Brandl Sonja
Das Fremde im Gemälde
Großformatige Reproduktion mit Objekt aus grünen Stoffen

Margret Breitfuß
Ohne Titel
Installation aus gestärktem Baumwollgewebe und Baumwollgarn

Karner Eva und Schrattenecker Manuela
Matrix
Video und Stoffbahnen aus Seidenorganza

BILDER HÖREN oder wie man Personen zum Leben erweckt
Studentinnen der Universität Mozarteum Salzburg/Textiles Gestalten
Idee und Begleitung: Cordula Hofmann-Molis, Hörspiel: Tamara König
Rauminstallation mit Hörspiel

Gräßle Martina
Das schmelzende Wachs des Ikarus oder Hochmut kommt vor dem Fall
Baumwollstoff getränkt in Bienenwachs mit Batiktechnik verarbeitet

Stephan Lippert
Schönheit im Verborgenen
Sweatshirts arrangiert, Motive im Flockdruckverfahren hergestellt

Nadja Brunnauer
Wärme
Textile Skulptur aus weißem Merinofilz und Nähseide

Studentinnen der Universität Mozarteum Salzburg/Textiles Gestalten und Neue Medien
Videos zu Gemälden der Residenzgalerie Salzburg von Studierenden der Universität Mozarteum

 

Wissenschaftliche Leitung Residenzgalerie Salzburg
Dir. Dr. Gabriele Groschner

Kuratorinnen
Monika Fermin-Vaez, Residenzgalerie Salzburg
Univ. Prof. Mag. Christa Pichler-Satzger, Universität Mozarteum/Leitung Textiles Gestalten

Projektbegleitung
Mag. Cordula Hofmann-Molis und Tamara König, Universität Mozarteum/Kostümgeschichte
Mag. Peter Holzinger, Universität Mozarteum/Experimentelle Mode
Mag. Gertrud Fischbacher, Universität Mozarteum/Neue Medien und Textil
Mag. Maria Wengler, Universität Mozarteum/Textilpraxis

 

 

Kuratorenführungen
Sa 28.11. | Sa 12.12. 2015
Sa 23.1. | Sa 20.2.2016
Jeweils 10.30 Uhr
und nach Voranmeldung
Mit Monika Fermin und Studierenden der Universität Mozarteum

 

Eine Kooperation von Residenzgalerie Salzburg, Salzburger Burgen und Schlösser und Universität Mozarteum/Fachbereich Textiles Gestalten

 

Abbildung
Mariya Diener: Sicherheitsmantel


Farbenpracht auf Pergament. Gotische Buchmalerei aus Salzbur

Hier ist alles Gold, was glänzt!

Die Universitätsbibliothek Salzburg und das Dommuseum Salzburg zeigen im Nordoratorium  Buchmalerei aus spätmittelalterlichen Salzburger Schreibwerkstätten und Bibliotheken. Zu sehen sind 23 Handschriften, davon 18 aus den Beständen der Universitätsbibliothek. Sie vermitteln einen Eindruck vom hohen Stellenwert, den prächtig ausgestattete Bücher für die Erzbischöfe, aber auch für die Klöster in Salzburg besaßen.

„Diese Ausstellung bietet eine der ganz wenigen Gelegenheiten, die schönsten und wertvollsten Handschriften des Mittelalters aus Salzburger Sammlungen zu sehen.“, betont Beatrix Koll von der Universitätsbibliothek Salzburg, die mit Dr. Peter Keller, dem Direktor des Dommuseums Salzburg, die Ausstellung kuratiert.

Bücher waren im Mittelalter keine alltäglichen Gebrauchsgegenstände. Ihre Herstellung erforderte eine beachtliche Menge an Zeit und Geld: Jedes einzelne Exemplar musste mit der Hand geschrieben werden, das Material war sehr kostspielig.

Handschriften mit Buchmalerei zählten im Mittelalter zu den Prestigeobjekten. Besonders kostbare Handschriften wurden auf Pergament (Tierhaut) geschrieben und mit Farben geschmückt, die man aus zerriebenen Halbedelsteinen (blauer Lapislazuli, grüner Malachit) gewann. Mit aufwändigen Randleisten, opulenten Initialen und vielgestaltigen Ornamenten schmückten Buchmaler die frühen Handschriften aus.

In der Gotik brachte die Buchmalerei farbenprächtige Meisterwerke hervor. Die handgeschriebenen Bücher – Chroniken, Bibeln, Messbücher – wurden mit kostbaren Miniaturbildern versehen, die dekorative und erzählende Funktion hatten. Nur Adelige und hohe Geistliche waren finanziell in der Lage, diese Prachtwerke zu erwerben. Die Salzburger Fürsterzbischöfe waren als Sammler seltener und kostbarer Bücher bekannt.

Nicht oft gibt es die Gelegenheit, jahrhundertealte Manuskripte im Original zu betrachten. Diese Ausstellung zur gotischen Buchmalerei, die auf die künstlerische Gestaltung von Handschriften des 14. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts fokussiert ist, rückt nicht nur wichtige kunstgeschichtliche Zeugnisse des Spätmittelalters in den Blick, sondern verweist auch auf eine Epoche medialen Umbruchs: In der Mitte des 15. Jahrhunderts erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern und beschleunigte damit die bis dahin langwierige Textproduktion. Nach wie vor wurden allerdings Handschriften und repräsentative Drucke mit Illuminationen geschmückt, die Künstlerhände in wochenlanger, bisweilen sogar jahrelanger Arbeit anfertigten.

Die Handschriften der Universitätsbibliothek Salzburg. Der historisch bedeutende Altbestand an Handschriften, alten Drucken und Graphiken macht die Universität Salzburg zu einer Schatzkammer des kulturellen Erbes, die einzigartige Dokumente zu Wissenschaft, Geschichte und Kunst Salzburgs verwahrt. Mehr als 1000 Handschriften vom 8. bis zum 19. Jahrhundert befinden sich in den Sondersammlungen der Universitätsbibliothek, werden wissenschaftlich für die Forschung aufbereitet und einer breiten, interessierten Öffentlichkeit in Form digitaler Faksimiles zugänglich gemacht. Die Jahre 1806/1807 waren für die Universitätsbibliothek von herausragender Bedeutung, da mehr als 20.000 Bücher aus der aufgehobenen Hofbibliothek der Salzburger Fürsterzbischöfe in ihren Besitz gelangten. Allerdings handelte es sich dabei nicht um den Gesamtbestand. Wertvolle Manuskripte und Drucke wurden bereits 1801 als Folge der Napoleonischen Kriege für die Bibliothèque Nationale in Paris requiriert. Diese Codices wurden während der Zugehörigkeit Salzburgs zu Bayern zurückgefordert und auch tatsächlich rückerstattet, allerdings nicht an Salzburg, sondern an die Königliche Bibliothek in München.

Kuratorenführungen

Do 19. 11., 10 Uhr
Do 17. 12., 10 Uhr
und nach Vereinbarung

Mit Mag. Beatrix Koll, Universitätsbibliothek Salzburg
Treffpunkt: Nordoratorium

 

Abb.: Erzbischof Bernhard von Rohr als Arzt, Ulrich Schreier, Salzburg, 1476 Universitätsbibliothek Salzburg, M III 67. | Foto: J. Kral


Cycles – Video-Präsentation zum Sammlungsbestand der Residenzgalerie

Cycles – Video-Präsentation zum Sammlungsbestand der Residenzgalerie

Die Gemälde der Residenzgalerie Salzburg werden filmisch zum Leben erweckt und in einem narrativen Kontext so aneinander gefügt, dass sie eine zusammenhängende Geschichte zum Thema Vergänglichkeit und Neubeginn erzählen.
Ein Schmetterling, Symbol der menschlichen Seele, erfüllt die Gemälde mit Leben und flattert durch die verschiedenen Stationen des Lebens. Von der Geburt bis zum Tod ist der Schmetterling ein subtiler Protagonist im Hintergrund und gleichzeitig stummer Beobachter.

Konzept: Dr. Gabriele Groschner
Produktion: OMORI Film, Markus Huber

Abbildung: Cycles, © RGS/markushuber.net


Verführung. Verlockende Schönheit – tödlicher Reiz

Verführung lockt immer mit etwas Anziehendem, Unwiderstehlichem oder gar Mysteriösem – sie arbeitet mit Magie und Zauber

Sie verheißt und stellt Forderungen, wie die Erzählung von Salome und Johannes dem Täufer beim Gastmahl des Herodes lehrt: Ein rauschendes Fest, ein sinnliches Versprechen und das tödliche Schicksal des Täufers ist besiegelt.
Antike Schriften, die Bibel oder moderne Historien bieten seit über 2000 Jahren eine Vielzahl von Vorlagen für Verführungsdarstellungen. Geschichten, bei denen es vor allem um Macht und Einfluss, aber auch um Liebe geht und in denen Sinnliches und Verbotenes eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausüben.
Ausgewählte Werke beleuchten Verführer wie Verführte sowie die Objekte der Versuchung. Die oftmals tödliche Konsequenz, die aus der leidenschaftlichen Begegnung resultiert, ist dabei von zentraler Bedeutung.

Künstler: Leandro Bassano, Ferdinand Alexander Bruckmann, Lucas Cranach d. Ä., Luca Giordano, Anton Hickel, Ernst Klimt, Max Liebermann, Koloman Moser, Andreas Nesselthaler, Johann Georg Platzer, Carl Rahl, Rembrandtschule, Peter Paul Rubens, Francesco Solimena, David Teniers d. J., Johann Zick u.a.
Idee & Konzept: Dr. Thomas Habersatter, Mag. Astrid Ducke

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Abbildung: Ferdinand Alexander Bruckmann, Odysseus und die Sirenen, 1829, Staatsgalerie Stuttgart, Inv. Nr. 3459 – Foto: Staatsgalerie Stuttgart


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